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Kultur Veranstaltungen
Filmmuseum Düsseldorf
Zum 80. Geburtstag von Roland Klick – Werkschau und Foyer-Ausstellung
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Roland Klick ist eine lebende Legende. Vor allem in den 1970er- und 1980er-Jahren nahm er im Kino der BRD eine Sonderrolle ein, entwarf in nur sieben Filmen seine ganz eigene Vision vom Kino und widerspricht jeder üblichen Assoziation mit der deutschen Filmgeschichte. Das Filmmuseum zeigt vom 1. bis 29. September in einer umfassenden Werkschau sämtliche Langfilme und in einem Sonderprogramm seine frühen Kurzfilme.
Als seine Filmschule bezeichnet er immer wieder Michelangelo Antonionis "La Notte" (1961): hochkonzentrierte Bilder, Genauigkeit und inhaltliche Offenheit, indem Erklärungsansätze verweigert werden. Ebenso sind Klicks Figuren nie eindeutig, sondern immer gebrochen und widersprüchlich: verlorene Einzelkämpfer, die sich gegen ihre Umwelt behaupten müssen. Es handelt sich um Genrekino von brachialer Energie, das über seine eigene Form hinausweist und Klick hochkarätige Fans wie zum Beispiel Alejandro Jodorowsky, Quentin Tarantino oder Steven Spielberg (der ihn direkt nach Hollywood holen wollte) und fünf Bundesfilmpreise bescherte.
Roland Klick wird am Samstag, 14. September, 19 Uhr, zu einem Publikumsgespräch in der Black Box des Filmmuseums, Schulstraße 4, zu Gast sein. Am Sonntag, 15. September, führt er um 15 Uhr durch ein Programm seiner frühen Kurzfilme.
Parallel wird im Foyer des Filmmuseums eine Ausstellung mit unveröffentlichten Set-Fotos von den Dreharbeiten zu "Deadlock" zu sehen sein - mit Unterstützung durch die Filmgalerie 451, Frieder Schlaich.
Das Filmprogramm im Überblick:
Sonntag, 1. September, 17.30 Uhr
"Roland Klick: The heart is a hungry hunter"
D 2013; 80 Min.; DF/OmU; digitalDCP; FSK 12; Regie/Drehbuch: Sandra Prechtel; Kamera: Susanne Schüle; mit Roland Klick, Eva Mattes, Otto Sander, Hark Bohn, David Hess und Jost Vacano.
In Sandra Prechtels Film zeigt sich Klick in seiner ganzen umwerfenden Geradlinigkeit. Otto Sander erinnert sich an seinen ersten Leinwandauftritt in "Ludwig" (1964). Eva Mattes lässt eine ihrer schönsten Rollen Revue passieren und erzählt über den Dreh von "Supermarkt" (1974). Hark Bohm gedenkt seinem Bruder Marquard, der durch "Deadlock" (1970) zum Star wurde. Und Horrorfilm-Ikone David Hess, der in "White star" (1983) an Hoppers Seite wütete, deutet Klicks Drama aus US amerikanischer Sicht.
Mittwoch, 4. September, 20 Uhr/Sonntag, 29. September, 17.30 Uhr
"Deadlock"
BRD 1970; 85 Min.; DF; 35mm; FSK 16; Regie/Drehbuch: Roland Klick; Kamera: Robert van Ackeren; Darsteller: Mario Adorf, Marquard Bohm, Athony Dawson, Mascha Rabben u.a.
Marquard Bohm, der "deutsche Belmondo", trifft als Ganove "Kid", angeschossen und halb verdurstet, in der mexikanischen Wüste auf seinen Compagnon "Sunshine" (Anthony Dawson). In der verlassenen Minenstadt Deadlock will er die Beute eines gemeinsamen Bankraubs mit ihm teilen. Die Geisterstadt wird von Mario Adorf alias Charles Dump und seiner Tochter Jessi (Mascha Rabben) bewohnt, der kläglich versucht, den beiden Gangstern die Beute abzujagen.
Samstag, 7. September, 19 Uhr/Freitag, 20. September, 21 Uhr
"Bübchen"
BRD 1968; 86 Min.; DF; digitalDCP; FSK 16; Regie/Drehbuch: Roland Klick; Kamera: Robert van Ackeren; Darsteller: Sascha Urchs, Sieghardt Rupp, Edith Volkmann u.a.
Ein Kind bringt ein Kind um. Roland Klicks Erstling atmet den Zeitgeist der bundesdeutschen 1960er-Jahre und lässt die luftabschnürende Atmosphäre in eine schreckliche Tat münden: Der kleine Achim wird mit seiner etwa gleichaltrigen Schwester Katrin alleingelassen. Der eher verschlossene Junge stülpt dem Mädchen eine Plastiktüte über den Kopf und schaut zu, wie seine Schwester erstickt. Die Leiche entsorgt er mit einem Bollerwagen auf einer Müllhalde.
Sonntag, 8. September, 15 Uhr
"Lieb Vaterland magst ruhig sein"
BRD 1976; 92 Min.; DF; 35mm; FSK 16; Regie: Roland Klick; Drehbuch: Roland Klick nach einer Vorlage von Johannes Mario Simmel; Kamera: Jost Vacano; Darsteller: Heinz Domez, Catherine Allégret, Georg Marischka u.a.
