30 Jahre Filmmuseum – Exhibition on Screen

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LOLA

Filmreihe 1. – 29.10.

Zum 30-jährigen Jubiläum des Filmmuseums wird die Dauerausstellung auf 2.200 qm in vielen Bereichen neugestaltet. Dies wollen wir mit Filmen feiern, die im Filmmuseum durch Exponate besonders prominent präsentiert werden – seien es Produktionsunterlagen, Plakate, Requisiten oder Kostüme.

So werden zu Rainer Werner Fassbinders Film LOLA (1981) Original-Drehbuchnotizen präsentiert. Im Bereich „Starkult“ werden vor der Aufführung von CAMILLE (1936) Plakate zur „göttlichen Greta Garbo“ vorgestellt. Zur Vorführung von SPUR EINES MÄDCHENS (1967) wird sogar ein komplett neuer Bereich am Eingang des Pantheons freigegeben, der die Filmkultur in Düsseldorf und die Landeshauptstadt als Drehschauplatz vorstellt. Zuletzt soll in der mit neuen Medien ergänzten Kostümabteilung die Uniform des Kellners aus THE COOK, THE THIEF, HIS WIFE & HER LOVER (1989) nach dem Entwurf des französischen Modeschöpfers Jean Paul Gaultier näher betrachtet werden.

Jeweils am ersten Vorstellungstermin wird es im ersten Obergeschoss eine kleine Einführung zum passenden Objekt geben.

 

So 1.10. 17 Uhr I So 8.10. 15 Uhr

LOLA

BRD 1981 · 113 Min · DF · digitalDCP · FSK 16 · R: Rainer Werner Fassbinder · B: Peter Märthesheimer, Pea Fröhlich · K: Xaver Schwarzenberger · D: Barbara Sukowa, Amin Mueller-Stahl, Mario Adorf, Rosel Zech, Matthias Fuchs, Helga Feddersen, Karin Baal u.a.

Coburg im Jahr 1957. Ein Geflüchteter aus Ostdeutschland, Herr van Bohm, übernimmt das Baudezernat der bayrischen Kleinstadt. Nichtsahnend verliebt sich van Bohm in Lola, eine Prostituierte, die tief in kriminelle Machenschaften verwickelt ist. Als van Bohm sie schließlich heiratet, gerät er in einen Sog der Korruption. Als zweite Teil seiner „Wirtschaftswunder-Trilogie" führt uns Regisseur Rainer Werner Fassbinder in LOLA die dunklen Seiten der Adenauer-Ära vor. Stilistisch entsprechend entschied sich Fassbinder für eine Low-Key-Beleuchtung und eine grelle Farbpalette. Fast schon satirisch spitzen sich die Konflikte in der „Dreiecksbeziehung“ zu, die von den drei deutschen Schauspielikonen Barbara Sukowa als Lola, Amin Mueller-Stahl als van Bohm und Mario Adorf als der Antagonist, Herr Schucket, bravourös dargestellt sind.

 

So 8.10. 17 Uhr I So 15.10. 15 Uhr

CAMILLE

DIE KAMELIENDAME

USA 1936 · 108 Min · OF · digitalDCP · FSK 16 · R: George Cukor · B: Zoë Akins, Frances Marion, James Hilton nach einer Vorlage von Alexandre Dumas · K: William H. Daniels · D: Greta Garbo, Robert Taylor, Lionel Barrymore, Elizabeth Allan u.a.

Marguerite Gautier, genannt die „Kameliendame“, ist eine der berühmtesten Kurtisanen in Paris. In der Oper lernt sie den jungen Landedelmann Armand Duval kennen. Beide verlieben sich ineinander, doch ihre Beziehung ist von kurzer Dauer ist, da Armands Familie die Kurtisane als unpassende Ehefrau ablehnt. Schweren Herzens und völlig verarmt, kehrt Marguerite nach Paris zurück. Regisseur George Cukor erzählt mit CAMILLE eine Liebesbeziehung, die an den gesellschaftlichen Konventionen des 19. Jahrhunderts scheitert. Mit Wärme und Aufrichtigkeit interpretiert Garbo eindrucksvoll das empfindsame Bild der „Kameliendame“. „Miss Garbo hat Marguerite Gautier mit der Subtilität interpretiert, die ihr den Titel der ‚First Lady der Leinwand‘ einbrachte.“ (New York Times)

 

So 15.10. 17.30 Uhr I So 22.10. 15 Uhr

SPUR EINES MÄDCHEN

BRD 1967 · 79 Min · DF · digitalDCP · FSK 16 · R: Gustav Ehmck · B: Susanne Jordan, Egon Mann, Gustav Ehmck · K: Egon Mann · D: Thekla Carola Wied, Gunther Lagards, Rainer Basedow, Günter Seuren u.a.

Die Studentin Hanna leidet an hebephrener Schizophrenie, dem sogenannten „Jugendirresein“, bei dem es schwerfällt, mit passenden Emotionen zu reagieren. Die undurchsichtige Handlung soll die Kritik am Zeit- und Lebensgefühl der späten 1960er-Jahre zum Ausdruck bringen.

SPUR EINES MÄDCHENS war der Debütfilm von Gustav Ehmck, für den auch die Ehmck-Film-Produktion gründete wurde. Es war bis dato einer der wenigen Spielfilme, die komplett in Düsseldorf gedreht wurden: im Nordpark, an der Universität und in der Altstadt. Viele Prominente erhielten Cameo-Auftritte, so der Düsseldorfer Fotograf und Künstler Charles Wilp und der Schriftsteller Günter Seuren. Der Film gilt damit als „Hommage“ an Düsseldorf. Ehmck erhielt 1968 zudem den Bundesfilmpreis für die beste Nachwuchsregie.

 

So 22.10. 17 Uhr I So 29.10. 15 Uhr

THE COOK, THE THIEF, HIS WIFE & HER LOVER

DER KOCH, DER DIEB, SEINE FRAU UND IHR LIEBHABER

F·NL·GB 1989 · 119 Min · DF · 35mm · FSK 18 · R/B: Peter Greenaway · K: Sascha Vierny · D: Richard Bohringer, Michael Gambon, Helen Mirren, Alan Howard, Tim Roth, Clarán Hinds, Gary Olsen u.a.

Das Restaurant „Le Hollandais“ ist ein Tempel der kulinarischen Kunst und darüber hinaus Brutstätte für eine düstere Rachetragödie, die innerhalb von zehn Tagen die vier Hauptcharaktere in ihre Schicksalsschranken weist.

Peter Greenaways Filme verbinden viele künstlerische Bereiche, wie die Malerei, das Theater oder die Oper und gelten daher als intermedial. Ebenso sind gewisse Themen, wie die Gewalt, der Tod, die Sexualität und der Kapitalismus, omnipräsent. THE COOK, THE THIEF, HIS WIFE & HER LOVER arbeitet mit bestimmten räumlichen Farbgebungen (wie auch bei den Kostümen von Jean Paul Gaultier), die stimmungsvoll das Ausleben menschlicher Lüste andeuten. Damit wird auf die Dekadenz im 17. Jh. angespielt, für die viele Filmkritiker*innen Parallelen im Thatcherismus sehen und den Film als Allegorie begreifen.