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Senioren Soziales Veranstaltungen

Zu Hause gut versorgt – Chancen und Grenzen der Digitalisierung

Fachtag der Konferenz Alter und Pflege am Mittwoch, 25. September, im Düsseldorfer Rathaus


Erstellt:
Redaktion: Bergmann, Michael

Bereits heute leben in Düsseldorf rund 120.500 Menschen über 65 Jahre, von denen 23.000 pflegebedürftig sind – Tendenz steigend. 18.200 leben in ihrer eigenen Wohnung und sie werden überwiegend von ihren Angehörigen versorgt. Aber nicht einmal ein Drittel der Angehörigen erhält dafür fachliche Unterstützung. Assistenzsysteme können helfen.

Bei einem Fachtag am Mittwoch, 25. September, im Düsseldorfer Rathaus informierten sich die Mitglieder der Konferenz Alter und Pflege darüber, welche Potenziale und Möglichkeiten die Digitalisierung für alte Menschen bieten. Rund 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wohlfahrtsverbänden, dem Pflege- und Gesundheitsbereich sowie der Ärzteschaft lauschten Fachvorträgen und diskutierten über aktuelle Entwicklungen. Aber auch interessierte Bürgerinnen und Bürger waren dazu eingeladen. Experten berichteten aus der Praxis. So setzt beispielsweise das Luisenheim eine "Virtual-Reality-Brille" ein, um den Bewohnerinnen und Bewohnern "Fernerlebnisse", wie beispielsweise einen Besuch der Frauenkirche in Dresden oder ihrer alten Heimatstraße zu ermöglichen. Damit soll Teilhabe ermöglicht werden, ohne die körperlichen Schwierigkeiten eines tatsächlichen Besuchs in Kauf nehmen zu müssen. Auch zur Biographiearbeit wird die VR-Brille eingesetzt. Dabei kann die virtuelle Realität mehr bieten, als ein Foto oder ein Film es könnte. Vertreter der GESOBAU, eines kommunalen Wohnungsbauunternehmens aus Berlin, stellten technische Lösungen, wie automatische Herdabschaltung, automatische Notfallerkennung (Inaktivitätsmelder) oder Funkschaltungen, vor, mit denen älteren Menschen der Verbleib in der Wohnung erleichtert werden kann.

"Die Entwicklung der Digitalisierung hat auch in der ambulanten pflegerischen Versorgung viel Potenzial, Menschen darin zu unterstützen, möglichst lange und eigenständig in der eigenen Wohnung leben zu können. Der Sozialraum muss dabei berücksichtigt und konzeptionell in die versorgenden Strukturen einbezogen werden. Wichtig ist jedoch, immer daran zu denken, dass der Digitalisierungsaspekt die zwischenmenschliche Interaktion und die sich aktuell zuspitzenden Probleme der Personalknappheit in der Pflege keinesfalls kompensieren kann", erklärt Stadtdirektor und Sozialdezernent Burkhard Hintzsche.

Das Spektrum digitaler Technologien wächst und bietet viele Möglichkeiten für ältere Menschen, vor allem wenn sie Hilfe benötigen. Assistenzsysteme, wie zum Beispiel die automatische Herdabschaltung, oder Sprachassistenten, machen das Leben im Alter einfacher und sicherer. Aber mit digitaler Technologie muss auch verantwortungsvoll umgegangen werden und der Datenschutz spielt eine wichtige Rolle. Auch die Hemmschwelle bei Älteren vor digitaler Technik muss abgebaut werden. Dabei ist Digitalisierung kein Selbstzweck, sondern muss den Menschen dienen und ihnen ein besseres Leben ermöglichen.

Die Beteiligten formulierten einige Statements, mit denen nun sich die Konferenz Alter und Pflege weiterbeschäftigen soll. Dazu gehören unter anderem:
- Das Recht auf Selbstbestimmung muss beachtet werden - neue Technik darf den Betroffenen nicht aufgezwungen werden.
- Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Der Mensch (Pflegekräfte) entscheidet über Maßnahmen, nicht die Technik.
- Die zwischenmenschliche Fürsorge bleibt das Wichtigste.
- Technik soll die Pflegekräfte entlasten und nicht ersetzen. Sie soll ihnen die Arbeit erleichtern, beispielsweise die Dokumentation standardisieren und erleichtern. - Viele Faktoren - von der häuslichen Situation und dem sozialen Umfeld, über die Konstitution bis hin zu den finanziellen Resourcen - beeinflussen die Situation der älteren Menschen. Daraus folgt: Es muss viele verschiedene, individuelle Lösungen geben.
- Der Datenschutz muss beachtet werden, und dabei sind die Anbieter in die Pflicht zu nehmen.
- Es gibt eine gesellschaftliche Verantwortung für die ältere Generation, das heißt, alle Beteiligten müssen Geld in die Hand nehmen. Auf allen Ebenen muss die Finanzierung der Pflege sichergestellt werden.

"Wir haben uns heute einen ganzen Nachmittag Zeit genommen, das Thema 'Digitalisierung in der Pflege' mit allen Beteiligten zu vertiefen. Wichtig dabei ist, dass im Mittelpunkt immer der Mensch steht, der Fürsorge benötigt.'Nähe und Freiheit' sind Werte, die in Düsseldorf gelebt werden", erklärt der Leiter des Amtes für Soziales, Roland Buschhausen, zum Abschluss.

Der Fachtag wurde vom Amt für Soziales der Landeshauptstadt Düsseldorf organsiert. Ziel ist, sich mit dem Thema Digitalisierung auseinanderzusetzen, zu informieren und aufzuklären. Die Konferenz Alter und Pflege wird die Umsetzung der Empfehlungen aus dem Fachtag im Pflegebereich begleiten.

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