Aquazoo Löbbecke Museum, Düsseldorf

Holzgefäß, Bamun (Kamerun), © Aquazoo Löbbecke Museum
Holzgefäß, Bamun (Kamerun), © Aquazoo Löbbecke Museum

Aquazoo Löbbecke Museum, Düsseldorf

Ein durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste gefördertes Projekt (Juli bis Dezember 2024).

Das Aquazoo Löbbecke Museum ist die meistbesuchte Freizeiteinrichtung Düsseldorfs. Als Zoo, Aquarium und Naturkundemuseum bietet sie ihren Besucher*innen vielfältige wissenschaftliche und kulturelle Angebote. Der Ursprung der Institution liegt im naturkundlichen Privatmuseum von Theodor Löbbecke (1821–1901), das ab 1904 als städtisches Löbbecke-Museum firmierte.

Zum Bestand des Aquazoo Löbbecke Museums gehört auch ein Konvolut von rund 100 ethnologischen Objekten verschiedenen Ursprungs, darunter Skulpturen, Masken, Schmuck, Waffen, Geräte und Gefäße. Diese Gegenstände sollen im Rahmen des aktuellen Projekts in Hinblick auf ihre Herkunftsregionen und -gesellschaften, ihr Alter sowie mögliche Funktionen und Verwendungskontexte bestimmt werden. Zu Beginn des Erstchecks standen die wissenschaftliche Bearbeitung des Konvoluts und die objektbezogene Auswertung der musealen Dokumentation noch weitgehend aus.

Für eine kleine Anzahl von Objekten liegen bereits Hinweise auf eine Herkunft aus Regionen wie Sri Lanka, die Seychellen, Nigeria und Kamerun vor. Letztgenannte könnten im Zusammenhang stehen mit einer Kamerun-Expedition, die der Leiter des Löbbecke-Museums im Jahr 1936 unternommen hat. Durch diese Expedition gelangten Objekte nach Düsseldorf, die 1937 in einer Kolonialschau im Löbbecke-Museum und im Zoologischen Garten der Stadt zu sehen waren. Ob und inwieweit auch für weitere Teile des Konvoluts ein Bedarf an Tiefenrecherchen zur Provenienz in Hinblick auf koloniale Kontexte besteht, soll im Zuge des Erstchecks geprüft werden.

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste fördert seit 2021 sogenannte Erstchecks für Kultur- und Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten. Die kurzfristigen Projekte sollen dazu dienen, mögliche Verdachtsmomente zu ermitteln und die Quellenlage für eine weitere Erforschung zu sichten. Auf Basis der Erstcheck-Ergebnisse kann bei Bedarf eine systematische Tiefenrecherche angeschlossen werden.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier:
https://www.proveana.de/de/link/pro00000248

Weitere Informationen zum Thema Kultur- und Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten finden Sie hier:
https://kulturgutverluste.de/kontexte/koloniale-kontexte