Zum Fachaustausch über Flüchtlingsfragen in die USA

| Amt 54 News

25 Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltungen, Wohlfahrtsverbänden und Flüchtlingsinitiativen aus fünf deutschen Städten und Landkreisen reisen zu einem zehntägigen Austauschprogramm in die USA.

Auch Birthe Früh und Linda Weingärtner aus dem Büro der Düsseldorfer Flüchtlingsbeauftragten sowie Karin Jungjohann von "Hispi, das Lernhaus", Kathrin Rüttgers von den Johannitern und Paul Uwe Gollenbusch, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Initiative "Flüchtlinge willkommen in Düsseldorf", wollen sich über lokale Integrationsmodelle für Flüchtlinge in verschiedenen amerikanischen Städten informieren. Vom 30. April bis 9. Mai stehen Gespräche in Washington D.C., Detroit, Nashville, Salt Lake City und Los Angeles auf dem Programm. In jeder Stadt haben die deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, ihre amerikanischen  "Gegenstücke" zu treffen und mehr über die unterschiedlichen lokalen Vorgehensweisen zu erfahren und können hautnah erleben, wie in den Vereinigten Staaten die Integration neuer Mitbürgerinnen und Mitbürger angegangen  wird. Es geht um die Bereiche Wohnen, Schule, Arbeit, Unterbringung von gefährdeten Bevölkerungsgruppen und Kooperationen zwischen privaten und offiziellen Stellen.

"Wir versprechen uns von dem Austausch, Ideen und Vergleichswerte zu den Vorgehensweisen und Projekten  der beteiligten Kommunen zu bekommen. Außerdem könnte dies ein Grundstein zu einem erweiterten Netzwerk  mit den Partnerstädten in den USA werden", erklärt Karin Jungjohann. Linda Weingärtner ergänzt: "Als wir uns im letzten Jahr für das Programm beworben haben, war noch nicht abzusehen, dass sich die Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik durch die Präsidentenwahl in den USA so gravierend und schnell ändern wird. Ich bin gespannt, wie die Kommunen mit der neuen amerikanischen Einwanderungspolitik umgehen." Im November steht dann ein Gegenbesuch von 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus verschiedenen amerikanischen Kommunen in Deutschland an, die sich dann ein Bild von der Arbeit mit Flüchtlingen in Deutschland machen werden. Dieser Austausch soll 2018 fortgeführt werden, um weitere Kommunen in beiden Ländern zusammenzubringen.

Der Besuch ist Teil des Welcoming Communities Transatlantic Exchange (WCTE), eines wechselseitigen  Austauschprogramms für Fachleute, die sich in Deutschland und den USA mit der Integration von Flüchtlingen und Immigranten beschäftigen. WCTE bringt jährlich über 40 Menschen aus neun Kommunen zusammen, um sich über best practices und innovative Ansätze in der kommunalen Arbeit mit Flüchtlingen auszutauschen und sich miteinander zu vernetzen.

Der Welcoming Communities Transatlantic Exchange wird durch Cultural Vistas, in Zusammenarbeit mit  Welcoming America und der Heinrich Böll Stiftung North America durchgeführt und begleitet. Das Programm wird durch das Transatlantik Programm der Bundesrepublik Deutschland und mit Mitteln des "European Recovery Program" (ERP) des Bundeswirtschaftsministeriums und auch durch das U.S. Department of State, die Robert Bosch Stiftung, die Heinrich Böll Stiftung und die BMW Group finanziert. Cultural Vistas wurde 1963 als Non-Profit-Organisation gegründet, die sich um den Austausch zwischen Individuen und Institutionen über ein globales Verständnis und Kooperationen bemüht. Über ein Netzwerk von über 150 behördlichen und Non-Profit-Partnern, fördert Welcoming America lokale Politik und Vorgehensweisen, die die Teilhabe von Migranten am gesellschaftlichen Leben stärkt und so für eine lebendige und sozial aktive Kommune sorgt.