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Umwelt
Grünes Licht für Biodiversitätskonzept 2030
Schon jetzt zeigen die langjährigen städtischen Aktivitäten im Bereich des Natur- und insbesondere des Artenschutzes sichtbare Erfolge
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Der Rat der Stadt Düsseldorf hat in seiner Sitzung am 10. Juli 2025 das "Biodiversitätskonzept 2030" der Landeshauptstadt Düsseldorf beschlossen. In diesem Konzept werden Lösungsansätze zur Beseitigung von Defiziten und zur Verbesserung der Lebensräume gefährdeter Arten aufgezeigt. Kern des fast 300 Seiten umfassenden Biodiversitätskonzepts 2030 sind fortschreibungsfähige Einzelgutachten zu verschiedenen Artengruppen. In diesen Gutachten wurde sukzessive ermittelt, welche Arten es im Stadtgebiet von Düsseldorf gibt bzw. gab, wie zahlenreich diese vorkommen und welche Verbreitung diese Arten im Stadtgebiet aufweisen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Gefährdung der Arten und den Ursachen ihres Rückgangs.
"Unsere städtischen Aktivitäten im Bereich des Natur- und Artenschutzes zeigen sichtbare Erfolge. So ist vor allem bei der Artenvielfalt eine positive Trendwende zu verzeichnen – der Trend des Artenverlustes konnte im Stadtgebiet aufgehalten werden. Das nun im Düsseldorfer Stadtrat beschlossene 'Biodiversitätskonzept 2030' ist ein Fahrplan für die weitere Zukunft. Es skizziert die Leitplanken, um dem Verlust von Arten entgegenzuwirken und die Lebensraumvielfalt in Düsseldorf zu fördern. Das Konzept soll als Werkzeug dienen, um die Artenvielfalt im Stadtgebiet besser schützen und die natürlichen Lebensräume in der Landeshauptstadt weiter verbessern zu können", sagt Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller.
Das Biodiversitätskonzept ist dynamisch aufgebaut. So werden die Artengruppen kontinuierlich fortgeschrieben und fehlende Arten nach und nach erfasst. Aus den untersuchten Artengruppen wurden sogenannte Zielarten ausgewählt, die repräsentativ für bestimmte Lebensräume sind. Maßnahmen für diese Arten wirken sich daher unmittelbar auch auf viele weitere Arten dieser Lebensräume aus. Die Zielarten setzen sich wie folgt zusammen: 20 Pflanzen, 4 Wildbienen, 3 Libellen, 1 Köcherfliege, 1 Schwebfliege, 2 Heuschrecken, 6 Tagfalter, 10 Nachtfalter, 4 Fische, 3 Amphibien, 3 Reptilien, 9 Vögel, 5 Säugetiere. Darüber hinaus wurden mit Haussperling, Kiebitz, Mauersegler, Mehlschwalbe, Wanderfalke und Weißstorch sechs sogenannte Individualarten definiert, für die artspezifische Maßnahmen erfolgen.
Die Landeshauptstadt Düsseldorf fördert bereits die Artenvielfalt und den Schutz natürlicher Lebensräume durch zahlreiche Maßnahmen im Rahmen des prioritären Handlungsfeldes "Biodiversität" und des "Biodiversitätskonzeptes". So werden im Rahmen der Blühwiesenstrategie Wiesenflächen in Parkanlagen, auf Friedhöfen und im Straßenbegleitgrün durch eine angepasste Pflege immer blütenreicher und insektenfreundlicher. Ein weiteres Beispiel ist die Renaturierung des Altrheins in der Urdenbacher Kämpe, wo allein 25 der 72 Zielarten des Biodiversitätskonzeptes vorkommen. Ein weiteres Beispiel ist die Anlage eines Wildbienengartens am Ökotop Heerdt.
Das Biodiversitätskonzept enthält aktuell 81 Maßnahmen. Diese sind in sieben Handlungsfelder gegliedert, die einen Bezug zu den Zielarten haben. 48 Maßnahmen wurden der obersten Priorität (I) zugeordnet und sollen in den kommenden 5 Jahren umgesetzt werden.
