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Verkehr
Positive Zwischenbilanz für Mobilitätsstationen
Befragung zu sechs neuen Mobilitätsstationen im Stadtzentrum abgeschlossen
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Wie werden die Mobilitätsstationen von den Anwohnenden genutzt? Und wie wirken sich die Mobilitätsstationen auf das urbane Mobilitätsverhalten aus? Die Landeshauptstadt hat dazu in Zusammenarbeit mit der Düsseldorf Marketing GmbH eine Online-Befragung im direkten Umfeld von sechs neuen Mobilitätsstationen vorgenommen. Im Ergebnis zeichnet die Befragung ein insgesamt positives Bild.
Befragt wurden Anwohner sowie Nutzer an den Standorten Bankstraße, Kunstakademie, Maria-und-Josef-Otten-Platz, Münsterplatz, Schinkelstraße und Schloßstraße. Insgesamt 546 Personen haben an der Evaluation teilgenommen. Die Befragung lief von Oktober bis November 2025.
Mobilitätsverhalten spürbar verändert
"Nach den ersten Monaten im Betrieb wurden die Mobilitätsstationen gut angenommen und entfalten eine positive Wirkung auf das Mobilitätsverhalten der Menschen im näheren Umfeld", erklärt Cornelia Zuschke, Dezernentin für Planen, Bauen, Wohnen, Grundstückwesen und Mobilität.
Mehr als ein Drittel der Befragten nutzen häufiger ihr eigenes Fahrrad, kombinieren verschiedene Verkehrsmittel miteinander oder ersetzen auch Autofahrten durch andere Verkehrsmittel. Jeder fünfte der befragten Autobesitzer kann sich sogar vorstellen, sein eigenes Fahrzeug abzuschaffen. Auch die Mobilitätsangebote, wie Fahrradparken, Sharingstationen oder Carsharing, werden von vielen Anwohnerinnen und Anwohnern genutzt – hauptsächlich für Freizeitwege, Arbeitswege, Wege nach Hause sowie für Erledigungen. Dies weist auf eine hohe Alltagsrelevanz der Mobilitätsstationen hin.
Jeder Zweite beispielsweise gibt in der Befragung an, dass sich die Wegeführung und Sicherheit im Umfeld der Mobilitätsstationen verbessert haben. Zudem sehen 46 Prozent eine Verbesserung der Begrünung im Viertel und 42 Prozent geben ein verbessertes nachbarschaftliches Miteinander an. Die Wirkung der Mobilitätsstationen geht demnach über das Mobilitätsverhalten hinaus; Aspekte wie Lebensqualität oder zwischenmenschliche Kontakte werden von den Befragten in den Vordergrund gestellt.
Nutzung von Fahrradstationen und Sharingstationen
Ergänzend zu den Ergebnissen der Online-Befragung wurden die Nutzungsdaten aus dem sogenannten "Shared Mobility Dashboard“ der Connected Mobility Düsseldorf (CMD) ausgewertet. Alle fünf Fahrradstationen der Mobilitätsstationen (bei der Kunstakademie gibt es keine Fahrradstation) sind seit ihrem jeweiligen Startzeitpunkt durchgehend vollständig ausgebucht. Dies weist auf eine sehr hohe Nachfrage und eine starke Nutzung der Angebote und zeigt perspektivisch Ausbaupotentiale auf.
Darüber hinaus wurden an den sechs Mobilitätsstationen und im Umfeld der Mobilitätsstation Schloßstraße auch 14 Sharingstationen eingerichtet. Sie sind umgeben von einer 609.000 Quadratmeter großen Parkverbotszone für E-Scooter und Leihräder. Dies entspricht 85 Fußballfeldern. Die eingerichteten Stationen verfügen über eine Kapazität von 236 Fahrzeugen. Während E-Scooter vor der Einrichtung der Sharingstationen häufig ungeordnet im öffentlichen Raum abgestellt wurden, werden sie nun gebündelt an den vorgesehenen Stationen geparkt. Besonders an den Standorten Kunstakademie, Schinkelstraße und Münsterplatz sind die Sharingstationen stark ausgelastet. Weitere Sharingstationen im Umfeld der anderen Mobilitätsstationen sollen nach dem Vorbild des Umfeld-Netzwerks an der Schloßstraße folgen.
Verbesserungspotentiale und Ausblick
Neben den positiven Ergebnissen zeigt die Umfrage jedoch auch, auf welchem Gebiet der Mobilitätsstationen noch Verbesserungspotentiale vorhanden sind. Neben standortspezifischen Ansatzpunkten für die kontinuierliche Pflege des Umfelds, die Begrünung und Sauberkeit sowie das Blockieren durch Schrotträder äußerten sich die Befragten teils kritisch zur Umnutzung von Kfz-Parkplätzen.
Gleichzeitig wurde aber auch ein noch größeres Angebot in Hinblick auf das Fahrradparken gewünscht. Die Ergebnisse der Befragung und die Nutzerdaten liefern eine erste belastbare Grundlage für eine gezielte Weiterentwicklung, Verbesserung und Priorisierung zukünftiger Projekte. Zudem arbeitet die Landeshauptstadt bereits verstärkt an der Mehrfachnutzung von Parkflächen für die Anwohnerschaft. Die weiteren zwölf Mobilitätsstationen in den Stadtteilen Pempelfort, Derendorf und Golzheim werden zukünftig ebenfalls evaluiert.
Eine Zusammenfassung der Befragungsergebnisse ist in Kürze online abrufbar unter: https://stadtgestalten.duesseldorf-marketing.de/de-DE/projects/mobilitaetsstationen.
Hintergrund
Seit 2024 entstanden in den dicht besiedelten Düsseldorfer Stadtteilen Pempelfort, Derendorf und Golzheim die ersten sechs Mobilitätsstationen – bis 2027 sollen es insgesamt 18 Mobilitätsstationen werden. Ziel ist es dabei, die Nahmobilität und die Lebensqualität vor Ort zu verbessern. Getreu dem Motto: "mieten, parken, tauschen", können Nutzer rund um die Uhr die Mobilität wählen, die am besten zu ihnen passt. Angefangen bei Leih-Fahrrädern über E-Scooter bis hin zu Carsharing-Fahrzeugen. In den geschlossenen und digital vernetzten Fahrradstationen können Anwohnende zudem ihr Fahrrad sicher, witterungsfest und komfortabel parken. Zudem bieten die Mobilitätsstationen auch einen Ort für mehr Miteinander und Aufenthaltsqualität in der Stadt.
Eine Auswahl von Fotos von den Mobilitätsstationen, zu denen die Befragung stattgefunden hat, findet sich unter dem folgenden Link https://duesseldorf.canto.de/b/JHRLU.