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Bildung

Rat beschließt Erweiterung des Gymnasiums Bernburger Straße


Erstellt:
Redaktion: Hirsch, Marie

Erweiterungsneubau und Dreifeldhalle für die neu gegründete Schule in Eller: Der Rat der Landeshauptstadt hat in seiner Sitzung am Donnerstag, 6. Februar 2025, die Ausführung und Finanzierung des Bauvorhabens am Gymnasium Bernburger Straße beschlossen. Neben den Neubauten werden auch im Bestand Umbau- und Sanierungsarbeiten stattfinden, um die Fachräume im Bestandsgebäude für die Gymnasialnutzung mit vier Zügen zu optimieren.

Die neuen Gebäude werden barrierefrei zugänglich. Der dreigeschossige Erweiterungsbau wird mit einer Nutzfläche von rund 6.755 Quadratmetern als Clusterschule für drei Jahrgänge der Sekundarstufe I organisiert und ist durch den Bestandsbau zu erreichen. Im Erdgeschoss des Neubaus entstehen auch eine Aula und Musikräume, in den oberen Geschossen werden Fachräume für Kunst, Physik, Informatik, Biologie und Chemie angesiedelt.

Die im Bestand freiwerdenden Fachräume werden als normale Klassen ausgebaut und das ehemalige Lehrerzimmer wird zum Selbstlernzentrum für die Oberstufe und Mittelstufe. Im Bestandgebäude wird zudem die ehemalige Aula zu einer Mensa mit Cook & Chill Küche umgewandelt.

Die neue Dreifachsporthalle wird eine Fläche von rund 2200 Quadratmetern umfassen. Sie erhält einen Gymnastikraum, Umkleiden und eine Tribüne mit 199 Zuschauerplätzen. Damit wird die Halle auch dem Vereinssport zur Verfügung stehen. Der Randbereich der Sporthalle beherbergt zudem die Pausentoiletten und eine Lagerfläche für Außenpflegegeräte.

Außenanlagen
Bei der Planung des Schulhofes wurde die Idee eines "grünen Schulhofes" konsequent verfolgt und umgesetzt: Möglichst viele Baumbestände sollen erhalten und durch Neupflanzungen ersetzt werden, Entsiegelungen und natürliche Verschattung werden für ein verbessertes Mikroklima sorgen. Die bestehenden Höfe der Schule werden im Zuge der Arbeiten barrierefrei umgestaltet und mit neuen Aufenthaltsflächen versehen. Zudem wird ein weiterer Hof zwischen Sporthalle und Schulneubau ergänzt. Im Zentrum des neuen Hofs entsteht ein großes Multifunktionsfeld für Basketball und Fußball. Darüber hinaus werden eine Kletteranlage, eine Laufbahn, Tischtennisplatten und Sitzmöglichkeiten realisiert.

Hinter dem Erweiterungsbau entstehen ein neues Freiluftklassenzimmer und ein Schulgarten mit Hochbeeten. Außerdem werden 26 PKW-Stellplätze, 14 zusätzliche PKW-Stellplätze für Anwohner sowie 414 Fahrradstellplätze errichtet. Die Bushaltebucht wird verlegt und barrierefrei zugänglich gemacht.

Klimaschutz und Energieeffizienz
Die Dachflächen des neuen Schulgebäudes werden weitgehend mit einem Biodiversitätsdach versehen, auf dem Dach der Sporthalle wird eine extensive Dachbegrünung umgesetzt. Auf beiden Dächern werden darüber hinaus Photovoltaikanlagen installiert. Rasenfugenpflaster werden die Regenwasserversickerung begünstigen, zudem sind in den Innenhöfen umfangreiche Pflanzflächen vorgesehen.

Die geplanten Neubauten zeichnen sich durch einen sehr niedrigen Energiebedarf aus: Die Wärmeversorgung des Schulstandortes erfolgt zukünftig über eine Luft-Wasser-Wärmepumpe sowie eine Sole-Wärmepumpe. Für die Versorgung mit Erdwärme über die Sole-Wärmepumpe werden auf dem Gelände 48 Erdsonden bis in eine Tiefe von 99 Meter eingebohrt. Die flächendeckenden Lüftungsanlagen erhalten eine hocheffiziente Wärmerückgewinnung und eine Nachtauskühlfunktion. Die Beleuchtung erfolgt in energiesparender LED-Technik.

Ablauf der Arbeiten
Vorhandene Nutzflächen werden mit Ausnahme des Bestandsgebäudes im Rahmen der Arbeiten zurückgebaut. Die Umbau- und Sanierungsarbeiten finden im laufenden Betrieb statt. Zusätzliche aufgestellte Klassenraumcontainer für vier Klassen stellen dabei weitere Raumkapazitäten zur Verfügung, sodass der Schulbetrieb des Aufbaugymnasiums bis zum Ende der Baumaßnahmen gewährleistet ist.

Die Fertigstellung des Bauvorhabens ist bis Ende 2028 geplant. Die Kosten für das Projekt inklusive Ausstattung und Inventar liegen bei rund 70,4 Millionen Euro. Dem Ratsbeschluss gingen Vorberatungen im Schul-, Bau-, sowie dem Haupt- und Finanzausschuss voraus, darüber hinaus gab es eine Anhörung in den Sitzungen des Sportausschusses und der Bezirksvertretung 8.

Hintergrund
Der Schulstandort des städtischen Gymnasiums Bernburger Straße wurde bis zum Ende des Schuljahres 2023/24 von der ehemaligen Gemeinschaftshauptschule Bernburger Straße mit zuletzt 305 Schülerinnen und Schüler in 15 Klassen genutzt. Zum Schuljahreswechsel ist die Gemeinschaftshauptschule mit dem neuen Namen Schule am Eller Forst in den Schulneubau an der Vennhauser Allee 167 umgezogen.

Seit dem Schuljahr 2024/25 wird das bestehende Gebäude an der Bernburger Straße als Gymnasium im Aufbau genutzt - mit vorerst vier Klassen für die Jahrgangsstufe 5. Die Nutzung des Standortes Bernburger Straße als vierzügiges Gymnasium für neun Jahrgänge mit bis zu 1.009 Schülerinnen und Schüler verdoppelt jedoch die Personenzahl gegenüber der bisherigen Hauptschulnutzung und führt zu einem neuen erhöhten Raumbedarf.

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