Pressedienst Einzelansicht

Kultur

Verleihung des Bernd-und-Hilla-Becher-Preises 2025

Die Fotokünstlerinnen Ursula Schulz-Dornburg (Hauptpreis) und Farah Al Qasimi (Förderpreis) werden ausgezeichnet/Festakt in der Kunsthalle Düsseldorf


Erstellt:
Redaktion: Ilgenstein, Valentina

Mit dem Bernd-und-Hilla-Becher-Preis werden Persönlichkeiten geehrt, die sich in der Fotografie besonders verdient gemacht haben. In diesem Jahr geht der mit 15.000 Euro dotierte Hauptpreis an die Fotokünstlerin Ursula Schulz-Dornburg. Der dazugehörige Förderpreis, mit 5.000 Euro dotiert, geht an die Künstlerin Farah Al Qasimi. Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller hat die Ehrung im Rahmen einer Verleihung in der Düsseldorfer Kunsthalle am 4. Juni vorgenommen. Die Laudatio für Ursula Schulz-Dornburg hielt die Autorin, Kunst- und Medienwissenschaftlerin Dr. Christina Irrgang, die Laudatio für Farah Al Qasimi übernahm Alona Pardo, Head of Programmes der Arts Council Collection, in London. Der Preis wurde zum dritten Mal vergeben.

Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller: "Ursula Schulz-Dornburg ist nicht nur eine herausragende Vertreterin der künstlerischen Fotografie, sondern auch eine Chronistin des kulturellen Erbes im besten Sinne. Ihre Arbeit beweist, dass Fotografie Verantwortung übernehmen kann – für Zeitgeschichte, für Erinnerung, für Weltwissen. Farah Al Qasimi Fotografien wiederum durchdringen das Alltägliche mit einer feinen Balance aus Inszenierung und Beobachtung. Ihre Werke sind Reflexionen über Ästhetik und Identität, über das Verhältnis von Tradition und Gegenwart, von Repräsentation und Selbstwahrnehmung." Der Oberbürgermeister weiter: "Dass beide Künstlerinnen an diesem Abend gemeinsam geehrt werden und im Rahmen der diesjährigen Bernd-und-Hilla-Becher-Preis-Woche gemeinsam in der Kunsthalle ausstellen, unterstreicht das weite Spektrum künstlerischer Fotografie – von konzeptueller Dokumentation bis hin zur visuellen Kulturkritik."

Hauptpreisträgerin Ursula Schulz-Dornburg wird ihr Preisgeld für ein Fotoprojekt für geflüchtete Jugendliche spenden. Im Vorfeld der Verleihung sagte sie über ihr Schaffen: "Die Fotografie ist für mich eine zentrale Form des Erzählens. Sie ermöglicht es mir, von Orten des Vergessens und der Zerstörung zu berichten und gleichzeitig von den menschlichen Geschichten, die sich hinter diesen Orten verbergen."

Die Förderpreisträgerin Farah Al Qasimi wird die Hälfte ihres Preisgeldes für medizinische Hilfe für Familien in den palästinensischen Gebieten spenden. Zur Auszeichnung mit dem Bernd-und-Hilla-Becher-Preis sagt sie: "Es ist eine Ehre, diesen Preis im Namen von Bernd und Hilla Becher zu erhalten, deren Arbeiten die Grenzen zwischen Beobachtung und künstlerischem Schaffen verschwimmen ließen."

Bernd-und-Hilla-Becher-Preis-Woche und Ausstellungseröffnung
Bereits am gestrigen Dienstag, 3. Juni, hatte Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller die Preisträgerin Ursula Schulz-Dornburg im Düsseldorfer Rathaus empfangen. Dort trug sich Ursula Schulz-Dornburg in das Goldene Buch der Stadt Düsseldorf ein.

Seit Beginn der Woche wird die Preisverleihung zudem durch die Bernd-und-Hilla-Becher-Preis-Woche begleitet. Das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf hat diese konzipiert, um die künstlerischen Positionen der Preisträgerinnen anhand von verschiedenen Formaten zu vermitteln. Interessierte haben am morgigen Donnerstag und Freitag noch die Gelegenheit, an der Aktionswoche teilzunehmen:

Die Förderpreisträgerin Farah Al Qasimi wird am Donnerstag, 5. Juni, einen öffentlichen Vortrag an der Hochschule Düsseldorf halten. In diesem wird sie ihre fotografische, filmische und performative Arbeit vorstellen, in der sie postkoloniale Strukturen von Macht, Geschlecht und Geschmack in den arabischen Golfstaaten untersucht.

Am Freitag, 6. Juni, 18 Uhr, schließt das Programm der Bernd-und-Hilla-Becher-Preis-Woche in der Kunsthalle Düsseldorf: Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller wird die Ausstellung der Preisträgerinnen eröffnen. Ursula Schulz-Dornburg und Farah Al Qasimi werden ihre Werke bis zum 7. September am Grabbeplatz zeigen. Weitere Informationen zu der Schau gibt es unter  https://www.kunsthalle-duesseldorf.de/ausstellungen/bhb-preis-2025/

Im gesamten Zeitraum der Bernd-und-Hilla-Becher-Preis-Woche (2. bis 7. Juni)  werden zusätzlich an 14 Punkten im Stadtraum Werke von Ursula Schulz-Dornburg und Farah Al Qasimi auf Plakatwänden gezeigt.

