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Kultur Veranstaltungen

Theatermuseum Düsseldorf

"Theater der Klänge. bauhausbühne - Originale. Aneignungen. Weiterführungen."

Die auditive-mediale Ausstellung ist vom 13. September bis zum 8. Dezember im Theatermuseum zu sehen


Erstellt:
Redaktion: Meissner, Valentina

Vom 13. September bis zum 8. Dezember präsentiert das Theater der Klänge in Zusammenarbeit mit dem Theatermuseum, Jägerhofstraße 1, der "ACC Galerie Weimar" und der "FH Dortmund" die Sonderausstellung "Theater der Klänge. bauhausbühne - Originale. Aneignungen. Weiterführungen." Zum Jubiläumsjahr "Bauhaus 100" werden in der auditiv-medialen Ausstellung in fünf Räumen des Theatermuseums acht Bauhaus-Projekte des Theaters der Klänge vorgestellt. Dazu gehören "Das mechanische Ballett", "Die mechanische Exzentrik", "TRIAS - Das triadische Ballett", "Figur und Klang im Raum", "HOEReografien", "SUITE intermediale", "Der Silberprinz" und "Das Lackballett".

In der auditiv-medialen Ausstellung werden sowohl die Originalideen (Skizzen, Fotos, Texte), die Rekonstruktionen dieser Entwürfe (Modelle, Figurinen usw.), als auch die Umsetzung (Videos, Fotos und Programme) gezeigt. Audio-visuelle Medien in den einzelnen Räumen machen die Klanglichkeit der jeweiligen Stücke des Theaters erfahrbar. In einer Hörspiel-Nische werden darüber hinaus "Anekdoten" zu den einzelnen Werken von Ensemblemitgliedern erzählt.

Die Bühne des Bauhauses
Als "Blume im Knopfloch des Bauhauses" bezeichnete Bauhaus-Direktor Walter Gropius die Bühne des Bauhauses, die zu den wichtigsten Entwicklungen der Theatermoderne zählt. Schon in Weimar gegründet, wurde sie unter der Leitung der "Meisterpersönlichkeit" Oskar Schlemmer in Dessau zu einem Theaterlaboratorium für Experimente, die das Verhältnis von Raum und Mensch in theatralen Inszenierungen ausloteten. Neue Formen von Tanz, Bühnenaktionen, Bühnenmechanik und Publikationen entstanden. Auch die Theaterarchitektur wurde unter Leitung von Walter Gropius neu überdacht.

Mit Schließung des Bauhauses 1933 waren diese Entwicklungen unterbrochen und wurden von den Protagonisten der historischen Periode nicht oder nur sehr versteckt und spärlich weitergeführt. 1968/69, anlässlich der ersten großen Ausstellung zu "50 Jahre Bauhaus", setzt auch eine Wiederbeschäftigung und teilweise Wiederbelebung der Bühnenideen aus den 1920er-Jahren ein. Stärker wurde die Beschäftigung Mitte der 1970er-Jahre mit der Ballettneufassung von Gerhard Bohner für die Akademie der Künste Berlin. In den 1980er-Jahren, anlässlich von "75 Jahre Bauhaus", wurde mit den Rekonstruktionen und Neuinszenierungen mehrerer Bauhausbühnenwerke durch unterschiedliche Initiatoren, darunter auch das Theater der Klänge, begonnen.

Das Theater der Klänge
Seit 1987 widmete sich das Düsseldorfer Theater der Klänge immer wieder dieser Form von Aneignung der historischen Konzepte (meistens nur in Fotos, Skizzen und Beschreibungen vorhanden) und der Neuinterpretation sowie Weiterführung dieser Ideen. Die ersten beiden Arbeiten des Theaters der Klänge waren Neuinszenierungen des Mechanischen Balletts, einer studentischen Idee aus dem Jahr 1923, sowie die Erstrealisation der von Laszlo Moholy-Nagy im Buch "Die Bühne im Bauhaus" skizzierten Mechanischen Exzentrik. Fortgeführt wurde dies mit dem "Triadischen Ballett" (2014/15) und aktuell mit dem "Lackballett", welches auf Skizzen und Fotos von Oskar Schlemmer aus dem Jahr 1941 basiert.

Aber auch die theoretischen Ansätze, gerade von Oskar Schlemmer, waren Ausgangspunkt für Produktionen des Theaters der Klänge seit 1993. Schlemmers schriftliche Essays zu "Figur im Raum" oder "Mensch und Kunstfigur" führten zur Produktion "Figur und Klang im Raum" im Jahr 1992/93, realisiert in Kooperation mit der Stiftung Bauhaus Dessau. Die Weiterführung der Ideen von Oskar Schlemmer war vor allem in einer durch das Theater der Klänge entwickelten elektronisch sensorisierten Bühne zu finden. Bei dieser wird der Schauspieler auf der Bühne zum Auslöser und Modulierer von Klang und Bewegtbild-Szenografie im Bühnen- und Theaterraum.

In der Nachfolge von "Figur und Klang im Raum" entstanden sukzessive die auf dem gleichen Grundsatz basierenden, aber technisch, choreografisch und inszenatorisch immer weiter entwickelten Stücke "Modul|a|t|o|r" (2003), "HOEReographien" (2005), "SUITE intermediale" (2011) und zuletzt "CODA" (2014). Die aktuelle Produktion "Das Lackballett" verbindet den ersten Ansatz der Aneignung von historischen Originalentwürfen mit der elektronisch inszenatorischen Weiterführung eines intermedialen Ansatzes.

Das Theater der Klänge war gerade durch seine Beschäftigung mit der historischen Bauhausbühne mehrfach nach Weimar zu Gastspielen eingeladen. Eine erste Begegnung in diesem Kontext gab es schon 1989, als "Die mechanische Bauhausbühne" erstmalig im Deutschen Nationaltheater Weimar gastierte. Aus dieser Zeit resultiert auch eine Künstlerfreundschaft mit den Betreibern der "ACC Galerie Weimar".

Anlässlich von "100 Jahre Bauhaus" bot sich die Gelegenheit, diese Verbindung zwischen Düsseldorf und Weimar in einer Ausstellung in Zusammenarbeit mit der "ACC Galerie Weimar" konkret werden zu lassen. Dazu wurde in den Räumlichkeiten der "ACC Galerie Weimar" eine vornehmlich auditiv-mediale Ausstellung realisiert, die sich mit den Originalen, den Aneignungen und Weiterführungen des Theaters der Klänge zu den Bauhausbühnenideen und Schriften beschäftigt. Nach großem Publikumszuspruch in Weimar wandert diese Ausstellung nun in verkleinerter Form weiter in das Theatermuseum Düsseldorf, das bereits zweimal Einzelausstellungen für das Theater der Klänge ausgerichtet hat.

Katalog und Audioguide
Die Ausstellung wird von einem 96-seitigen Ausstellungskatalog begleitet. Er kann an der Museumskasse für 15 Euro erworben werden. Auf der Internetseite museum.de/de/audioguide/347188/lang/DE sind aktuell sowohl der Audio-Guide mit insgesamt 21 Hörstationen, als auch die Anekdoten, sowie ein Fotoalbum mit Impressionen aus der Ausstellung einseh- und hörbar. Für Kinder ab 8 Jahre wird es zudem eine digitale Schnitzeljagd durch die Ausstellung geben, die von Kulturpädagogen des "Looters e.V." erarbeitet wurde und am Tag der digitalen Bildung, 14. September, ihre Premiere feiert.

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