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Stadtgrün

Rat beschließt den Grünzug Aaper Wald

Neue Grünverbindung erstreckt sich auf einer Länge von rund 1,4 Kilometern zwischen dem Heideweg im Westen bis zum Aaper Wald im Osten


Erstellt:
Redaktion: Buch, Michael

Der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf hat in seiner Sitzung am 10. Juli den "Grünzug Aaper Wald" beschlossen. Die neue Grünverbindung erstreckt sich auf einer Länge von rund 1,4 Kilometern zwischen dem Heideweg im Westen bis zum Aaper Wald im Osten. Im Verlauf werden öffentliche Grünflächen, Sport- und Kleingartenanlagen mit dem Aaper Wald verbunden. Entlang der zukünftigen Wegeverbindung werden die vorhandenen Vegetationsstrukturen mit Blühwiesen, Blühsträuchern, Obstbäumen, Wildhecken und 60 Bäumen ergänzt. Für die heimische Tierwelt werden zusätzlich an einzelnen Standorten Habitatstrukturen wie Totholzhaufen, Benjeshecken, Naturstein-Trockenmauern, Nistkästen für Halbhöhlenbrüter und Fledermauskästen ergänzt.

"Mit der Schaffung eines 'Offenland-Biotops' wird ein wichtiger Beitrag geleistet für den Erhalt an diesen Standort angepasster und selten gewordener Tier- und Pflanzenarten. Dies wertet und stärkt nicht nur den Naturraum, sondern steigert gleichzeitig auch den Erholungswert für die Anwohnerinnen und Anwohner", sagt Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller. Zusätzlich werden attraktive Aufenthalts-, Bewegungs- und Naturerlebnisangebote geschaffen, welche die Neugestaltung des Grünzugs Aaper Wald abrunden. Vorgesehen sind unterschiedliche Sitzgruppen, Angebote für den Alltagssport und Spielmöglichkeiten.

Der neue Weg wird mit einer Breite von circa 3 Meter bis 3,90 Meter geplant. Der Belag besteht aus zwei linear eingebauten Materialien: Einer wassergebundenen Wegedecke als versickerungsfähiger Belag und einem hellen Klinker für die barrierefreie Befahrbarkeit. Je nach Abschnitt und Gefälle wird die wassergebundene Decke durch bereits vorhandenes Verbundpflaster oder Betonsteinpflaster ergänzt. Ein durchgängig rotes Klinkerband, der sogenannte "rote Faden", dient als Leitelement.

Alle Eingänge zum Grünzug erhalten Baum-Tore, zum Teil werden diese aus schon vorhandenen Solitärgehölzen betont, zum Teil neu gepflanzt. An einigen Standorten wird das Orientierungssystem des "roten Fadens" durch Stelen ergänzt. Auf den Stelen wird die jeweilige Entfernung zum Naherholungsraum Aaper Wald in Metern dargestellt und bietet Wissenswertes zum Naturraum oder der lokalen Geschichte.

Der Abschnitt West: Heideweg bis Wilhelm-Raabe-Straße ist schon jetzt ein wertvoller Naturraum mit einer rund 5.000 Quadratmeter großen extensiven Wiese und seinen Gehölzbereichen und dient der Anwohnerschaft zur naturnahen Erholung. Die Wiese wird mit heimischen Blühstauden in ihrem Blühaspekt ergänzt. Der Weg wird grundsaniert und zukünftig etwas erhöht, um auch bei Regenereignissen nutzbar zu sein und erhält weitere Sitzbänke. Für die Naherholung im "Grünen" wird eine Obstwiese mit Picknickplätzen angelegt. Die vorhandene Hundeauslauffläche wird zu einer neuen "Aktivzone" hin verlegt. Die hier schon vorhandenen Angebote der Pumptrackanlage, des Abenteuerspielplatzes und des vereinsgebundenen Sportplatzes werden mit Angeboten für den Alltagssport und Spielmöglichkeiten zum Turnen und Hangeln ergänzt. Eine Multifunktionsfläche sowie ein gemähter Rasenbereich können für Gymnastik, Yoga, Ballspiele, zum Turnen sowie für andere Spiel- und Sportarten genutzt werden. Bänke dienen zum Aufenthalt und als Ablage für persönliches Equipment. Die Angebote werden barrierefrei erschlossen und bespielbar sein.