Das Programm mit allen Details und Anmeldemöglichkeiten ist unter www.duesseldorf.de/fotografie zu finden.

Hintergrundinformationen:

Die Preisträgerinnen
Ursula Schulz-Dornburg, geboren 1938, lebt und arbeitet seit 1969 in Düsseldorf. Die Jury begründete ihre Wahl unter anderem wie folgt: "Schulz-Dornburg verfolgt mit ihrer Arbeit ein kulturhistorisches anthropologisches Interesse, das sie mit der 'Vertikalität der Zeit' beschreibt: gefundenem und ehemals Belebtem eine konzeptionelle und heutige Form zu geben wie auch ein anhaltendes Bewusstsein für Ressourcen gegenwärtig zu halten – in menschlicher wie auch naturbezogener Weise."

Die Künstlerin Farah Al Qasimi ist 1991 in Abu Dhabi geboren und studierte Fotografie und Musik an der Yale University. In der Jury-Begründung heißt es unter anderem: "Al Qasimi arbeitet hauptsächlich mit Fotografie, Video und Performance und untersucht postkoloniale Strukturen von Macht, Geschlecht und Geschmack in den arabischen Golfstaaten. […] Da sie ihre Zeit zwischen Dubai und New York aufteilt, sind Sozialkritik und die Beobachtung der vielschichtigen Aspekte jedes Ortes in ihrer künstlerischen Praxis indirekt integriert. Durch ihre kühnen und lebendigen Fotografien erforscht sie die unausgesprochenen sozialen Normen und Werte, die in einem Ort, einem Moment oder einem Objekt eingebettet sind." Für ihr Schaffen erhielt Farah Al Qasimi erst vor Kurzem das Guggenheim Fellowship.

Der Bernd-und-Hilla-Becher-Preis
In Andenken an das international renommierte Düsseldorfer Fotografen-Ehepaar Bernd und Hilla Becher werden mit dem Fotokunstpreis der Landeshauptstadt Düsseldorf Persönlichkeiten geehrt, die einen wichtigen Beitrag zum zeitgenössischen Diskurs in der Kunst durch ihre Arbeit im Kontext der Fotografie geleistet haben. Der Haupt- und Förderpreis werden alle zwei Jahre von der Landeshauptstadt Düsseldorf auf Vorschlag einer unabhängigen, international besetzten Fachjury durch den Oberbürgermeister vergeben. Der Hauptpreis richtet sich an Künstlerinnen und Künstler, Theoretikerinnen und Theoretiker, Kuratorinnen und Kuratoren, die sich um die Fotografie sowie angrenzende Bereiche wie Film, Video und andere bildgenerierende Medien im Bereich der Kunst auszeichnen. Der Förderpreis richtet sich an Künstlerinnen und Künstler, die sich schwerpunktmäßig mit Fotografie, Bildmedien und Medienkunst auseinandersetzen.

Der Bernd-und-Hilla-Becher-Preis wird in diesem Jahr zum dritten Mal verliehen. Im Jahr 2022 beziehungsweise 2023 wurde die Fotokünstlerin Carrie Mae Weems mit dem Hauptpreis ausgezeichnet, die Fotokünstlerin Hannah Darabi mit dem Förderpreis. Den Hauptpreis erhielt im Jahr 2020 die Fotokünstlerin Evelyn Richter und den Förderpreis Fotokünstler Theo Simpson.

Über die Vergabe des Preises entscheidet eine international besetzte Jury. Der Jury 2022-2025 gehören neben dem Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, der Beigeordneten für Kultur und Integration, Miriam Koch, und Vertreterinnen und Vertretern der Politik und Verwaltung folgende Fachjurorinnen und - juroren an: Max Becher, Künstler und Sohn von Bernd und Hilla Becher, Dr. Felix Krämer, Generaldirektor des Kunstpalastes, Alona Pardo, Head of Programmes der Arts Council Collection, UK in London, Florian Ebner, Leiter der fotografischen Abteilung des Centre Georges Pompidou in Paris, und Ute Mahler, Fotografin und Begründerin der Ostkreuzschule in Berlin.

Hintergrund: Bernd und Hilla Becher
Das Künstlerpaar Bernd und Hilla Becher (geboren 20. August 1931, verstorben 22. Juni 2007/geboren 2. September 1934, verstorben 10. Oktober 2015) betreute in Düsseldorf seit 1976 die erste Klasse für künstlerische Fotografie an einer deutschen Kunsthochschule und leistetet damit einen wichtigen Teil zur Anerkennung der Fotografie als Medium in der bildenden Kunst. Der Preis der Landeshauptstadt wurde in Anerkennung an ihre künstlerische Arbeit und Lehre nach Bernd und Hilla Becher benannt.

Mehr Informationen unter www.duesseldorf.de/fotografie/bernd-und-hilla-becher-preis

Ein Video zu diesem Thema wird auf YouTube veröffentlicht unter: www.youtube.com/stadtduesseldorf

Zur redaktionellen Verwendung werden Ihnen unter folgendem Link Pressebilder zur Verfügung gestellt: https://duesseldorf.canto.de/b/NGOGM

PDF TXT