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Oberbürgermeister Geisel und Hille Erwin eröffnen den Joachim-Erwin-Platz

Der etwa 1.250 Quadratmeter große neue Joachim-Erwin-Platz liegt zentral am Kö-Bogen zwischen Schadowplatz und Dreischeibenhaus/Berliner Allee


Erstellt:
Redaktion: Buch, Michael

Zu Ehren des ehemaligen Düsseldorfer Oberbürgermeisters wurde am Montag, 28. August, an zentraler Stelle innerhalb des Kö-Bogens ein Platz nach ihm benannt. Oberbürgermeister Thomas Geisel enthüllte gemeinsam mit Hille Erwin das Straßenschild mit der Aufschrift "Joachim-Erwin-Platz".

Der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf hatte in seiner Sitzung am 30. Oktober 2014 beschlossen, Teile des Jan-Wellem-Platzes nach dem 2008 verstorbenen Oberbürgermeister Joachim Erwin zu benennen. Der etwa 1.250 Quadratmeter große neue Joachim-Erwin-Platz liegt zentral am Kö-Bogen zwischen Schadowplatz und Dreischeibenhaus/Berliner Allee. Da mit dem Start der Wehrhahn-Linie im Februar 2016 die Bahnen oberirdisch weggefallen sind, konnten auch die Gleise in diesem Bereich entfernt werden. Nachdem die Fläche neu gestaltet worden ist, konnte nun die Einweihung erfolgen. Kleine Restarbeiten und die Anpassung des Überganges nach Fertigstellung der Hochbaustelle (Eckhaus Schadowplatz) erfolgen noch.

Oberbürgermeister Thomas Geisel eröffnete feierlich den Joachim-Erwin-Platz - anbei ein Auszug aus seinem Redeskript (es gilt das gesprochene Wort):

"Was lange währt, wird einmal gut. Wir benennen heute einen Platz in der Mitte unserer Stadt nach Joachim Erwin.

Joachim Erwin war ein Mann, der für seine Stadt brannte und der klare Vorstellungen von ihrer Entwicklung hatte. Da ist es nicht erstaunlich, dass sich bisweilen die Geister schieden, dass seine Politik Widerspruch hervorgerufen hat und Parteien, auf die er sich im Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf stützte, nicht immer nur begeistert waren.

Joachim Erwin wurde aber gleich zweimal mit absoluter Mehrheit von der Bevölkerung dieser Stadt in das Amt des Oberbürgermeisters berufen. Und die Bilanz seines Schaffens nach acht Jahren, in denen er sich für diese Stadt eingesetzt hat - man kann auch sagen angesichts der schweren Krankheit, die ihn während eines Großteils seiner Amtszeit beeinträchtigte, aufgeopfert hat - diese Bilanz ist beachtlich.

Joachim Erwin war der erste Oberbürgermeister, der nach Abschaffung der Doppelspitze die Funktion des Chef der Verwaltung, Vorsitzender des Rates, höchster Repräsentanten der Landeshauptstadt Düsseldorf und des Chef des Konzernchefs über den Stadtkonzern vereinte und Joachim Erwin wusste diese Machtfülle auszufüllen und zu nutzen.

Besonders stolz war er - und mit ihm viele Düsseldorferinnen und Düsseldorfer - auf die Rückzahlung praktisch aller Bankkredite, die ihm durch die Veräußerung der Mehrheitsbeteiligung an unseren Stadtwerken und eines erheblichen Anteils unseres RWE–Aktienbesitzes zu einem, das möchte ich betonen, ausgesprochen günstigen Zeitpunkt, möglich geworden war. Ein erheblicher Teil des Veräußerungserlöses wurde darüber hinaus in große Verkehrsvorhaben investiert, die wir in den vergangenen Jahren eingeweiht haben: die Wehrhahnlinie und den Köbogentunnel.

In die Amtszeit von Joachim Erwin fiel die städtebauliche Weiterentwicklung des Medienhafens, der Teilneubau des Flughafens und vor allem die Entwicklung des Flughafenareals zur Airport City. Die Entwicklung Düsseldorfs zu einer familienfreundlichen Stadt, die Sanierung von Schulen und der Ausbau der Kita-Versorgung wurden ebenfalls maßgeblich von ihm auf den Weg gebracht.

Erwin war ein Mann, der dem Brauchtum eng verbunden war; und vor allem war Joachim Erwin auch ein Mann des Sports. Ohne ihn wären die Esprit Arena und der ISS Dome, also die Spielstätten von DEG und Fortuna Düsseldorf, wohl kaum realisiert worden. Manchen Faden, den er bereits gesponnen hat, nehmen wir heute auf. Der Grand Départ der Tour de France in Düsseldorf beispielsweise geht auf seine Idee zurück, und ich bin sicher, er wäre begeistert gewesen - oder als Christ bin ich überzeugt davon, er hat mit großer Freude vom Himmel aus beobachtet, wie sportbegeistert und sympathisch sich seine Stadt bei dieser Gelegenheit präsentiert hat.

Auch seine Idee von Olympischen Spielen in der Region lebt weiter. Ich bin sicher, er drückt im Moment unserer Bewerbung als Spielstätte für die Fußball-Europameisterschaft 2024 die Daumen ebenso wie seiner Fortuna im Hinblick auf das, wovon gegenwärtig mancher träumt.

Heute also dürfen wir an einem Ort, den er selbst maßgeblich geprägt hat, einen Platz nach Joachim Erwin benennen, in Wertschätzung für und Verneigung vor einem Mann, der sich um seine Stadt in besonderer Weise verdient gemacht hat."

Hintergrund
Joachim Erwin wurde am 2. September 1949 in Stadtroda/Thüringen geboren und zog 1960 nach Düsseldorf, wo er 1968 sein Abitur machte. Nach dem Studium der Rechtswissenschaft, Hispanistik und des Sports in Bochum, legte er 1976 sein 2. Juristisches Staatsexamen ab und begann als Rechtsanwalt in Düsseldorf zu arbeiten. Mit seiner Frau Hildegard ("Hille") war Erwin ebenfalls seit 1976 verheiratet.

Noch vor seinem Abitur trat Erwin in die Junge Union (JU) und in die CDU ein und bekleidete ab 1968 verschiedene Ämter in der JU Düsseldorf. Von 1975 an war er Mitglied des Stadtrates in Düsseldorf und war unter anderem Vorsitzender des Beschwerde- und des Wohnungsausschusses. Nach zwei Jahren im NRW-Landtag bis 1990 wurde er erneut in den Stadtrat und 1997 zum Vorsitzenden der CDU-Ratsfraktion gewählt. 1998 wurde er Bürgermeister der Stadt Düsseldorf und bekleidete 1999 nach der Kommunalwahl schließlich das Amt des Oberbürgermeisters. Er starb als amtierender Oberbürgermeister im Alter von 58 Jahren am 20. Mai 2008.

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