Abschlussmeldung Bombenentschärfung
| Einsatzmeldung
Am frühen Mittwochabend wurde der Feuerwehr ein Kampfmittelfund an einer Baustelle auf der Theodorstraße in Düsseldorf-Rath gemeldet. Im weiteren Verlauf konnte dann nach dem Eintreffen des Kampfmittelbeseitigungsdienstes der Bezirksregierung Düsseldorf um 19.42 Uhr der Fund genauer bestimmt werden. Es handelte sich um eine britische Fünfzentner Fliegerbombe mit Langzeitzünder aus dem Zweiten Weltkrieg.
Daraufhin wurde der Krisenstab der Stadt sowie die Feuerwehreinsatzleitung zur Planung und Durchführung der Evakuierung des Gefahrenbereichs alarmiert. Zeitgleich sperrten Kräfte des Ordnungsamtes und der Polizei einen Gefahrenbereich von 500 Metern um die Bombe ab. Von der sofortigen Sperrung war unter anderem die BAB 52 zwischen dem Vogelsanger Weg und dem Autobahnkreuz Düsseldorf-Nord betroffen. Im weiteren Verlauf der Evakuierung mussten die BAB 44, die Bahnlinie zwischen Düsseldorf-Flughafen und Düsseldorf-Hauptbahnhof sowie der Flugverkehr des Düsseldorfer Flughafens für die Dauer der Entschärfung gesperrt beziehungsweise eingestellt werden. Das Gefahrentelefon der Stadt Düsseldorf wurde unverzüglich besetzt. Bis zu zwölf Mitarbeiter zeitgleich bearbeiteten 1.300 Anrufe. Hier informierten sich die Menschen über die bevorstehende Entschärfung und den Ablauf der Evakuierungsmaßnahmen.
Ein in unmittelbarer Nähe liegendes Hotel musste sofort geräumt werden. Busse der Rheinbahn transportierten die rund 250 Gäste und Angestellten des Hotels zur weiteren Betreuung in eine andere Düsseldorfer Herberge. Für den Gefahrenbereich musste dann im weiteren Verlauf der Nacht die Evakuierung von 8.000 Personen geplant werden. Hier konnte die Feuerwehreinsatzleitung auf die Erfahrungen der letzten Jahre zurückgreifen. Unter anderem bei der Entschärfung britischen Fünfzentnerbombe im November 2015 bei der unter anderem ein Krankenhaus und ein Altenheim evakuiert wurden. Da für eine Evakuierungsmaßnahme dieser Größenordnung viele Einsatzkräfte benötigt wurden, forderte die Feuerwehreinsatzleitung schon in der Nacht weitere Einsatzkräfte aus Nordrhein-Westfalen an.
Am frühen Morgen wurde durch Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Kalkum sowie einem Führungsdienst der Feuerwehr Düsseldorf ein Sammelraum an der Arena im Düsseldorfer Norden in Betrieb genommen. Hier trafen sich die über 200 Einsatzkräfte von Hilfsorganisationen, Technisches Hilfswerk und Feuerwehren aus der Umgebung.
Im Fernbahnhof am Flughafen Düsseldorf richteten zwei Betreuungsplatz-Bereitschaften mit insgesamt 144 Einsatzkräften eine Betreuungsstelle für bis zu 1.000 Personen ein. Hier unterstützen Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Unterbach sowie ein Führungsdienst der Feuerwehr.
Die Rheinbahn stellte acht Busse im Pendelverkehr für den Transport der gehfähigen Menschen zur Betreuungsstelle zur Verfügung. Rund 150 Personen, die nicht selbstständig zu den Haltestellen der Rheinbahn gelangen konnten, wurden durch Krankenwagen und Rettungswagen dorthin transportiert. Die Polizei und das Ordnungsamt stellten rund 150 weitere Einsatzkräfte zur Verfügung, um die Sperrstellen zu besetzen und den Gefahrenbereich nach Abschluss der Evakuierung nochmals zu kontrollieren.
Mit Abschluss der umfangreichen Vorbereitungen begann um 7.00 Uhr die kontrollierte Evakuierung des Gefahrenbereichs. Die Bevölkerung wurde durch Warnfahrzeuge, Radiodurchsagen sowie Informationen über Internetseiten sowie die sozialen Medien über die Evakuierung informiert. In der Betreuungsstelle am Fernbahnhof wurden 885 Leute für die Dauer der Evakuierungsmaßnahmen und Entschärfung versorgt.
Aufgrund vereinzelter Personen, die im sich nach 13.00 Uhr noch im Gefahrenbereich aufhielten, konnte die Entschärfung mit rund einer Stunde Verspätung um 14.05 Uhr beginnen.
Um 14.37 Uhr meldete Jost Leisten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst die erfolgreiche Entschärfung der Fünfzentner Bombe.
Die Sperrstellen wurden aufgelöst und alle Menschen konnten wieder zurück in ihre Wohnungen. Um kurz vor 19.00 Uhr war auch für die letzten der insgesamt 570 Einsatzkräfte der Arbeitstag beendet. Nach über 24 Stunden zogen alle Helfer eine positive Bilanz aus der größten Evakuierung im Zuge der Entschärfung einer Fliegerbombe mit Langzeitzünder in Düsseldorf.