Der Abschnitt Zentrum: Wilhelm-Raabe-Straße bis Rather Broich führt über den Münchhausenweg durch die Kleingartenanlage Rather Broich. Dabei bleiben die Parzellen der Kleingartenanlage Rather Broich jedoch unberührt. Geplant ist, den Weg umzustrukturieren, ohne den Blick zum Aaper Wald einzuschränken, indem in der Mitte der Kleingartenanlage eine rund 2,50 mal 12 Meter große Fläche entsiegelt und begrünt wird.
In der Verlängerung des Münchhausenweges wird eine fußläufige Querung der vierstreifigen Straße Rather Broich mit einer neuen Ampel ermöglicht. Der Bordstein wird barrierefrei wird auf 3 Zentimeter abgesenkt und mit taktilen Elementen ausgestattet.

Der Abschnitt Ost: Rather Broich bis Boskampweg schafft die bislang noch nicht vorhandene Wegeverbindung zum Aaper Wald. Zukünftig soll für die Erschließung dieses Abschnittes nördlich des Schützenplatzes Rather Broich eine Rampen- bzw. Treppenanlage geschaffen werden, um den vorhandenen Höhenunterschied von rund drei Metern barrierefrei überwinden zu können. Im weiteren Verlauf ist ein neu angelegtes "Offenland-Biotops" von rund 2.500 Quadratmetern vorgesehen, indem der nicht standortgerechte Gehölzaufwuchs und Müllanteil entfernt wird und die Fläche durch verschiedene Maßnahmen wieder in einen naturnahen Zustand versetzt wird. So soll langfristig eine offene, extensive Wiese mit einzelnen Gehölzstrukturen entstehen, um den stark degenerierten Standort wieder in einen naturnahen Zustand zu versetzen und die Arten- und Lebensraumvielfalt im Stadtgebiet weiter zu fördern.
 
Nach der Überquerung des Straßenbahnüberganges (U72) führt der neue Grünzug durch die Kleingartenanlage Boskampweg, über Treppen und eine Rampe gelangen die Menschen zum Aaper Wald.

Mit der Maßnahme Grünzug Aaper Wald wird für die Stadtteile Rath und Mörsenbroich eine hochwertige grüne Wegeerschließung in das Naherholungsgebiet Aaper Wald geschaffen sowie der Grünanteil in den Stadtteilen erhöht. Die Maßnahme trägt zu den Nachhaltigkeitszielen "Schützen und Wiederherstellung der Landökosysteme, dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen", "Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen", "Städte inklusiv, sicher, widerstandfähig und nachhaltig gestalten" bei.

Hintergrund:
Das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) Rath/Mörsenbroich – Mitten am Stadtrand wurde am 17. Mai 2023 durch den Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf beschlossen. Der Grünzug Aaper Wald ist die größte Teilmaßnahme für die zweite Phase des Stadterneuerungsgebiets und ein Beitrag zur Klimaanpassung und zur Biodiversität in der Landeshauptstadt. Die Gesamtkosten für den Grünzug werden auf rund 5,5 Millionen Euro geschätzt. Eine Bewerbung für eine EFRE-Förderung (Europäischer Fonds für Regionalentwicklung) wurde im Oktober 2023 eingereicht. Der Zuwendungsbescheid liegt seit Ende 2024 vor. In den Jahren 2025 bis 2028 sind Fördermittel in Höhe von rund 3,85 Millionen Euro abrufbar. Dies entspricht 76 Prozent der förderfähigen Kosten im Zeitraum bis einschließlich 2028.

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