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Kultur

"Entrechtet und beraubt. Der Kunsthändler Max Stern": Ausstellung im Düsseldorfer Stadtmuseum eröffnet

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Erstellt:
Redaktion: Frisch, Michael

Die Ausstellung "Entrechtet und beraubt. Der Kunsthändler Max Stern" im Düsseldorfer Stadtmuseum ist eröffnet: Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller nahm am Mittwoch, 1. September, gemeinsam mit der Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Isabel Pfeiffer-Poensgen, und Ursula Mahler, der stellvertretenden Vorsitzenden der Landschaftsversammlung Rheinland, die offizielle Eröffnung vor. Kurator Dr. Dieter Vorsteher gab dabei eine Einführung in die Ausstellung zum Leben und Wirken des Düsseldorfer Kunsthistorikers und Galeristen Max Stern (1904 - 1987).

Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller: "Uns ist es ein Anliegen in Düsseldorf, über das Leben und das Schicksal von Max Stern zu informieren – wissenschaftlich fundiert, mit vielen bislang unveröffentlichten Materialen aus seinem Nachlass und eingeordnet mit Dokumenten aus Archiven. Die Geschichte der Familie Stern ist ein Beispiel dafür, welches Unrecht jüdischen Düsseldorferinnen und Düsseldorfern während der Barbarei der Nazis angetan wurde. Diese Ausstellung ist Teil der Erinnerungskultur in Düsseldorf, die wir auf unterschiedliche Weise, aber immer mit sehr viel Engagement und Überzeugung pflegen."

Ministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen: "Die Herkunft unrechtmäßig entzogenen Kulturguts aufzuklären, ist grundlegende und andauernde Aufgabe aller Einrichtungen, die das Kulturerbe bewahren. Diese Aufgabe fußt auf dem gesellschaftlichen Einvernehmen, dass die Wiedergutmachung von Unrecht – soweit überhaupt möglich – unverzichtbarer Teil einer kritischen Erinnerungskultur ist. Ich begrüße die Initiative des Stadtmuseums Düsseldorf, sich umfassend mit dem Unrecht auseinanderzusetzen, das dem Düsseldorfer Kunsthändler Max Stern während der NS-Diktatur widerfahren ist. Der schwierige Weg hin zur Ausstellungseröffnung zeigt deutlich: Zentrale Voraussetzung für die Provenienzforschung ist die Verknüpfung von Wissen. Ich bin überzeugt, dass wir dieser großen gesellschaftlichen Aufgabe nur gerecht werden können, wenn wir Forschende miteinander vernetzen, wenn wir Wissen teilen und kommunizieren."

Ursula Mahler, stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland: "Die Ausstellung des Stadtmuseums Düsseldorf stellt nicht allein das Leben und Wirken Max Sterns in den Mittelpunkt ihres Interesses. Die erzwungene Berufsaufgabe des Kunsthändlers 1937, verbunden mit dem Ausverkauf seiner Galerie, wirft Fragen nach dem Verbleib der unter Druck veräußerten Kunstwerke auf. Die Provenienzforschung kann hierzu Antworten liefern, benennt aber auch offene Fragen. Für den Landschaftsverband Rheinland stellt die Provenienzforschung deshalb seit langem ein wichtiges Thema dar, dem er sich in ganz vielfältiger Weise annimmt. Die Provenienzforschung ist längst zum unverzichtbaren Bestandteil musealer Arbeit geworden."

Kurator Dr. Dieter Vorsteher: "Im öffentlichen Bewusstsein sind Biografien jüdischer Bürgerinnen und Bürger als Verfolgungs- und Opfergeschichten von NS-Repressalien präsent. Der Titel der Ausstellung macht dies deutlich. Diese Ausstellung will aber den Blick auch auf die Jahrzehnte vor dem NS-Terror richten und den Besucherinnen und Besuchern die Lebensleistung der Familie Stern nahebringen. Denn ihre Biografien zeigen, dass sie ein lebendiger und mitgestaltender Teil der bürgerlichen Gesellschaft waren. Das Ausmaß der Entrechtung und Beraubung wird so umso deutlicher."

Zu den geladenen Gästen der Ausstellungseröffnung gehörten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltungsspitze, Kultur und Gesellschaft, darunter waren unter anderem Bürgermeisterin Clara Gerlach und der kanadische Vize-Konsul in Düsseldorf, Pierre Chalifour. Interessierte konnten die Eröffnung der Veranstaltung via Live-Stream verfolgen auf www.duesseldorf.de.

Mit der Ausstellung "Entrechtet und beraubt. Der Kunsthändler Max Stern" im Düsseldorfer Stadtmuseum, Berger Allee 2, würdigt die Landeshauptstadt Düsseldorf das Leben des Kunsthistorikers und Galeristen Max Stern, der nach seiner Vertreibung durch die Nationalsozialisten in Deutschland nahezu in Vergessenheit geriet. 1937 wurde er gezwungen, seinen Kunsthandel auf der Königsallee zu schließen und zu emigrieren. Von Großbritannien kam er 1940 als Internierter nach Kanada. Dort gelang ihm der Neuanfang: Max Stern wurde zu einem der bedeutendsten Galeristen des Landes.

Anlässlich der Ausstellungseröffnung lädt das Stadtmuseum alle Besucherinnen und Besucher zu eintrittsfreien Eröffnungstagen am 2. und 3. September ein. Darüber hinaus ist der Eintritt regulär für alle Besucherinnen und Besucher des Stadtmuseums sonntags sowie in der "Happy Hour" dienstags bis samstags von 17 bis 18 Uhr kostenlos.

