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Soziales

"Wir müssen für den Pflegeberuf werben"

Altern in der Stadt: Oberbürgermeister Thomas Geisel besucht im Rahmen seiner Sommertour die Pflegeeinrichtung des DRK in Wersten


Erstellt:
Redaktion: Dieter Schneider-Bichel

Oberbürgermeister Thomas Geisel hat am Samstag, 18. August, seine Sommertour mit dem Schwerpunkt "Altern in der Stadt" fortgesetzt und das DRK-Zentrum in Wersten besucht. "Pflege ist eine große Aufgabe für immer mehr Familien wie auch für die Wohlfahrtsverbände und die Stadt. Wir alle müssen uns darum mehr kümmern", appellierte der Oberbürgermeister.

Die Bewohnerinnen und Bewohner begrüßten den Oberbürgermeister mit freundlichem Applaus. In Gesprächen an den Tischen sowie mit Tim Koonert und Sandra Theißen von der Hausleitung sowie mit dem DRK-Vorsitzenden Olaf Lehne tat Geisel einen Blick in die Praxis der Seniorenarbeit. Alle statistischen Untersuchungen weisen darauf hin, dass bei allem Bemühen, Pflege im häuslichen Umfeld zu organisieren, deutlich mehr Vollzeiteinrichtungen und deutlich mehr Stellen in Düsseldorf geschaffen werden müssen. "Es ist eine besondere Herausforderung, für den Pflegeberuf zu werben und die Attraktivität zu erhöhen. Ich weiß, wie hart, aber auch erfüllend der Beruf sein kann", sagte Thomas Geisel, der als Zivildienstleistender und später als Student eigene Erfahrungen in der Betreuung Pflegebedürftiger gesammelt hat.

Die bewährte Pflegeeinrichtung an der Kölner Landstraße hat 105 Plätze, davon stehen 22 Plätze für die Kurzzeitpflege zur Verfügung. Zusätzlich werden 13 Tagespflegeplätze angeboten. Zurzeit wird das DRK-Zentrum umgebaut, damit die gesetzliche Einzelzimmerquote von 80 Prozent erfüllt wird. Die Seniorin Anneliese Triesch, Mitglied des Heimbeirats, ließ wissen: "Es gibt kein schöneres Haus." Und der OB lobte nach gut einstündigen Gesprächen "den guten Geist des Hauses."

Amt für Soziales: 1.450 neue Pflegeplätze nötig

80 Prozent Einzelzimmer in Pflegeeinrichtungen sollen ab 1. August 2018 Standard sein, um die Wohnqualität zu verbessern. In Düsseldorf haben 38 von 55 Einrichtungen bereits die Einzelzimmerquote erreicht. Die Analyse der Landeshauptstadt zeigt, dass es einen starken Anstieg an pflegebedürftigen Menschen geben wird. Das Amt für Soziales rechnet damit, dass bis zum Jahr 2025 in Düsseldorf voraussichtlich 1.450 zusätzliche Pflegeplätze zur Verfügung stehen müssen.

Das Amt für Soziales schöpft im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben seine Möglichkeiten aus und unterstützt zum Beispiel Anbieter, die ambulant betreute Wohngruppen einrichten wollen. Dafür wurde ein Leitfaden erarbeitet, der auf der Internetseite www.duesseldorf.de/senioren veröffentlicht ist. Weiterhin bietet das Amt für Soziales planerische Unterstützung bei der Gründung jedweder Art von Pflegeeinrichtungen an. Das Gesetz schreibt vor, dass die Versorgung nicht von der Kommune, sondern durch private Träger zu leisten ist.

Lob für das Netzwerk der "zentren plus"

Hochgelobt wurden am Samstag auch die 32 "zentren plus", die ein umfassendes Netz wohnortnaher Beratungs- und Freizeitangebote bilden und die von der Stadt mit jährlich 4 Millionen Euro gefördert werden. Im Jahr 2017, dem zehnten Jahr ihres Bestehens, verzeichneten die "zentren plus" rund 600.000 Besucher mit 19.000 Beratungsgesprächen. Sie tragen dazu bei, der Einsamkeit im Alter entgegenzuwirken, und richten sich auch an Menschen mit geringem Einkommen.

Zum Netz für die Düsseldorfer gehören das Pflegebüro des Amtes für Soziales, die aufsuchende Seniorenhilfe des Jugendamtes, die Beratungsstelle für körperlich behinderte, alte und chronisch kranke Menschen des Gesundheitsamtes, die  Wohnberatung des Amtes für Wohnungswesen und die Kooperation mit den Pflegekassen. Ziel der Politik ist aktuell, dass pflegebedürftige Menschen so lange wie möglich in ihrem vertrauten Umfeld leben können. Beratung gibt es beim städtischen Pflegebüro, Telefon 89-98998.

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