Ein erstes Theater wurde 1746 anlässlich des ersten Besuches des Kurfürsten Karl Theodor in der Stadt errichtet. Das schlichte Fachwerkgebäude war 1818 baufällig. 1832 wurde es instandgesetzt und mit einem klassizistischen Portikus versehen, jedoch bereits 1877 als Theater geschlossen. Schon 1864 traten 300 angesehene Bürger an Oberbürgermeister Hammers mit einer Eingabe heran, in der sie die Dringlichkeit des Theaterneubaus darlegten. Der Neubau sollte auf dem Gelände des Botanischen Gartens, einem Teil des von Weyhe angelegten Neuhof Gartens entstehen. Das Grundstück hierfür wurde 1865 von der Königlichen Regierung erbeten.
Zu den ersten repräsentativen großstädtischen Bauten, die schon in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts in Düsseldorf errichtet wurden, gehören Bauten für Kunst und Wissenschaft. Der Neubau des Stadttheaters 1873 markiert den Beginn; 1874 entstand am Grabbeplatz die Kunsthalle, 1875 die Kunstakademie. Bald darauf folgten Kunstgewerbeschule und Kunstgewerbemuseum.
Das Gebäude wurde in den Jahren 1873 bis 1875 nach Plänen des Düsseldorfer Kunstprofessors Ernst Giese errichtet. In unmittelbarer Nähe der Kunsthalle, des Kunstgewerbemuseums und im Zusammenhang mit der Bebauung der klassizistischen Alleestraße (heute Heinrich Heine Allee) entstand 1873 bis 1875 der Neubau des Stadttheaters nach dem Vorbild der Semperschen Hofoper in Dresden. Schon 1891 war der Anbau eines Kulissen und Garderobenhauses notwendig. Die Bühne wurde an der Hofgartenseite verlängert. Ein erneuter Umbau erfolgte 1906 nach Plänen des Architekten Hermann vom Endt; dabei wurde der Zuschauerraum modernisiert und verschönert. Im Jahre 1943 wurde das Theater schwer beschädigt.
Nach den Zerstörungen im 2. Weltkrieg und einer provisorischen Instandsetzung diente das Opernhaus im Jahre 1946 dem Landtag des neu gegründeten Landes Nordrhein Westfalen vorübergehend als Sitzungsort. Nach dem Wiederaufbau 1956 wurde das Opernhaus mit Fideleo von Ludwig van Beethoven wiedereröffnet. Der Wiederaufbau nach Kriegszerstörungen erfolgte in den Jahren 1954 bis 1956 nach Plänen der Architekten Paul Bonatz, Julius Schulte Frohlinde und Ernst Huhn.
Das zweiteilige Theatergebäude besteht aus dem ursprünglichen Bühnenhaus, das 1954 bis 1956 nur äußerlich überformt wurde und dem zu dieser Zeit neugebauten Zuschauerraum. Anstelle der ursprünglichen halbzylindrischen Schaufront entstand 1954 bis 1956 eine streng symmetrische, kubische Fassade, die durch schmale hochrechteckige Fenster und Fenstergruppen im angedeuteten Rastersystem geöffnet ist. Der Bau ist insgesamt verputzt, nur der vorgezogene und im Erdgeschoss auf vier Rechteckpfeilern aus Fichtelgebirgsgranit gestellte Mittelteil, der der Heinrich Heine Allee zugewandten Hauptfront ist mit Travertin verkleidet. Über einem umlaufenden Balkon, der den gesamten Neubauteil umgreift, ist die Fassade dieses Mittelteils rasterartig gegliedert. In dieses Rastersystem eingebunden sind im unteren Teil Dreiergruppen von hochrechteckigen Fenstern, über deren Mitte jeweils ein über die restliche Höhe der Front laufender Fensterschlitz steht. Diese werden oben durch das Theater symbolisierende Reliefs abgeschlossen. Über dem flachgedeckten Gebäude erheben sich das kupferverkleidete Halbrund des Zuschauerraums und das Satteldach des Bühnenhauses.
Im Erdgeschoss liegt hinter der Kassenhalle die Garderobenhalle, deren niedrige Decke von Rundstützen getragen wird. Bestimmendes Element dieses Raumes ist die etwa halbkreisförmige Garderobenanlage. Von hier aus führen in den Ecken geschwungene Treppenanlagen in das dem Parkett zugeordnete durch die dreiteiligen Fenstergruppen der Fassade belichtete Foyer mit dem Büfett und weiter in das große über drei Geschosse reichende Foyer der Ränge. Der Raum wurde besonders festlich gestaltet. Er wird wesentlich durch die drei hohen Fenster der Fassade bestimmt; diesen Achsen entsprechen drei große Glaslüster. Der Fensterfront gegenüber liegen die geschwungenen Balkone des 2. und 3. Ranges. Die Wandflächen des Raumes sind mit mythologischen Szenen von Robert Pudlich geschmückt. An den Seitenfronten besitzt jedes Geschoss kleine Pausenräume, die auf der Nordseite den Blick in den Hofgarten erlauben.
Der Neubau des Zuschauerraumes in den Jahren 1954 bis 1956 knüpft einerseits an die traditionalistische Monumentalarchitektur der dreißiger und vierziger Jahre an, verbindet diese aber in den geschwungenen Formen der Treppen und Balkone des Foyers mit den typischen Elementen der Nachkriegszeit. Die Ausmalung von Professor Pudlich, Professor Dallinger und Professor Schwarzkopf sowie die Fassadenreliefs von Ferdinand Heseding gehören zu den typischen Beispielen der Monumentalmalerei und der Bildhauerei der fünfziger Jahre in Düsseldorf.
Opernhaus">
Opernhaus