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Kultur

70 Jahre Goethe-Museum Düsseldorf

Wie aus einer privaten Leidenschaft ein lebendiger Ort der Literatur wurde


Erstellt:
Redaktion: Velten, Falk

Das Goethe-Museum Düsseldorf feiert am Dienstag, 30. Juni 2026, sein 70-jähriges Bestehen. Was 1956 mit der Öffnung der Sammlung Kippenberg begann, hat sich zu einem bedeutenden Literaturmuseen entwickelt. Heute verbindet das Haus Forschung, Ausstellungen und digitale Formate und erreicht damit ein stetig wachsendes Publikum.

Die Sammlung umfasst rund 50.000 Objekte – darunter Handschriften, Briefe, Bücher, Kunstwerke und Dokumente von internationalem Rang. Sie bildet die Grundlage für wissenschaftliche Arbeit, Ausstellungen und Kooperationen.

"Die Gründung des Goethe-Museums war mehr als die Bewahrung eines Erbes. Sie war ein kulturelles Zukunftsprojekt", sagt Dr. Boris Roman Gibhardt, Direktor des Goethe-Museums und Vorstand der Anton-und-
Katharina-Kippenberg-Stiftung. "Auch siebzig Jahre später verstehen wir die Sammlung nicht als abgeschlossenes Denkmal, sondern als lebendigen Bestand voller offener Fragen und neuer Entdeckungen."

Die Wurzeln der Sammlung reichen bis ins Jahr 1893 zurück, als der Verleger Anton Kippenberg mit dem Aufbau einer Goethe-Sammlung begann, die gemeinsam mit seiner Frau Katharina Kippenberg kontinuierlich erweitert wurde. Ziel war es, die Welt Goethes in ihrer Vielfalt sichtbar zu machen. Nach der Sicherung der Bestände im Zweiten Weltkrieg und einer Zwischenstation in Marburg entschied sich die Familie 1953 für Düsseldorf als neuen Standort. 1956 wurde das Museum eröffnet, seit 1987 ist es im Schloss Jägerhof beheimatet. Es zählt neben Frankfurt und Weimar zu den drei großen Goethe-Museen in Deutschland.

Verschiedene Formate und Ausstellung zu 70 Jahren Goethe-Museum
Das Jubiläumsjahr wird im Schloss Jägerhof mit besonderen Veranstaltungen gefeiert. Den Auftakt bildet am Mittwoch, 8. Juli 2026, um 19 Uhr die europäische Erstaufführung von "Bettina von Arnims musikalische Welten" nach der Weltpremiere in Princeton (USA). Das Konzert präsentiert Lieder aus der Sammlung Kippenberg und entsteht in Kooperation mit der Goethe Society of Northern America, dem Archiv Frau und Musik sowie der Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf.

Am Donnerstag, 23. Juli 2026, werden um 18 Uhr die von Studierenden der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf kuratierten Ausstellungsstationen "Unboxing Goethe/Kippenberg" eröffnet. Direkt im Anschluss folgt um 19 Uhr die erste Katharina-Kippenberg-Lecture des Jahres 2026. Die Literaturwissenschaftlerin Astrid Dröse spricht unter dem Titel "Populärer Klassizismus und weibliches Weimar. Caroline von Wolzogens Dramenfragment ,Der leukadische Fels". Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei.

Ein weiterer Höhepunkt des Jubiläumsjahres ist das Goethe-Sommerfest am Freitag, 28. August 2026, dem 277. Geburtstag Johann Wolfgang von Goethes. Die Veranstaltung steht ganz im Zeichen des 70-jährigen Bestehens des Museums. Geplant sind neue, auch partizipative Angebote, literarisch-künstlerische Formate sowie die Eröffnung einer Ausstellung. Dabei wird das gesamte Museum zum Veranstaltungsort und lädt die Besucherinnen und Besucher dazu ein, Goethe und die Sammlung Kippenberg auf vielfältige Weise neu zu entdecken.

Sonderausstellung zum 150. Geburtstag von Katharina Kippenberg
Das Jubiläumsjahr steht zugleich im Zeichen des 150. Geburtstags von Katharina Kippenberg. Die Sonderausstellung "Aus dem Schatten. Katharina Kippenberg und Frauen der Goethezeit" widmet sich erstmals umfassend ihrer Rolle und eröffnet neue Perspektiven auf Frauen der Goethezeit. Zahlreiche bislang wenig bekannte Objekte wurden dafür neu aufbereitet. Die aktuelle Arbeit zeigt erneut das Forschungspotenzial der Sammlung. Viele Bestände sind noch nicht vollständig erschlossen und bieten weiterhin neue Erkenntnisse. Das Goethe-Museum versteht sich daher als Ort fortlaufender Forschung und Vermittlung.

Parallel dazu verzeichnet das Haus steigende Besucherzahlen sowie wachsende digitale Reichweiten. Neue Vermittlungsformate, Konzerte und Kooperationen – etwa mit der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf – verbinden historische Bestände mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen.

So erzählt das Goethe-Museum auch 70 Jahre nach seiner Eröffnung nicht nur die Geschichte Goethes, sondern auch die einer Sammlung, die in Düsseldorf eine neue Heimat fand und bis heute immer wieder neue Perspektiven eröffnet.

Die Ausstellung "Aus dem Schatten. Katharina Kippenberg und Frauen der Goethezeit“ ist bis zum 6. Dezember 2026 im Goethe-Museum Düsseldorf zu sehen. Begleitend findet ein umfangreiches Programm mit Vorträgen, Konzerten und Gesprächen statt. Informationen unter www.goethe-museum.de sowie auf Instagram und Facebook.

Ein Foto zum Download und zur redaktionellen Verwendung unter https://duesseldorf.canto.de/b/UFIC8

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