Pressedienst Einzelansicht

Umwelt

Bundesverband GebäudeGrün tagt in Düsseldorf

Der fachliche Austausch zur Dachbegrünung steht im Fokus


Erstellt:
Redaktion: Klespe, Michelle Shirin

Der Bundesverband GebäudeGrün (BuGG) tagt am Dienstag, 28. Oktober 2025, von 11.30 bis 16.30 Uhr im Stadtmuseum Düsseldorf, Berger Allee 2. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht der fachliche Austausch zum Thema Dachbegrünung. Das Programm richtet sich an Fachunternehmen, Garten- und Landschaftsarchitekten und interessierte Bürgerinnen und Bürger. Der Eintritt ist kostenfrei. 

Dachbegrünungen zeichnen sich durch zahlreiche Vorteile aus: Sie kühlen die Umgebung, schützen die Dachhaut und verlängern dadurch deren Lebensdauer, sie mindern oder verhindern schädliche Folgen von Starkregen und Hagelereignissen. "Im Angesicht des Klimawandels und der damit zunehmenden extremen Wetterereignisse sind Dachbegrünungen eine besonders sinnvolle Investition für die Eigentümerin und den Eigentümer einer Immobilie und die Stadtgesellschaft", erläutert Mobilitäts- und Umweltdezernent Jochen Kral und ergänzt, "zudem sind Gründächer für Insekten, Vögel und Pflanzen wertvolle Lebensräume in einer hochverdichteten Stadt."

Die im BuGG-Gründach-Forum behandelten Themen veranschaulichen Interessenten wie Dachbegrünungen aufgebaut sind und in welchen Variationen sie umgesetzt werden können. Vorträge zu allgemeinen Planungsgrundlagen von fachgerechten Dachbegrünungen, Dachabdichtungen sowie zu speziellen Fachthemen (Biodiversität, Solargründächer, Hitze- und Überflutungsschutz) sind Teil des Programms. "Für eine Umsetzung einer Dachbegrünung in Düsseldorf gewährt das Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz eine finanzielle Unterstützung über das Förderprogramm 'Dach-, Fassaden- und Innenhofbegrünung' (DAFIB)", informiert Amtsleiter Stefan Ferber. "Mit bis zu 55 Euro pro Quadratmeter können Begrünungen durch die Stadt gefördert werden", ergänzt er. 

Hintergrundinformationen: 
Verschiedene Gründächer; für jeden etwas dabei

Eine extensive Dachbegrünung mit niedriger Bepflanzung, vorwiegend aus Dickblattgewächsen ist sehr pflegeleicht und übersteht auch längere Hitzephasen problemlos. Als Substrat, in dem die Pflanzen wachsen, reicht eine Schicht ab etwa acht Zentimetern. Gelegentlich sind angewehte Baum- oder Strauchsämlinge zu entfernen. Extensive Dachbegrünungen sind bei ausreichender Statik mit wenig Aufwand realisierbar.

Ein Biodiversitäts-Gründach, ist die Weiterentwicklung der extensiven Dachbegrünung hin zu einer Begrünung mit einer größeren Artenvielfalt an Pflanzen, um ein größeres Nahrungsangebot für Insekten anzubieten. Dazu braucht es eine dickere Substratschicht von bis zu 15 oder 20 Zentimeter. Dadurch steigt das Gewicht auf bis zu 200 kg/m² (Kilogramm pro Quadratmeter) oder mehr. Auf dem Biodiversitätsdach können zusätzliche Angebote für Insekten umgesetzt werden. Neben Totholzhaufen, Sandinseln oder temporären Wasserpfützen finden auch sogenannte Insektenhotels einen Platz. Das Pflanzenspektrum wird um Arten erweitert, die als Bienenweide tauglich sind.

Auch Schrägdächer können begrünt werden. Ein Schrägdach kann ohne viel Aufwand bis 15 Grad Dachneigung begrünt werden; ab 15 bis 45 Grad Dachneigung braucht es für die mögliche dauerhafte Begrünung zusätzlich eine Sicherung gegen Abrutschen. Durch spezielle Vorkehrungen, wie zum Beispiel Schubhölzer oder speziellen Drainageelementen wird die Lagesicherheit der Dachbegrünung gewährleistet. Die Substratstärke liegt hier bei 10 bis 12 Zentimenter und das Gewicht beträgt circa 150 kg/m². Die Möglichkeiten der Bepflanzung sind so vielfältig wie bei einer extensiven Dachbegrünung.

Im Trend, und seitens der Landeshauptstadt Düsseldorf mit bis 50 Euro/Kilowatt peak Solarpaneel gefördert, sind extensive Dachbegrünung in Kombination mit einer Solarstromanlage. Alle großen Dachbegrünungsanbieter haben Kombisysteme im Angebot, die eine Verknüpfung von Dachbegrünung und Photovoltaik (PV)-Montagegestell ermöglichen. Der Vorteil einer Kombination von Gründach und Solarstromanlage liegt darin, dass PV-Module durch die Verdunstungskälte der Pflanzen gekühlt werden. Das steigert sogar deren Stromertrag. Gleichzeitig werden die Pflanzen vor übergroßer Sonneneinstrahlung geschützt.

Ziele des Bundesverbands GebäudeGrün e. V.:
Der Bundesverband GebäudeGrün e. V. (BuGG) setzt sich dafür ein, mehr Grün in die Gemeinden und Städte zu bringen. "Wir wollen Städte in grüne Oasen verwandeln, um eine lebenswerte Zukunft für alle zu schaffen. Dafür fördern und gestalten wir eine nachhaltige, urbane Gebäudebegrünung und Kooperation mit allen gesellschaftlichen Akteuren," äußert sich Herr Dr. Gunter Mann, Präsident des Bundesverbandes GebäudeGrün e. V. (BuGG), auf der Internetseite des Verbandes.

Der BuGG verfolgt das übergeordnete Ziel, die Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünung einem möglichst breiten Publikum nahe zu bringen und durch Informationsangebote und Workshops positive Rahmenbedingungen zu schaffen. Der BuGG ist der Fachverband und die Interessensvertretung gleichermaßen für das Thema. Gleichzeitig können sich interessierte Unternehmen, Städte, Hochschulen, Organisationen sowie Bürgerinnen und Bürger zum Thema Gebäudebegrünung beim Verband informieren.

Programm und Anmeldung zum BuGG-Gründach-Forum Düsseldorf 2025 unter https://www.gebaeudegruen.info/bugg-gruendach-forum-duesseldorf-2/.

Nähere Informationen zur Förderrichtlinie DAFIB gibt es unter www.duesseldorf.de/dafib. Beratungen zur städtischen Förderung bietet das Umweltamt telefonisch unter 0211-8921015 und 8921048 an. Eine erste Einschätzung, ob Dächer für eine Begrünung und/oder eine Solaranlage geeignet sind, liefern das Solar- und das Gründachkataster unter https://www.solare-stadt.de/duesseldorf_gpk/Gruendachkataster.

PDF TXT