Pressedienst Einzelansicht

Kultur

Zum 225. Geburtstag von Karl Leberecht Immermann

Heinrich-Heine-Institut erinnert an den Schriftsteller


Erstellt:
Redaktion: Ilgenstein, Valentina

Anlässlich seines 225. Geburtstages erinnert das Heinrich-Heine-Institut an Karl Leberecht Immermann. Der Schriftsteller wurde am 24. April 1896 in Magdeburg geboren. 1827 kam Immermann als Landgerichtsrat nach Düsseldorf. Immermann, der parallel zu seiner juristischen Karriere auch als Romancier, Dramatiker und Lyriker hervorgetreten war, entfaltete hier enorme Wirkung auf einem Gebiet, das eigentlich noch gar nicht erfunden war: Kulturmanagement.

1829 gehörte er zu den Begründern des "Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen", 1832 rief er den "Theaterverein" ins Leben, 1834 wurde er Intendant des Düsseldorfer Stadttheaters. Dabei verfolgte er ein großes Ziel: eine "Musterbühne" für ein neues Nationaltheater zu schaffen. Dieses Reformvorhaben machte Düsseldorf zeitweilig zu einem Brennpunkt für Theaterinteressierte aus ganz Deutschland, doch schon 1836 war es gescheitert: an Geldmangel und Widerständen in der Stadtgesellschaft, die Immermann nicht überwinden konnte.

Das schriftstellerische Werk Immermanns stand im Zeichen der Spannungen seiner Zeit; vor allem in seinen beiden wichtigsten Romanen – "Die Epigonen" (1836) und "Münchhausen" (1839) – erwies er sich als scharfsichtiger Beobachter der untergehenden Feudalgesellschaft und des aufkommenden Industriezeitalters. Wie seine Gegenwart stand auch er selbst zwischen Alt und Neu: Modern war sein kritischer, satirischer Blick, konservativ seine Ästhetik, die klassischen Vorbildern verhaftet blieb. Weder dem Alten noch dem Neuen fühlte er sich ganz zugehörig; diese Position als "Unzeitgemäßer" macht den Reiz seines Werkes aus, mag aber auch der Grund dafür gewesen sein, dass "Deutschland, die alte Rabenmutter", ihn kaum "recht gekannt" hat, wie sein Freund Heinrich Heine beklagte.

In der Landeshauptstadt Düsseldorf ist der Name Immermanns auch heute noch sehr präsent: Das Immermann-Denkmal an der Goltsteinstraße, die Büste im Schauspielhaus, das Grabmal auf dem Golzheimer Friedhof, die nach ihm benannte Straße und nicht zuletzt die Lebenszeugnisse und historischen Dokumente von und über ihn, die das Heinrich-Heine-Institut und das Theatermuseum bewahren, halten die Erinnerung an eine der wichtigsten Persönlichkeiten der Düsseldorfer Kulturgeschichte lebendig.

PDF TXT