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Soziales Flüchtlinge Veranstaltungen
Zusammenwachsen – zusammen wachsen
Werkstatt InterkulTOUR fand bereits zum zehnten Mal statt
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"Spaß haben und Deutsch lernen" - so fasst ein Teilnehmer des Rap-Workshops die Grundidee der Sprachwerkstatt "InterkulTOUR" treffend zusammen. Auch in diesem Jahr wurde das Projekt von "Akki e. V." (Aktion & Kultur mit Kindern) und dem Kulturzentrum "zakk gGmbH" (Zentrum für Aktion, Kultur & Kommunikation) mit Unterstützung des Kommunalen Integrationszentrums Düsseldorf des Amtes für soziale Sicherung und Integration durchgeführt. In vier verschiedenen Workshops vom 17. bis 28. Juli konnten 60 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren, darunter viele Flüchtlinge, ihre Deutschkenntnisse spielerisch verbessern und vorhandene Potenziale weiterentwickeln. Sie stammen aus 16 verschiedenen Ländern. Die Werkstatt InterkulTOUR fand bereits zum zehnten Mal statt. Das Motto lautete "Zusammenwachsen - zusammen wachsen". Das Besondere an dem Projekt ist, dass die Jugendlichen dabei keinem schulischen Druck ausgesetzt sind, sondern ihre kreativen Talente frei entfalten und ihre eigenen Erlebnisse verarbeiten können.
Die 16-jährige Lilja sagt: "In meiner Gruppe kommen viele aus Syrien, Marokko und Afrika. Ich komme aus Serbien. Darüber sprechen wir aber nicht, weil es nicht wichtig ist. Wir haben uns gut verstanden. Es ist schön, dass es keine Diskriminierung gibt." Die Jugendlichen wurden von verschiedenen Künstlerinnen und Künstlern sowie professionellen Sprachcoaches unterstützt. Im Theaterworkshop beispielweise erarbeiteten die Jugendlichen zusammen mit den beiden Künstlern Tina und Oliver El-Fayoumy in Anlehnung an ein arabisches Märchen die Geschichte eines Königs, der mit der Tradition bricht. Im Mittelpunkt stand dabei die ganz persönliche Vorstellung der Jugendlichen vom Glück. Für einen Teilnehmer bedeutet Glück, mit der Familie zusammen sein zu können - eine Vorstellung, die gerade für unbegleitete Flüchtlinge nicht selbstverständlich ist. Für einen anderen ist es einfach das gemeinsame Fußballspiel mit Freunden. Für Asja (14 Jahre) aus Bosnien-Herzegowina, die erst seit einem Monat mit ihrer Mutter in Deutschland ist, waren die Proben manchmal auch etwas anstrengend. "Besonders, wenn man eine Szene drei- oder viermal wiederholen musste. Aber ich war trotzdem immer motiviert, weiterzumachen, weil es sehr interessant war und Spaß gemacht hat." Einige hatten vor dem Auftritt am Freitag Lampenfieber, so wie Mulue (17 Jahre) aus Eritrea. Dass seine Freunde kamen, um seinen Auftritt zu sehen, ließ die Aufregung schnell verfliegen.
"Wie soll ich zurechtkommen in einem Land voller fremdem Gemurmel?" - Dieser Film ist im Workshop von Christian Dünow und Anna Severing entstanden. Er beschäftigt sich in einer Rückblende besonders mit der Sprachbarriere, die für die meisten der Teilnehmenden bei ihrer Ankunft eine wichtige Rolle gespielt hat und die sie nun überwunden haben. Der Text, der die Erfahrungen und Gefühle aller Workshop-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer widerspiegelt, und die Musik wurden von Masoud geschrieben. Er ist 17 Jahre, kam vor fünf Jahren mit seiner Mutter aufgrund religiöser Verfolgung aus dem Iran nach Deutschland und spricht bereits sehr gut Deutsch.
Die Rap-Gruppe beteiligte sich mit fünf Beiträgen an der Präsentation. Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben ihre Texte gemeinsam mit den Workshopleitern Onur und Ugur Kepenek auf Deutsch erarbeitet. Andere Jugendliche lernen erst seit Kurzem Deutsch und konnten mit Trainern, die ihre Herkunftssprache sprechen, ihre Texte in Farsi oder Arabisch verfassen. Hassan (17 Jahre) ist vor zwei Jahren alleine aus Afghanistan nach Deutschland geflohen. Er hat zuvor noch nie gerappt. Auf der Bühne ist er schnell in seinem Element und erzählt mit ausdruckstarken Gesten die Geschichte seiner schweren Flucht und über seine Träume für die Zukunft. Neben der Fluchtgeschichte verarbeiten die Jugendlichen des Sprachcamps auch die Herausforderungen des Ankommens in Deutschland in ihren Texten.
Im Tanz- und Musikworkshop hat der Künstler Michio Woirgardt mit acht Jugendlichen einen Song komponiert und produziert. Maura Morales studierte mit ihrer Gruppe eine Tanzchoreographie ein, die sie als Mischung aus ethnischen und zeitgenössischen Elementen beschreibt. Sie konnte bereits auf vorhandenes Talent der vier Teilnehmer zurückgreifen.


