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Kultur Verwaltung

Abschlussbericht des Kulturentwicklungsplans

Noch vor den Sommerferien soll der Bericht im Kulturausschuss und Rat verabschiedet werden


Erstellt:
Redaktion: Meissner, Valentina

Die Kulturentwicklungsplanung (KEP) der Landeshauptstadt Düsseldorf ist auf der Zielgeraden. Noch vor den Sommerferien soll der Abschlussbericht im Kulturausschuss und Rat verabschiedet werden. Nachdem ein erster interner Entwurf des Berichtes am 22. März bereits dem prozessbegleitenden KEP-Beirat vorgestellt und mit ihm diskutiert wurde, präsentierte der externe Projektleiter, Dr. Patrick S. Föhl von der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V., den Bericht am Mittwoch, 5. April, auch den Mitgliedern des Kulturausschusses in einer nicht-öffentlichen Informationsveranstaltung im Kulturamt.

"Insgesamt war man sich im KEP-Beirat einig, dass der Abschlussbericht die vielfältigen Analysen, Gesprächs- und Workshopergebnisse, an dessen Erarbeitung weit über 200 Akteure aus allen Kultursparten und -sektoren sowie anderen gesellschaftlichen Feldern beteiligt waren, zusammenführt und konkrete Ansätze für eine zukunftsorientierte Entwicklung der Düsseldorfer Kulturlandschaft liefert. Damit ist ein erster großer, wichtiger Schritt geschafft und dass bereits an der Gründung eines Rates für die Künste gearbeitet wird, zeigt, wie groß der Bedarf nach mehr Austausch und gemeinsamen Zielen ist. Die Kulturentwicklungsplanung hat hier den Grundstein gelegt und eine kommunikative Basis geschaffen", so Dr. Patrick S. Föhl.

"Der auf breite Partizipation angelegte Kulturentwicklungsplan zeigt Verfahrenswege zur Weiterentwicklung der Kultur in Düsseldorf auf. Er ist keine Evaluation einzelner Einrichtungen, sondern fokussiert bewusst Querschnittsthemen wie die der Teilhabe oder der Kommunikation", sagt Kulturdezernent Hans-Georg Lohe. Damit sollen Kooperationen im Kulturbereich befördert und ein gemeinsames Nachdenken über notwendige Wandlungsprozesse im Hinblick auf bestehende Strukturen sowie Konzepte dauerhaft ermöglicht werden. Das beauftragte Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft ist diesem Auftrag unter Anwendung der im Kulturausschuss vorgestellten und im Beirat diskutierten Methoden nachgekommen.

Die Kulturentwicklungsplanung zeigt folgende übergeordnete, die Düsseldorfer Kultur in ihrer Gänze betreffenden Themen auf, die als Handlungsfelder zusammengefasst die Grundlage für einen konstruktiven Gestaltungs- und Veränderungsprozess der Düsseldorfer Kultur ermöglichen sollen:

•    Kulturpolitik, Kulturverwaltung und Kulturförderung (Handlungsfeld 1)
•    Kulturelle Infrastruktur und Konzepte (Handlungsfeld 2)
•    Kulturelle Teilhabe und Kulturkommunikation (Handlungsfeld 3)

Handlungsfeld 1:
Das erste Handlungsfeld, Kulturpolitik, Kulturverwaltung und Kulturförderung, umfasst die grundlegenden Erfordernisse für eine nachhaltige, kooperative Kulturentwicklung in Düsseldorf. Die Analysen und Untersuchungen der KEP haben gezeigt, dass in der Landeshauptstadt eine grundlegende Notwendigkeit nach dauerhaften Kommunikationsanlässen und Dialogverfahren existiert. Dies bezieht sich insbesondere auch auf Austauschmöglichkeiten zwischen Kulturakteuren und (kultur)politischen Entscheidungsträgern. Als Maßnahme wird hier unter anderem der "Rat für die Künste" genannt, dessen Gründung derzeit bereits vorangetrieben wird. Das Gremium soll unter anderem der fachlichen Beratung der Kulturpolitik sowie der Artikulation gemeinsamer Interessen der Düsseldorfer Kunst- und Kulturakteure dienen. Weitere zentrale Themen des Handlungsfeldes sind die kulturpolitische Schwerpunktsetzung, die Präzisierung und Anpassung der Aufgaben des Kulturamtes sowie die Entwicklung einer zeitgemäßen Kulturförderung. 

Handlungsfeld 2:    
Das zweite Handlungsfeld, Kulturelle Infrastruktur und Konzepte, thematisiert konzeptionelle und modelhafte Ansätze zur Stärkung der kulturellen Infrastruktur in der Stadt. Handlungsbedarfe bestehen insbesondere bei der Instandsetzung von Kulturbauten, aber auch beim Transfer von fachspezifischen Wissen und Erfahrungen. Ersteres soll Mithilfe eines "Masterplan Kulturbauten" zur Bestandsaufnahme notwendiger Sanierungs- und  Baumaßnahmen insbesondere städtischer Kultureinrichtungen angegangen werden. Um den wachsenden Anforderungen an Spezialwissen gerecht zu werden, soll zukünftig in Düsseldorf mehr auf Kooperation und Austausch gesetzt werden. Hierfür wird die Einrichtung und Förderung von Kompetenzzentren, an denen jeweils mehrere Kulturakteure beteiligt sind, etwa in den Bereichen der Digitalisierung oder der Kulturellen Teilhabe, empfohlen. Weitere Themen des Handlungsfeldes sind zum Beispiel die Schaffung von Experimentierflächen, die Ermöglichung von Zwischennutzung sowie das "Kulturquartier am Bahnhof", als Modellprojekt einer zukunftsorientierten Stadtentwicklung mittels Kunst und Kultur.

