Gedenken an die queeren Düsseldorfer Opfer des Nationalsozialismus

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OB Dr. Keller gedachte bei der Kranzniederlegung zusammen mit Anna-Lena Pohlmann (M.), LSBTIQ+ FORUM DÜSSELDORF, und Ratsfrau Sabrina Proschmann den queeren Opfern des Nationalsozialismus.

Die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf und das "LSBTIQ+ FORUM DÜSSELDORF" haben am Sonntag, 28. Juni 2026, den queeren Düsseldorfer:innen, die Opfer des NS-Regimes wurden, gedacht. Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller legte zusammen mit Vertreterinnen des Forums und der Lokalpolitik einen Kranz am Denkmal auf der Apollo-Wiese nieder.

Im Anschluss an die Kranzniederlegung lud die Evangelische Kirchengemeinde Düsseldorf-Mitte zur "abend:kirche" ein. An diesem Abend unterhielten sich Pfarrerin Antje Brunotte und Historikerin Astrid Hirsch-von Borries von der Mahn- und Gedenkstätte zum Thema "verstecken". Die Veranstaltung fand in der Neanderkirche statt.

Historischer Hintergrund

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 wurden die Maßnahmen gegen homosexuelle Menschen sowie gegen ihre Treffpunkte, Vereine und Publikationen deutlich verschärft. Bereits Ende Februar 1933 wurden Organisationen der homosexuellen Bürgerrechtsbewegung und ihre Presseorgane verboten; bekannten Szenelokalen wurden die Schankkonzessionen entzogen. In Düsseldorf erfolgte die Schließung bekannter Homosexuellenlokale sogar schon einige Tage vor dieser Anweisung.

Am 28. Juni 1935 wurde die Verschärfung des Paragrafen 175 beschlossen, die im September desselben Jahres in Kraft trat. Fortan wurden nicht mehr nur sogenannte "beischlafähnliche Handlungen", sondern allgemein "homosexuelle Handlungen" kriminalisiert. In der Praxis konnten bereits ein flüchtiger Blickaustausch oder ein kurzes Gespräch als Grundlage für Ermittlungen und Verurteilungen dienen.

Im Sommer 1937 erreichte die Verfolgung in Düsseldorf einen weiteren Höhepunkt. Am 28. Juni begannen mit der Festnahme von Karl Carduck und seinen Freunden umfangreiche Verhaftungsaktionen gegen vermeintlich homosexuelle Männer in Düsseldorf.

An der Verfolgung waren Kriminalpolizei, Geheime Staatspolizei (Gestapo) und Strafjustiz beteiligt. Allein die Gestapo verhaftete in Düsseldorf etwa 400 Männer wegen angeblich "homosexueller Handlungen". Damit verzeichnete Düsseldorf die höchste Zahl entsprechender Festnahmen in Westdeutschland.