Zahl der Gänse in Parks soll verringert werden
| Umwelt
Die Zahl der Kanadagänse in Parks der Landeshauptstadt Düsseldorf hat sich in den Jahren von 2009 bis 2017 von etwa von 329 auf 966 verdreifacht. Im gesamten Stadtgebiet hat sich die Anzahl von 700 auf etwa 1.400 Tiere verdoppelt. Die Bestandsentwicklung und Projekte, um die Anzahl zu senken, wurden am Montag, 11. Dezember, im Beirat bei der Unteren Naturschutzbehörde vorgestellt.
Durch die große Anzahl der Gänse in den Parks kommt es dort zu Fraßschäden an Pflanzen und zu erheblichen Verunreinigungen aufgrund des Vogelkots. Der Kot stellt vor allem in Bereichen von Wasserspielanlagen, Spielplätzen und Liegewiesen ein Problem dar. Die Tiere laufen außerdem über viel befahrene Hauptverkehrsstraßen und gefährden dabei sich und den Straßenverkehr.
Daher hat die Stadt Düsseldorf Vorkehrungen getroffen, die zur Reduzierung der Gänsepopulation führen.
Fütterungsverbot
Nach der Straßenordnung der Stadt Düsseldorf besteht bereits ein Fütterungsverbot für wildlebende Tiere, das auch kontrolliert und geahndet wird. 2018 soll ein neues Hinweisschild an relevanten Orten in Parkanlagen darauf aufmerksam machen.
Lenkung
Zudem werden Flächen geschaffen, die Gänse eher meiden. Dazu gehören vor allem Gebiete, die nicht mit proteinreichem Gras bewachsen sind und andere Gebiete, in denen sich Gänse nicht sicher fühlen.
Bestehende Projekte sind beispielsweise die Bepflanzung einer Gewässerböschung am Spee'schen Graben mit der Gundelrebe, die die Gänse nicht fressen. Besonders stark riechende Pflanzenarten mit ätherischen Ölen werden von den Gänsen generell nicht als Futter aufgenommen und diese Stellen daher gemieden.
Auf kleineren, spielplatznahen Flächen kann Rasen gegen Sand ausgetauscht werden, damit sich die Gänse nicht im unmittelbaren Spielplatzumfeld aufhalten.
Jagd
Kanadagänse unterliegen als wildlebende Tierart dem Jagdrecht. Das Jagdrecht sieht für diese Art Schonzeiten vor. Innerstädtische Parkanlagen sind befriedete Bereiche, in denen nicht gejagt werden darf, da die Jagd zu einer Gefährdung der Bevölkerung führen könnte. Der Erfolg einer Bejagung ist keineswegs gesichert.
Gelege-Management
Auch die Zahl der Jungvögel soll stark reduziert werden. Dazu wurde in Übereinstimmung mit einer Empfehlung des Jagdbeirates der jagdrechtliche Antrag gestellt, die Gelege der Gänse entnehmen oder unfruchtbar machen zu dürfen. Sobald die Genehmigung der Unteren Jagdbehörde vorliegt, sollen je Gelege maximal zwei Eier belassen werden, um Nachgelege zu verhindern. Die Eier sollen aus noch nicht bebrüteten Gelegen entnommen werden. Die Vorgehensweise ist im Vorfeld mit dem Tierschutzverein Düsseldorf abgestimmt worden.
Das Gelegemanagement soll in acht Parkanlagen durchgeführt werden: Dazu gehören der Benrather Schlosspark, Hofgarten, Zoopark, Ostpark, die Ständehausanlagen und der Spee'sche Graben, der Südpark und IHZ-Park. Das Projekt soll durch einen externen Fachgutachter begleitet werden.
Natürliche Konkurrenz stärken
Höckerschwäne dulden keine Gänse an ihren Brutplätzen und hindern diese am Brüten. Inseln in Parkanlagen werden so gestaltet, dass sie für Schwäne attraktive Brutareale darstellen. Dabei ist durch die innerartliche Aggressivität die Zahl der Schwäne immer auf ein Brutpaar und deren Jungvögel begrenzt.
Monitoring
Um die Auswirkungen aller Projekte ermitteln, beurteilen und die weitere Entwicklung absehen zu können, wird eine Zählung der Bestände in der Mauserzeit erfolgen.
Erfahrungsaustausch auf Landesebene
Um einen Erfahrungsaustausch mit anderen Städten herzustellen, wurde ein themenbezogener Arbeitskreis initiiert. Darüber hinaus findet seit Jahren ein intensiver Erfahrungsaustausch auf Bundes- und Landesebene statt, der fortgeführt wird.
Reinigen
Trotz aller Vorkehrungen wird es weiterhin Gänse in den Düsseldorfer Parkanlagen und damit auch Verschmutzungen geben. Daher muss zusätzlich die Reinigung intensiviert werden. Besonders rund um den Wasserspielplatz im Zoopark ist dies für das Jahr 2018 bereits vorgesehen.
Hintergrund
Das Stadtgebiet von Düsseldorf hat mit einem Anteil von etwa sieben Prozent Gewässerflächen, großräumigen Auenbereichen und Parkanlagen günstige Voraussetzungen für die Gänse.
Um Bestand und Entwicklung der Kanadagansbestände festzuhalten, verfügt die Stadt Düsseldorf in den innerstädtischen Parkanlagen seit 2008 und für das gesamte Stadtgebiet seit 2009 über Bestandszahlen. Die Erfassung erfolgt jährlich jeweils in der Mauserzeit im Juni/Juli. In dieser Zeit sind die Tiere flugunfähig. Die Bestände von Graugans und Nilgans werden ebenfalls erhoben. Diese Arten spielen aber aufgrund der kleineren Populationen zurzeit noch keine größere Rolle.
Neben der Kanadagans, sind auch die Nilgans und Graugans im Rheinland vom Menschen angesiedelt worden. Die Kanadagansbestände gingen dabei vermutlich überwiegend aus im Benrather Schlosspark und Hofgarten gehaltenen Tieren hervor.