Zur Ausstellung
Die Ausstellung "Entrechtet und beraubt. Der Kunsthändler Max Stern" stützt sich auf Erinnerungsskizzen von Max Stern und vereint bislang unveröffentlichte Dokumente aus Sterns Nachlass mit Quellen aus hiesigen Archiven. Sie beschäftigt sich zudem mit musealer Provenienzforschung, deren Arbeitsweise, Aufgaben sowie Erkenntnisse anhand ausgewählter Beispiele vorgestellt werden. Die Ausstellung ist vom 2. September bis zum 30. Januar im Stadtmuseum zu sehen.

Weitere Informationen gibt es zudem in der Pressemeldung vom 31. August unter:

https://www.duesseldorf.de/medienportal/pressedienst-einzelansicht/pld/entrechtet-und-beraubt-der-kunsthaendler-max-stern-ausstellung-im-stadtmuseum-wird-eroeffnet.html

 

 

"Deprived of rights and property. The art dealer Max Stern" exhibition in the Stadtmuseum now open

The exhibition "Deprived of rights and property. The art dealer Max Stern" exhibition in the Stadtmuseum has opened: On 1 September, Mayor Dr. Stephan Keller alongside Minister for Culture and Science of the State of North Rhine-Westphalia Isabel Pfeiffer-Poensgen and Ursula Mahler, Deputy Chairwoman of the Rhineland Regional Assembly, officially opened the exhibition. Curator Dr. Dieter Vorsteher gave an introduction to the exhibition on the life and work of Düsseldorf art historian and gallery owner Max Stern (1904 - 1987).

Mayor Dr. Stephan Keller: "It is important to us in Düsseldorf to provide information about the life and fate of Max Stern – in a scientifically sound manner, with a great deal of previously unpublished material from his estate and supplemented with documents from archives. The history of the Stern family is an example of the injustice done to Jewish residents of Düsseldorf during Nazi barbarism. This exhibition is part of the culture of remembrance in Düsseldorf, which we cultivate in different ways, but always with a great deal of commitment and conviction."

Minister Isabel Pfeiffer-Poensgen: "Clearing up the origin of unlawfully seized cultural property is a fundamental and ongoing task of all heritage preservation institutions. This task is based on the social consensus that the reparation of injustice – insofar as it is possible at all – is an indispensable part of a critical culture of remembrance. I welcome the initiative of the Stadtmuseum Düsseldorf to deal comprehensively with the injustice done to Düsseldorf art dealer Max Stern during the Nazi dictatorship. The difficult way that led to the opening of the exhibition clearly shows: linking knowledge is the central prerequisite for provenance research. I am convinced that we can only meet this great societal task if we network researchers, if we share knowledge and communicate."

Ursula Mahler, Deputy Chairwoman of the Rhineland Regional Assembly: "The exhibition of the Stadtmuseum Düsseldorf does not only focus on the life and work of Max Stern. The forced resignation of the art dealer in 1937, combined with the sale of his gallery, raises questions about the whereabouts of the artworks sold under pressure. Provenance research can provide answers to these questions, but it also identifies unanswered questions. For this reason, provenance research has long been an important topic for the Landschaftsverband Rheinland, which the latter addresses in many different ways. Provenance research has long since become an indispensable part of museum work."

Curator Dr. Dieter Vorsteher: "In the public consciousness, biographies of Jewish citizens are present as stories of persecution and victimisation by the Nazi system. The title of the exhibition makes this clear. However, this exhibition also aims to focus on the decades before the Nazi terror and to make visitors aware of the Stern family’s achievements in life. After all, their biographies demonstrate that they were a living and contributing part of bourgeois society. The extent of the disenfranchisement and deprivation thus becomes all the more evident."

Among the invited guests at the exhibition opening were representatives from politics, administration, culture and society, including Mayor Clara Gerlach and Canadian Vice Consul in Düsseldorf, Pierre Chalifour. Interested parties had the opportunity to follow the opening of the event via livestream on www.duesseldorf.de.

With the exhibition "Deprived of rights and property. The art dealer Max Stern" in the Stadtmuseum Düsseldorf, Berger Allee 2, the state capital Düsseldorf pays tribute to the life of the art historian and gallery owner Max Stern, who was virtually forgotten in Germany following his expulsion by the National Socialists. In 1937 he was forced to close his art dealership located on the Königsallee and emigrate. He came to Canada in 1940, via Great Britain, as an internee. He there succeeded in starting over again: Max Stern became one of the most important gallery owners in the country.

On the occasion of the inauguration, the Stadtmuseum also invites all visitors to admission-free opening days on 2 and 3 September. In addition, regular admission is also free for Stadtmuseum visitors on Sundays as well as during the "happy hour" on Tuesdays through to Saturdays from 5 to 6 pm.

About the exhibition
The exhibition "Deprived of rights and property. The art dealer Max Stern" is based on reminiscences by Max Stern and combines previously unpublished documents from Stern’s estate with information sourced from local archives. It also focuses on provenance research in museums, the working methods, tasks and findings of which are presented, based on selected examples. The exhibition will be on display at the Stadtmuseum from 2 September through to 30 January. Further information is also available in the press release of 31 August at: www.duesseldorf.de/medienportal/pressedienst-einzelansicht/pld/entrechtet-und-beraubt-der-kunsthaendler-max-stern-ausstellung-imstadtmuseum-wird-eroeffnet.html

 

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