Düsseldorf stockt Rentenzahlung für Freiwillige Feuerwehrleute auf
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Die Rentenversicherung, die die ehrenamtliche Tätigkeit innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr seit 2011 würdigt, wird ab dem kommenden Jahr um 50.000 Euro auf 125.000 Euro aufgestockt. Damit würdigt und fördert die Landeshauptstadt Düsseldorf das ehrenamtliche Engagement innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr, die in den letzten Jahren um rund 100 Einsatzkräfte gewachsen ist.
Auf Vorschlag der Feuerwehr wurde vor neun Jahren ein Rentenmodell entwickelt, bei dem die Freiwilligen Feuerwehrleute entsprechend ihrer Dienstzeit und ihrer Aktivität an Übungen, Einsätzen sowie Fortbildungen "Rentenpunkte" sammeln. Nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst und dem Wechsel in die Alters- und Ehrenabteilung werden die jeweils gesammelten Rentenpunkte in einen Geldbetrag umgerechnet. Die Feuerwehrleute können sich den Betrag auf einmal auszahlen lassen, auch eine monatliche Überweisung ist möglich. Somit wird für jede Feuerwehrkraft mit Eintritt in den Dienst ein Vertrag bei einer Versicherung geschlossen.
Die Landeshauptstadt stellt bisher 75.000 Euro pro Jahr zur Verfügung, die in die Rentenversicherungsverträge aufgeteilt der entsprechenden Punkte fließen. Oberbürgermeister Thomas Geisel konnte dem Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr, Felix Heidemeyer, in einem gemeinsamen Termin nun die gute Nachricht überbringen, dass der Sockelbeitrag auf 125.000 Euro angehoben wird. Dies geschieht aufgrund der steigenden Mitgliederanzahl bei der Freiwilligen Feuerwehr
Oberbürgermeister Thomas Geisel: "In der heutigen Zeit ist es nicht selbstverständlich, dass Frauen und Männer sich in den Dienst der ehrenamtlichen Feuerwehr stellen und so einen Teil ihrer Freizeit für das Allgemeinwohl aufbringen. Die Frauen und Männer leisten einen großen Beitrag für die Sicherheit in unserer Stadt. Mit diesem Rentenmodell würdigt die Stadt Düsseldorf das Engagement der freiwilligen Feuerwehrleute und bietet jedem Einzelnen einen angemessenen Betrag, um sich zum Beispiel einen persönlichen Wunsch zum Start in den Ruhestand erfüllen zu können."
Die Freiwillige Feuerwehr in Düsseldorf - mit ihren zehn Einheiten, in denen rund 350 aktive Feuerwehrleute sich engagieren - bildet gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr die öffentliche Feuerwehr in der Landeshauptstadt. Bei knapp 5.000 Einsätzen unterstützen die Ehrenamtler die Berufsfeuerwehr. Sie unterstützen bei Großeinsätzen, aber auch im Tagesgeschäft leisten sie täglich ihren Dienst. Auch neben den zahlreichen Einsätzen leisten alle Löschgruppen in den Stadtteilen einen großen Beitrag zum Gemeinwohl.
In Düsseldorf sind die Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr gut für ihre Aufgaben aufgestellt. So konnten erst im Jahr 2019 zehn neue Hilfeleistungslöschfahrzeuge (HLF) an die Freiwillige Feuerwehr übergeben werden. Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte werden professionell durch Fachausbilder an der Feuerwehrschule in Garath auf ihre Aufgaben vorbereitet und ausgebildet. Auch die Standorte werden nicht außer Acht gelassen. So steht in naher Zukunft ein Neubau in Kaiserswerth für die Freiwillige Feuerwehr auf der Agenda.
Die Auswirkungen zum Motivationserhalt in den letzten Jahren sind spürbar. Die Freiwillige Feuerwehr ist eine sehr engagierte und leistungsstarke Einrichtung: 350 ehrenamtliche Feuerwehrleute stehen rund um die Uhr für Einsätze aber auch andere Hilfeleistungen zur Verfügung. In den letzten Jahren ist damit diese Einsatzabteilung um rund 100 Einsatzkräfte gewachsen. So leisten die ehrenamtlichen Einsatzkräfte auch in der Coronakrise ihren Beitrag. Die vielen Hilfslieferungen, die vom Land NRW für Pflege- und Senioreneinrichtungen zur Verfügung gestellt werden, werden durch die Ehrenamtler abgeholt und zur Feuerwache 10 in die Posener Straße transportiert. Von dort verteilen Feuerwehrleute der Wache 10 das Material an viele Institutionen weiter.
Hintergrund zum Rentenmodell:
- 2011 wurde ein kommunales Entschädigungsmodell in Form einer Rentenversicherung für die ehrenamtlichen Angehörigen der Feuerwehr eingeführt.
- "Rentenpunkte" bekommen die Feuerwehrleute für entsprechende Dienstzeiten, Beteiligung am Übungsdienst, am Einsatzdienst und an Fortbildungsmaßnahmen.
- Bisher bereitgestellte Haushaltsmittel: 75.000 Euro.
- Davon werden 60 Euro pauschal pro Jahr in die Rentenversicherung eines Feuerwehrmannes/einer Feuerwehrfrau gezahlt.
- Der Restbetrag wird entsprechend eines Punktesystems nach den oben genannten Kriterien aufgeteilt und in die Rentenversicherung eingezahlt.
- Beispielsweise erhalten die Feuerwehrleute für die Teilnahme an einem Übungsabend einen Rentenpunkt, für die Lehrgangsteilnahme gibt es pro Tag 2 Punkte.
- So ist es derzeit realistisch, dass ein Angehöriger der Freiwilligen Feuerwehr, der seit Beginn dieses Modell Mitglied ist und auch regelmäßig teilnimmt, zum Abschluss seines aktiven Dienstes mit bis zu 4.000 Euro rechnen kann.
- Eine junge Einsatzkraft, die noch 35 Jahre oder mehr sich in der freiwilligen Feuerwehr engagiert, kann so Beträge bis zu 10.000 Euro erzielen.
- Durch die Erhöhung der Haushaltsmittel auf den jetzigen Sockelbetrag von 125.000 Euro kann eine monetäre Steigerung des Pauschalbetrages stattfinden. Auch können die angesammelten Rentenpunkte aufgewertet werden.