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Gesundheit
Tränen statt Mutterglück - Postpartale Störungen und ihre Auswirkungen auf die Mutter-Kind-Beziehung
Gesundheitsamt Düsseldorf veranstaltet deutschlandweite Digitale Fortbildung
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Das Baby entwickelt sich nach der Geburt prächtig, Familie und nahestehende Personen senden Glückwünsche, nur bei der Mutter stellt sich das Mutterglück nicht ein. Ganz im Gegenteil: Depressive Verstimmungen und häufige Tränenattacken stoßen bei Großeltern sowie Freundinnen und Freunden auf Unverständnis. Dies verstärkt die Verunsicherung und das Gefühl, dem gesellschaftlichen Bild einer glücklichen Mutter nicht zu entsprechen. Zu häufig wird dies in der Praxis nicht erkannt und führt zu Störungen der psychischen Gesundheit.
Unter dem Titel "Tränen statt Mutterglück" veranstaltet das Gesundheitsamt der Landeshauptstadt Düsseldorf am Mittwoch, 22. September, zu den oft unerkannten depressiven Störungen rund um Schwangerschaft und Geburt eine digitale Fachtagung. Zu der ausgebuchten Veranstaltung haben sich bundesweit 450 Fachkräfte und Interessierte angemeldet. Nach dem Bericht einer betroffenen Mutter stellt Frau Prof. Anna-Lena Zietlow (Universität Mannheim) wissenschaftliche Erkenntnisse zu postpartalen Depressionen und ihre Auswirkungen auf Mutter und Kind vor. Den Abschluss bilden Beiträge der Fachstellen Beratung und Prävention sowie Frühe Hilfen im Gesundheitsamt zu Ansätzen der Prävention und frühen Beratung.
Veranstaltet wird die Tagung von den Abteilungen Sozialpsychiatrie und Prävention und Gesundheitsförderung des Gesundheitsamtes Düsseldorf in Kooperation mit dem Düsseldorfer Bündnis gegen Depression.
Postpartale Depressionen (kurz PPD) treffen Mütter im ersten Jahr nach der Geburt. Typische Symptome sind häufig Traurigkeit, Erschöpfung, Ängste, Appetit- und Schlafstörungen. Mitunter können auch Zwangsgedanken dazu kommen, wie beispielsweise sich selbst oder dem Kind etwas antun zu wollen. Dadurch entstehen oft starke Schuldgefühle. Postpartale Depressionen müssen daher professionell behandelt werden. Bei fehlender Behandlung kann es zu negativen Auswirkungen auf das Kind wie die Beeinträchtigung der Mutter-Kind-Beziehung, spätere emotionale und kognitive Defizite oder Schlafprobleme kommen.
Postpartale Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen kommen in Deutschland bei zehn bis zwanzig Prozent der jungen Mütter vor. Verursacht werden postpartale Störungen zum einen durch die hormonelle Umstellung, zum anderen durch die Umstellung der gesamten Lebenssituation der Mutter.
Vorbereitet wurde die Veranstaltung von der Fachstelle zur Stärkung der psychischen Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen des Gesundheitsamtes Düsseldorf, die ihre Arbeit am 1. Dezember 2020 aufgenommen hat. Sie ist Anlaufstelle für psychisch belastete junge Menschen im Alter von 0 bis 27 Jahren, ihr soziales Umfeld und für sie zuständige Fachkräfte. Die Mitarbeitenden unterstützen bei der individuellen Suche nach Lösungen und Perspektiven.
Das Düsseldorfer Bündnis gegen Depressionen unter Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller ist eine Gemeinschaftsinitiative von 25 Institutionen und Organisationen in Düsseldorf. Das Bündnis verfolgt das Ziel, die Öffentlichkeit über das Krankheitsbild aufzuklären und die Versorgung und Betreuung depressiver Menschen in Düsseldorf zu verbessern.
Das Gesundheitsamt der Landeshauptstadt Düsseldorf greift mit Informationsveranstaltungen für Bürgerinnen und Bürger sowie Fachtagungen insbesondere in digitaler Form immer wieder aktuelle Themen insbesondere zu Aspekten von depressiven Erkrankungen auf, um die Früherkennung und Behandlung zu stärken.
Ergänzende Informationen können im Internet aufgerufen werden unter www.duesseldorf.de/gesundheitsamt/aktuelles/news/newsdetail/peri-postpartale-stoerungen-und-ihre-auswirkungen-auf-die-mutter-kind-beziehung-save-the-date.html, www.duesseldorf.de/gesundheitsamt/aktuelles/news/newsdetail/forum-seelische-gesundheit-1.html und www.duesseldorf.de/gesundheitsamt/praevention.html.