Handlungsfeld 3:
Das dritte Handlungsfeld fokussiert die übergeordneten Schwerpunktthemen der Düsseldorfer Kultur: Kulturelle Teilhabe und Kulturkommunikation. Mit Blick auf die aktuellen gesellschaftlichen und technologischen Wandlungsprozesse wird auch die Weiterentwicklung der Nutzungs- und Wahrnehmungsmöglichkeiten kultureller Angebote in Düsseldorf immer wichtiger. Als konkrete Maßnahmen werden unter anderem die dauerhafte Fortführung des bestehenden Netzwerkes zur interkulturellen Öffnung der Kulturinstitute bzw. die Entwicklung einer digitalen Sichtbarkeitsstrategie für die gebündelte Kommunikation über Kunst und Kultur in Düsseldorf empfohlen.

Insgesamt wurden rund 40 Vorschläge erarbeitet. (Eine ausführliche Übersicht der empfohlenen Maßnahmen ist als Anhang beigefügt).

Der KEP-Abschlussbericht macht Vorschläge und gibt Handlungsempfehlungen für eine zukunftsorientierte Kulturarbeit. Es ist mit der Fertigstellung des Plans ein zentraler Zwischenschritt vollzogen. "Das Wesentliche liegt noch vor uns, nämlich die formulierten Maßnahmen nun Schritt für Schritt gemeinsam zu bewerten, zu priorisieren und umzusetzen. Das kann nur vor dem Hintergrund der Kunststadt Düsseldorf, ihrem kulturellen Selbstverständnis und Profil, der Akteure und dem Publikum geschehen. Düsseldorf ist eine wachsende Stadt – das soll und muss auch für die Kultur gelten. Für die Fortentwicklung und die Teilhabe an der sich dynamisch entwickelnden Wissens- und Informationsgesellschaft ist eine lebendige und vielfältige Kulturszene wichtiger Impulsgeber. Die Kulturentwicklungsplanung zeigt auf, wie diese Impulse durch Kooperationen gestärkt und in die Stadtgesellschaft hinein wirken können", so Kulturdezernent Hans-Georg Lohe.


Auftrag und Prozessverlauf:
Im Dezember 2014 erteilte der Rat der Stadt Düsseldorf der Kulturverwaltung den Auftrag, eine externe Agentur zu beauftragen, mit Unterstützung der Verwaltung und unter breit angelegter Beteiligung, einen Kulturentwicklungsplan zur Weiterentwicklung der Kunst- und Kulturstadt Düsseldorf zu erstellen (vgl. Ratsbeschluss 01/252/2014 vom 4. Dezember 2014).

Der Ratsbeschluss legte die wesentliche Eckpunkte und Ziele für die Planerstellung fest:

•    Beauftragung einer externen Agentur
•    breit angelegte externe Partizipation
•    Bestands- und Potentialbeschreibung der Förderfelder und Sparten, mit Leitmotiven der Kulturentwicklung (Leitbild und Leitlinien)
•    Erarbeitung kulturpolitischer Ziele und Handlungsempfehlungen

Der Startschuss für die Erstellung der Kulturentwicklungsplanung fiel mit der Beauftragung der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. (KuPoGe) in der Sitzung des Kulturausschusses am 30. September 2015. Vorausgegangen war eine Vorstellung der geplanten Methodik und konzeptionellen Umsetzung des Projektauftrags.

Der Prozess selbst startete im Februar 2016 unter der Leitung von Dr. Patrick S. Föhl, freier Mitarbeiter des Instituts für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. sowie Leiter des Netzwerk Kulturberatung, und in enger Zusammenarbeit mit dem Kulturamt.

Bis Februar 2017 wurden unter breiter öffentlicher Beteiligung verschiedene Dialog- und Austauschformate durchgeführt. In nur einem Jahr haben sich mehr als 200 Akteure, unter anderem aus Kunst, Kultur, Verwaltung, Politik, Bildung, Wirtschaft sowie Bürgerinnen und Bürger, in zahlreichen Workshops und Gesprächen sowie in einer Online-Befragung mit ihren Ideen und Wünschen für eine zukunftsorientierte Kulturarbeit in die Kulturentwicklungsplanung eingebracht. Zu allen öffentlichen Veranstaltungen im Rahmen der KEP wurde eingeladen.

Zentrales Beratungs- und Steuerungsgremium ist der KEP-Beirat, dessen Zusammensetzung die Akteurs- und Interessenlage der Düsseldorfer Kulturlandschaft widerspiegelt. Neben Politik und Verwaltung waren  Kulturinstitute (Stiftung Schloss und Park Benrath und Deutsche Oper am Rhein), die freie Szene, die Künstlerschaft, Wirtschaft, Galerien sowie die DMT beteiligt.

Alle Informationen, Berichte, Protokoll und Analysen aus dem KEP-Prozess können unter www.kep-duesseldorf.de nachgelesen werden.



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