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Kultur
Heinrich-Heine-Institut
Bildhauerei, Dichtkunst und Musik – Sonderausstellung "Steinliebe – Lyrikliebe"
Ausgestellt wird vom 9. Juni bis 24. Juli
Erstellt:
Einen Dreiklang aus Bildhauerei, Dichtkunst und Musik präsentiert die neue Sonderausstellung "Steinliebe – Lyrikliebe" vom 9. Juni bis 24. Juli im Heinrich-Heine-Institut, Bilker Straße 12-14. Skulpturen des Künstlers Robert Firgau treffen auf Liebesgedichte aus fünf Jahrhunderten von Paul Fleming über Heinrich Heine bis hin zu Rainer Maria Rilke, rezitiert von Schauspieler Thomas Karl Hagen. Die Cellistin Jeanette Gier ergänzt die Schau durch exklusiv für die Ausstellung komponierte Werke, die Assoziationsräume zu den Texten und Skulpturen schaffen.
Insgesamt werden 18 Skulpturen in zwei Räumen ausgestellt. Neun Lyrik- und zwei Prosatexte veranschaulichen die unterschiedlichen Facetten der Liebe: die vergebliche Liebe, die verschmelzende Liebe und die Liebe über den Tod hinaus. Die Texte ergänzen die Exponate, wobei die Lyrik die Essenz der Gefühlswelt in wenigen Worten darstellt. Die neun Gedichte dienten Studierenden der Hochschule für Musik und Tanz Köln als Inspiration zu eigenen Werken für Cello-Solo, die sie eigens für die Ausstellung komponiert haben.
Begleitend zur Betrachtung der Skulpturen können die Besucherinnen und Besucher die Texte auf gestalteten Karten lesen, die aufwendig mit dem Risographie-Verfahren hergestellt wurden. Sowohl die von Jeanette Gier eingespielten Werke als auch die von Thomas Karl Hagen gelesenen Gedichte können über das Smartphone oder mit einem MP3-Player angehört werden.
Neben der gleichermaßen eleganten wie sinnlichen Ästhetik der Skulpturen markiert auch deren Entstehungsweise eine Besonderheit, wie der Künstler Robert Firgau betont: "Mit Hammer und Meißel öffne ich die Oberfläche des rohen Steines. Ich verzichte im Wesentlichen auf Maschinen. Eine langsame, ausdauernde Suche nach Formgestaltung beginnt. Der Dialog führt tiefer in das Innere des Steines, tiefer in mich hinein. Ich begegne dem Stein ebenbürtig. Ich höre ihm zu. Ich höre mir zu."
Die Ausstellung eröffnet am Donnerstag, 9. Juni, 19 Uhr, mit einem Vortrag sowie einer Rezitation der zwei Liebesgedichte, die das Konzept maßgeblich mitprägten: Heinrich Heines "Auf den Flügeln des Gesanges" und Rainer Maria Rilkes "Liebes-Lied". Die Vernissage gestalten neben dem Künstler Robert Firgau die Cellistin Jeanette Gier, der Schauspieler Thomas Karl Hagen sowie die Kuratorin und Direktorin des Heinrich-Heine-Instituts, Dr. Sabine Brenner-Wilczek.
Gedichte in der Ausstellung:
Paul Fleming: "Wie er wolle geküsset sein"; Johann Georg Greiflinger: "An eine sehr hässliche Jungfrau"; Jakob Michael Reinhold Lenz: "An das Herz"; Friederike Brun: "Ich denke dein"; Joseph von Eichendorff: "Mondnacht"; Friedrich Rückert: "Kehr ein bei mir"; Heinrich Heine: "Auf Flügeln des Gesanges"; Friedrich Hebbel "Ich und du"; Rainer Maria Rilke: "Liebeslied"
Die Studierenden Tom Belkind, Alex Held, Carlos Lopes, Carmen Pomet, Carl Noë Struck, Mats Thiersch, Marc Vogler und Shengtheng Zhang und haben diese Gedichte exklusiv für die neue Sonderausstellung vertont. Prosatexte von Julie Eyth und Sibylle Berg umrahmen die Gedichte und die Musik.
Das weitere Begleitprogramm:
"Direkt ins Herz!"
Konzert mit Jeanette Gier und Lyrik-Lesung mit Thomas Karl Hagen
Samstag, 25. Juni, 19 Uhr, Palais Wittgenstein
Die lyrischen Begleittexte zur Sonderausstellung inspirierten Musikstudierende zu eigenen Kompositionen, die im Rahmen des Konzerts von der Cellistin Jeanette Gier zu Gehör gebracht werden. Thomas Karl Hagen, bekannt als langjähriger Heine-Darsteller, rezitiert anrührende Liebeslyrik.
"Mit allen Sinnen"
Künstlerführung mit Robert Firgau und Nada Künster
Sonntag, 17. Juli, 11 Uhr, Heinrich-Heine-Institut
Lauschen und berühren: Die Künstlerin Nada Künster und der Künstler Robert Firgau laden im Rahmen einer exklusiven Führung zu einem einzigartigen Kunsterlebnis ein, bei dem die Exponate der Sonderausstellung von den Besucherinnen und Besuchern mit allen Sinnen erfasst und erforscht werden dürfen.
Finissage: "Stille und Raum"
Dialogischer Vortrag mit Olaf Mextorf
Sonntag, 24. Juli, 11 Uhr, Heinrich-Heine-Institut
Die Sonderausstellung schließt mit einem Vortrag zum "entschleunigten Blick" des renommierten Kunstvermittlers Olaf Mextorf: Im Kontrast zur Ruhelosigkeit unseres eigenen Alltags erschließt er im Zusammenhang mit den Skulpturen von Robert Firgau eine neue Art des kontemplativen Wahrnehmens.
Hintergrund:
Robert Firgau studierte Bildhauerei an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft. Seit 2001 arbeitet er als freischaffender Künstler in einem eigenen Atelier in Bonn und gibt Kurse zur Bildhauerei. Seine Skulpturen präsentiert er regelmäßig in Einzel- oder Gruppenausstellungen. Er ist Mitglied der Künstlergruppe "Rømme".
Die Cellistin Jeanette Gier konzertiert regelmäßig auf internationalen Festivals mit renommierten Künstlerinnen und Künstlern wie Hariolf Schlichtig, Matthias Buchholz, Tomoko Akasaka und Gabor Meszaros. Sie unterrichtete an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf und war stellvertretende Solo-Cellistin der weithin gefeierten Deutschen Kammerakademie Neuss.
Nach Abschluss seines Studiums an der Schauspielschule in Wiesbaden folgten für den Theater- und Filmschauspieler Thomas Karl Hagen Engagements am Schauspielhaus Frankfurt am Main, am Staatstheater Mainz, am Stadttheater Gießen, am Schauspielhaus Zürich sowie am Theater Erlangen. Neben verschiedenen Fernsehrollen verkörpert er seit 2010 regelmäßig den Schriftsteller Heinrich Heine im Heinrich-Heine-Institut.