Beispielhaft sei hier aus jedem Handlungsfeld eine Maßnahme genannt:
Stadtnatur: Umsetzung und Fortschreibung der Blühwiesenstrategie
Gewässer: Aktualisierung des Quellenkatasters
Offenland: Aufstellung eines Beweidungskonzeptes
Wald: Ausweisung von Alt-/ Biotopbäumen
Artspezifische Maßnahmen: Fortführung des Steinkauzschutzes
Schutzgebietskulisse: Neuaufstellung des Landschaftsplans
Öffentlichkeitsarbeit: Rezertifizierung und Fortsetzung des Prozesses "StadtGrün naturnah"
Das Konzept leistet somit einen möglichst umfassenden Beitrag zum Erhalt der regionalen Biodiversität.
Karte der Biodiversitäts-Hotspots
Für das Stadtgebiet der Stadt Düsseldorf wurde im Rahmen des Konzeptes eine Karte der Hotspots der Biodiversität erstellt und beinhaltet folgende Bereiche: Natura 2000-Gebiete, Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete, Geschützte Biotope (§ 30 BNatSchG), Biotopverbundflächen (herausragende/besondere Bedeutung), Landesweites Biotopkataster, Räume des GOP, Flächen der Blühwiesenstrategie, Kompensationskataster Deiche im Pflegekonzept, Obstwiesen und Quellen.
Bürgerbeobachtungen unterstützen die wissenschaftliche Erhebung
Ergänzend zur wissenschaftlichen Erhebung der einzelnen Artengruppen ist die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger ein wichtiger Bestandteil der Datenerhebung. Für das Biodiversitätskonzept 2030 wurden und werden Daten mit Hilfe von "Citizen-Science" (Bürger schaffen Wissen) erhoben und verwendet. Allein die Online-Datenbank www.observation.org umfasst inzwischen mehr als 100.000 Datensätze zu 4.268 Arten, die von insgesamt 1.703 Menschen erfasst wurden.
Übergeordnetes Biodiversitäts-Ziel
Das Stadtgebiet von Düsseldorf zeichnet sich bereits durch eine hohe Biodiversität aus, die aus verschiedenen Lebensräumen, Arten und der innerartlichen Vielfalt besteht. Entgegen der allgemeinen Vermutung finden in der Stadt viele Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Vor allem in städtischen Grünflächen, aber auch auf kleinräumigen Brachflächen und sonstigen Biotopinseln bieten sich vielfältige biologische Nischen. Insgesamt ist Düsseldorf artenreicher als gedacht. Bei vielen Artengruppen lässt sich entgegen des allgemeinen Trends etwa seit der Jahrtausendwende eine leichte Zunahme der Artenzahlen feststellen. Dies ist unter anderem auf bereits umgesetzten Artenschutz- und Naturschutzmaßnahmen zurückzuführen.
Die Biodiversität soll im Siedlungsbereich und baulichen Außenbereich erhalten und weiterentwickelt werden. Zu diesem Zweck wird ein Maßnahmenkonzept erstellt, das die zukünftigen Veränderungen durch den Klimawandel und deren Auswirkungen auf die Biodiversität berücksichtigt. Die umzusetzenden Biodiversitätsmaßnahmen sollen in einem Monitoring überprüft und kontinuierlich fortgeschrieben werden.
Bevor die gedruckte Version des "Biodiversitätskonzept 2030" erhältlich sein wird, werden die Teilgutachten zu den einzelnen Artengruppen sukzessive unter folgendem Link veröffentlicht: www.duesseldorf.de/stadtgruen/biodiversitaet.html
Zukunftspreis Düsseldorf mit dem Schwerpunkt Biodiversität
Die Landeshauptstadt Düsseldorf zeichnet in diesem Jahr Engagement für Nachhaltigkeit mit dem Schwerpunkt Biodiversität aus. Sobald die Jury aus den ausgewählten Bewerbungen drei Finalisten ausgewählt hat, können anschließend alle Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürger online darüber abstimmen, wer den Zukunftspreis 2025 erhält.
Informationen zum Zukunftspreis unter folgendem Link: https://www.duesseldorf.de/nachhaltigkeit/zukunftspreis