30 Jahre nach dem Mord an Siegfried Strukmeier
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Am 2. November 2025 jährt sich der gewaltsame Tod von Siegfried Strukmeier zum 30. Mal. Der Innenarchitekt und Künstler wurde 1995 im Düsseldorfer Hofgarten aus homofeindlichen Motiven ermordet. Sein Tod erschütterte die Stadtgesellschaft und markierte einen Wendepunkt im Umgang mit queerfeindlicher Gewalt in Düsseldorf. Zum Gedenken an Siegfried Strukmeier lädt die Landeshauptstadt Düsseldorf gemeinsam mit dem LSBTIQ+ Forum am Sonntag, 2. November 2025, 14 Uhr zu einer Gedenkfeier mit Kranzniederlegung am neu gepflanzten Gedenkbaum im Hofgarten ein. Anschließend findet im Theatermuseum Düsseldorf eine Podiumsdiskussion mit Angehörigen und Zeitzeuginnen und Zeitzeugen statt. Außerdem werden dort Kunstwerke des Ermordeten ausgestellt.
Das Gedenken findet im Hofgarten Düsseldorf, südlich des Napoleonsbergs statt. Die gesamte Veranstaltung wird in Gebärdensprache übersetzt.
Hintergrund:
Siegfried Strukmeier wurde am 11. September 1948 in Wuppertal geboren. Der gelernte Einzelhandelskaufmann arbeitete später als Innenarchitekt und wurde für sein gestalterisches Talent von der Architektenkammer NRW als Diplom-Designer anerkannt. In Düsseldorf machte er sich mit der Ausstattung hochwertiger Wohnungen und Büros einen Namen. Neben seiner Arbeit widmete er sich mit Leidenschaft der Kunst. Am Abend des 2. November 1995 wurde Siegfried Strukmeier im Hofgarten brutal angegriffen und ermordet – weil er schwul war. Der Mord im Hofgarten führte dazu, dass die Stadt Düsseldorf sich intensiver mit der Verfolgung von Homosexuellen auseinandersetzte. Es wurden eine Fachgruppe "Gewalt gegen Lesben und Schwule" beim Kriminalpräventiven Rat eingerichtet und das "Schwule Überfall-Telefon" ins Leben gerufen. Im Sommer 1998 wurde im Hofgarten eine Notrufsäule aufgestellt. Mit dem Gedenken am 30. Jahrestag würdigt die Stadt Düsseldorf nicht nur das Leben von Siegfried Strukmeier, sondern erinnert auch daran, dass Homofeindlichkeit bis heute Menschenleben bedroht und Solidarität, Sichtbarkeit und Zivilcourage nötig bleiben.