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Inklusion als Querschnittsaufgabe

Politik, Verwaltung und Wohlfahrtsverbände diskutierten, wie Düsseldorf noch behindertenfreundlicher werden kann


Erstellt:
Redaktion: Bergmann, Michael

Das Thema Inklusion als Querschnittsaufgabe stand am Donnerstag, 30. Juni, in Düsseldorf im Mittelpunkt einer Fachtagung, die vom Amt für soziale Sicherung und Integration organisiert wurde. Die Tagung sollte Impulse geben, für alle Bürgerinnen und Bürger ein noch lebenswerteres Düsseldorf zu schaffen. Auch der Aspekt einer älter werdenden Gesellschaft soll in den zukünftigen Handlungsfeldern der Verwaltung und der Politik berücksichtigt werden. Rund 110 Gäste aus Politik, Verwaltung, Wohlfahrtsverbänden, dem Beirat für Menschen mit Behinderung und aus Behindertenverbänden nahmen an der Veranstaltung teil.

Oberbürgermeister Thomas Geisel, der die Veranstaltung eröffnete, erklärte: "Die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung und der Abbau von Barrieren sind wichtige Ziele der Landeshauptstadt Düsseldorf. Um diese zu erreichen, müssen wir wissen, welche Handlungsfelder es für Politik und Verwaltung gibt und wie künftige Herausforderungen gemeistert werden können. Besonders wichtig ist die Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung. Nicht nur physische Barrieren müssen abgebaut werden, sondern auch die Barrieren in den Köpfen."

Nach den Grußworten von Oberbürgermeister Geisel und Elisabeth Veldhues, Beauftragte der Landesregierung für die Belange der Menschen mit Behinderung in NRW, referierte Professor Dr. Albrecht Rohrmann, von der Universität Siegen, zum Thema "Lebenswerte Stadt – für alle." Im Anschluss diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung in den Arbeitsgruppen "Barrierefreie Stadtplanung und Quartiersentwicklung" und "Politische Partizipation und Bewusstseinsbildung" mit folgenden Ergebnissen:

Die Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer diskutierten, wie in Düsseldorf die Inklusion weiter vorangebracht werden könnte. Wichtig war ihnen unter anderem, dass der Arbeit des Beirats für Menschen mit Behinderungen mehr politisches Gewicht zukommen sollte. So hätte beispielweise ein Ausschuss für die Belange von Menschen mit Behinderungen sicher mehr Möglichkeiten, Veränderungen auf den Weg zu bringen. Auch muss Inklusion in den Köpfen aller Entscheidungsträger verankert werden und Ressort übergreifend angegangen werden. Sie nur im sozialen Bereich zu verankern, wäre zu kurz gegriffen. Inklusion ist ein Teil von Stadtentwicklungsplanung. Aktivitäten sollte gebündelt werden, damit die vorhandene Energie nicht verpufft.

Hintergrundinformationen:

Der Rat der Stadt Düsseldorf hat am 13. Dezember 2007 die Satzung zur Gleichstellung der Menschen mit Behinderung beschlossen. Damit verpflichten sich Rat und Verwaltung, im Sinne des Behindertengleichstellungsgesetzes Nordrhein-Westfalen die Belange der Menschen mit Behinderung zu wahren und darüber hinaus ihre Beteiligung an der Entwicklung zu einer weitestgehend barrierefreien Stadt sicherzustellen. Zur Förderung der Integration von Menschen mit Behinderung in allen gesellschaftlichen Lebensbereichen wurde auf Grundlage der Satzung ein Beirat für Menschen mit Behinderung eingerichtet. Jedes Jahr wird von der Verwaltung ein Bericht über Maßnahmen zur Wahrung der Belange von Menschen mit Behinderung erstellt, der im Internet unter www2.duesseldorf.de/behinderung.html veröffentlicht wird.

In Düsseldorf leben zum Stichtag 31. Mai 2015 gemäß amtlicher Schwerbehindertenstatistik 64.201 schwerbehinderte Menschen. Als schwerbehindert gelten Personen, bei denen ein Grad der Behinderung von 50 und mehr festgestellt wurde. Die Angaben der amtlichen Schwerbehindertenstatistik erfassen Personen, die in Besitz eines gültigen Schwerbehindertenausweises sind. Da nicht alle Menschen bei tatsächlich vorliegenden Beeinträchtigungen einen Antrag auf Feststellung der Schwerbehinderteneigenschaft stellen, ist davon auszugehen, dass die tatsächliche Anzahl von Menschen mit Behinderung höher ist.

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