Berlin 1964: Drei Jahre nach dem Mauerbau kreist ein Armee-Hubschrauber über der Stadt. Eine Bestandsaufnahme. In Form eines rasanten Agententhrillers spürt Roland Klick in seinem kommerziell erfolgreichsten Film – nach dem gleichnamigen Roman von Johannes Mario Simmel – den politischen Auseinandersetzungen zwischen Ost und West nach. Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein Agentengeschäft: Bruno, ein ehemaliger Verbrecher aus Ost-Berlin, wird als Agent in den Westen geschleust. Er soll Franzelau, einen zentralen Drahtzieher im Fluchtgewerbe, nach Ost-Berlin entführen. Bruno entscheidet sich anders: Er will in West-Berlin bleiben und mit neuer Identität die BRD mit geheimen Informationen über die DDR versorgen. Als Doppelspion gerät er zwischen die Fronten.
Freitag, 13. September, 21.30 Uhr/Samstag, 21. September, 21 Uhr
"White star"
BRD 1983; 92 Min.; DF (13.9.), engl. OF (21.9.); 35mm; FSK 16; Regie: Roland Klick; Drehbuch: Roland Klick, Thilo von Arnim, Karen Jaehne-Lathan; Kamera: Jürgen Jürges; Darsteller: Dennis Hopper, Terrance Robay, Ramona Sweeny u.a.
Dennis Hopper als abgehalfterter Musikmanager in einer rasanten Tour-de-Force durch West-Berlin, kurz bevor er nach den Dreharbeiten in Mexiko mit Drogen erwischt wurde und lange Zeit von der Bildfläche verschwand. Aufgrund seines exzessiven Kokainkonsums waren die Dreharbeiten stark eingeschränkt, nach zwei Jahren endlich abgeschlossen, der Film aber nur teilweise fertiggestellt. Die hoch explosiven Szenen mit dem ständig aufgekratzten Hopper wurden nachträglich durch ruhige Szenen ergänzt, die Roland Klick mit Kameramann Jürgen Jürges vor allem bei Nacht in West-Berlin nachdrehte.
Samstag, 14. September, 19 Uhr/Sonntag, 22. September, 17.30 Uhr
"Supermarkt"
BRD 1974; 84 Min.; DF; digitalDCP; FSK 16; Regie: Roland Klick; Drehbuch: Georg Althammer, Roland Klick, Jane Seitz; Kamera: Jost Vacano; Darsteller: Charly Wierczejeweski, Eva Mattes, Michael Degen u.a.
Willi ist 18 Jahre alt und lebt auf der Straße. Immer auf der Flucht, steht sein Leben auf der Kippe. Bleibt er der kriminelle Streuner, der aus purer Not der Toilettenfrau die letzten Groschen vom Teller klaut oder wird er zum Berufsverbrecher? Oder gibt es doch noch eine Chance auf ein "ordentliches" Leben für ihn? Der Überfall auf einen Supermarkt soll ihm das große Geld bringen.
Nach der Vorstellung am 14. September wird Roland Klick zu einem Publikumsgespräch in der Black Box zu Gast sein. Die Moderation übernimmt der Autor und Filmkritiker Daniel Kothenschulte.
Sonntag, 15. September, 15 Uhr
Kurzfilme (1963-1966)
"Weihnacht"
BRD 1963; 10 Min.; DF; 16mm; FSK 0; Regie/Drehbuch: Roland Klick; Kamera: Jochen Cerhak, Roland Klick.
"Ludwig"
BRD 1964; 16 Min.; DF; digital; FSK 0; Regie/Drehbuch: Roland Klick.
"Zwei"
BRD 1965; 24 Min.; DF; digital; FSK 0; Regie/Drehbuch: Roland Klick.
"Jimmy Orpheus"
BRD 1966; 52 Min.; DF; 35mm; FSK 0; Regie/Drehbuch: Roland Klick; Kamer: Robert von Ackeren; Darsteller: Klaus Schichan, Ortrud Beginnen.
Mittwoch, 25. September, 20 Uhr
"Derby-Fieber" - "Derby fever USA"
BRD/USA 1979; 87 Min.; OF mit dt. Voiceover; 16mm; FSK 16; Regie/Drehbuch: Roland Klick; Kamera: Kurt Lorenz.
Das legendäre Kentucky-Derby ist das populärste Galopprennen in den USA. Neun Tage pro Jahr klettert die Einwohnerzahl von Louisville über die Millionengrenze und das Leben in der größten Stadt Kentuckys steht Kopf. "Derby fever USA" beobachtet die 104. Austragung des Rennens im Mai 1978. Roland Klick ist immer mitten im Geschehen. In einer wilden Collage geht es von der Raddampfer-Wettfahrt über die Krönung der Derby Queen bis in die Kabine der Jockeys. "Derby fever USA" ist zugleich Reportage, impressionistischer Reisebericht und staunende Milieuschilderung. Weniger eine Sportdoku als ein einfühlsames Portrait einer Stadt im Ausnahmezustand.
Sonntag, 29. September, 15 Uhr
"Schluckauf"
D 1992; 92 Min.; DF; 35mm; FSK 16; Regie/Drehbuch: Roland Klick; Kamera: Henning Zick; Darsteller: Irene Findeisen, Cathy Haase, Peter-Hugo Daly u.a.
Landei Gertie, auch Flo genannt, lernt auf einer Modenschau in ihrem Dorf das Supermodel Chantal kennen. Voller Bewunderung folgt Gerti Chantal nach Berlin, wo sie sich in ihrer aufgedonnerten Kreuzberger WG einnistet. Während Flo mitten in einem Selbstfindungsprozess steckt, droht Chantals Fassade zu bröckeln und ihr Leben im Chaos zu versinken. Am Ende sind beide Frauen zu ihrer wahren Größe gewachsen bzw. geschrumpft.