Gründung der Tonhalle Düsseldorf gGmbH
| Kultur
Damit sollen die Weichen dafür gestellt werden, dem Konzertbetrieb der Tonhalle eine größere Flexibilität ähnlich wie bei Oper und Schauspielhaus einzuräumen. Durch die privatrechtliche Organisationsform wird eine größere budgetäre Transparenz und eine höhere Flexibilität in der Planung des Hauses, das bisher als städtisches Amt Tonhalle geführt wurde, erreicht. Auch die regional relevanten Mitbewerber in Essen, Dortmund und Köln führen ihre Konzerthausbetriebe in der Rechtsform einer gGmbH. Um der Tonhalle eine langfristige Zukunftsperspektive zu eröffnen, ist es Ziel, die Tonhalle in ein modernes Dienstleistungsunternehmen umzuwandeln, das seine Ressourcen optimal nutzen kann und über die erforderlichen Handlungsspielräume verfügt.
Die Düsseldorfer Symphoniker bleiben weiterhin städtisches Orchester und werden nicht in die Tonhalle Düsseldorf gGmbH übergehen. Sie werden weiterhin sowohl in der Tonhalle als auch in der Deutschen Oper am Rhein auftreten.
Die Gesellschaft der Freunde und Förderer der Tonhalle Düsseldorf e.V. wird sich neben der Landeshauptstadt Düsseldorf an der Tonhalle Düsseldorf gGmbH als Gesellschafter beteiligen. Die Landeshauptstadt Düsseldorf übernimmt 90 Prozent, die Gesellschaft der Freunde und Förderer der Tonhalle Düsseldorf e.V. 10 Prozent des Stammkapitals. Für die Gesellschaft der Freunde und Förderer der Tonhalle e.V. ist dies ein wichtiger Schritt, um in Zukunft in noch stärkerem Umfang als bisher Sponsoringmittel akquirieren zu können. Diese Sponsoringmittel sowie Mehreinnahmen können direkt für
künstlerische Projekte eingesetzt werden.
Die Tonhalle Düsseldorf gGmbH wird voraussichtlich ihren Betrieb zum 1. August 2018 aufnehmen und Eigenveranstaltungen und Vermietungen organisatorisch und inhaltlich betreuen. Der Personalrat hat der Privatisierung noch nicht zugestimmt. Die Gespräche hierzu werden fortgesetzt. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern steht frei, in die gGmbH zu wechseln oder als städtische Mitarbeiter dort ihre bisherigen Tätigkeiten weiterhin auszuüben. Auch in der zukünftigen Tonhalle-gGmbH findet der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst Anwendung.
Die 1976 aus dem ehemaligen Planetarium zum Konzerthaus der Landeshauptstadt Düsseldorf ausgebaute Tonhalle hat bereits in den letzten Jahren die Zahl der Veranstaltungen deutlich ausweiten und einen ebenso deutlichen Besucheranstieg verzeichnen können. Insgesamt stieg die Besucherzahl im Zeitraum von zehn Jahren von 2006 bis 2016 bei Eigen- und Gastveranstaltungen von 205.000 auf 260.000 Besucher und damit um mehr als 26 Prozent. Betrachtete man nur die Besucherzahl der Eigenveranstaltungen in dem Zeitraum, entwickelte diese sich von 82.000 auf 113.000 Besucher (mehr als 37 Prozent). Die Besucherzahl bei Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche konnte in diesem Zeitraum sogar verdoppelt werden.
Der jährliche Zuschuss der Stadt an die Tonhalle Düsseldorf gGmbH wird bei circa 3,6 Millionen Euro pro Jahr liegen. Angesichts der großen Zahl von nicht kommerziellen Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche und im Vergleich mit anderen deutschen Konzerthäusern wird die Tonhalle gGmbH damit ein schlankes Haus mit einem moderaten Zuschussbedarf.