Herzog Wilhelm war der letzte Bergische Herrscher aus dem Hause Jülich. Da er nur eine Tochter besaß hatte er durch die Verlobung mit dem Erbprinz Johann von Kleve und zahlreiche vertragliche Vereinbarungen schon frühzeitig eine Vereinigung mit dem Nachbarterritorium Kleve vorbereitet.
Vgl.: Aufsätze im Katalogband: Land im Mittelpunkt der Mächte. Die Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg, Kleve 1984.
Johann I. (der Friedfertige)
Geboren am 10.11.1490, gestorben am 06.02.1539, verheiratet am 01.10.1510 mit Marie (geboren am 03.08.1491, gestorben am 19.08.1543, Tochter Wilhelms III., Erbin von Jülich-Berg). Herzog von Jülich-Berg 1511, von Kleve 1521.
Der jungverheiratete Erbprinz Johann von Kleve wurde nach dem Tode seines Schwiegervaters, Herzog Wilhelm von Berg, 1511, Herzog von Jülich und Berg sowie Graf von Ravenstein. Er siedelte in das Herzogtum Berg über und hielt sich weitgehend in Düsseldorf auf, dessen zentrale Lage am Rhein sich positiv auswirkte. Im Jahre 1521 erbte er von seinem Vater dessen Besitzungen, das Herzogtum Kleve, die Grafschaft Mark und die Herrschaft Ravenstein an der Maas (in den heutigen Niederlanden). Damit war ein großer Länderkomplex am Niederrhein entstanden, der auch als "Vereinigte Herzogtümer" bezeichnet wurde. Düsseldorf entwickelte sich zu einer der Hauptresidenzstädte.
Herzog Johann erließ mehrere landesherrlichen Kirchenordnungen, die die Missstände der katholischen Kirche ebenso wie die ersten Ideen der Reformation eindämmen sollten. Herzog Johann war ein Gegner der Reformation, er erlaubte aber, dass ein sächsischer Hofgeistlicher im Düsseldorfer Schloss predigen durfte.
Wilhelm V. (der Reiche)
Geboren am 28.07.1516, gestorben am 05.01.1592 in Düsseldorf, verheiratet am 18.07.1546 mit Marie (geboren am 15.05.1531, gestorben am 11.12.1581, Tochter des Kaisers Ferdinand I.). Er übernahm die Herrschaft in den Herzogtümern Jülich, Kleve und Berg sowie den Grafschaften Mark und Ravensberg und der Herrschaft Ravenstein nach dem Tod seines Vaters 1539. Außerdem besaß er noch die Anwartschaft auf das Herzogtum Geldern und die Grafschaft Zytphen. Sein prachtvolles Renaissance-Grabmal ziert den Chor der Lambertus-Kirche in Düsseldorf.
Wilhelm hieß "der Reiche" nach der Zahl der von ihm regierten Länder. Gleich zu Beginn seiner Regierung geriet er wegen der Anwartschaft auf das Herzogtum Geldern in Konflikt mit Kaiser Karl V. und musste nach der Eroberung von Düren im Vertrag von Venlo am 3. September 1543 nicht nur die Ansprüche auf Geldern und Zytphen abtreten, sondern sich auch der katholischen Partei anschließen, was durch seine Heirat mit Maria, der Nichte des Kaisers, untermauert wurde.
Wilhelm baute Düsseldorf zur Residenzstadt aus, gründete 1545 ein Gymnasium, erließ 1555 Gerichts- und Polizeiordnungen und gab Privilegien an Drucker und Apotheken. Er unterstütze die Stadt beim Bau des jetzigen alten Rathauses 1570 bis 1573 am Marktplatz. Auf konfessionellem Gebiet versuchte er einen "Mittleren Weg" zwischen den Konfessionen auf humanistischer Grundlage, wobei er persönlich Sympathien für die Protestanten hegte. Nach einem Schlaganfall 1566 war seine Regierungsfähigkeit stark eingeschränkt.
In seine Zeit fällt der Ausbau der alten Burg am Rhein zu einem für damalige Zeit modernen Renaissanceschloss, auch wurde eine Citadelle angelegt und die Stadt zu einer Landesfestung ausgebaut.
Da der älteste Sohn Wilhelms, Friedrich, bei einer Romreise gestorben war, musste der zweite Sohn, Johann Wilhelm, der schon für ein geistliches Amt vorgesehen war, für die Nachfolge vorbereitet werden. Er heiratete in einer außerordentlich prunkvollen Hochzeit 1585 Jakobe von Baden, aus der keine Erben hervorgingen.
Gegen Ende seiner Regierungszeit befanden sich seine Länder in schlechtem Zustand.
Vgl.: W. Harleß, Wilhelm V, Herzog von Jülich-Kleve-Berg, in: Allgemeine Deutsche Biographie, Leipzig 1898, S. 100 - 118.
Johann Wilhelm I.
Geboren am 28.05.1562, gestorben am 25.03.1609 in Düsseldorf, verheiratet in erster Ehe am 16.06.1585 mit Jakobe (geboren am 16.01.1558, gestorben am 02./03.09.1597, Tochter des Markgrafen Philibert von Baden-Baden), verheiratet in zweiter Ehe am 20.06.1599 mit Antonie (geboren am 26.08.1568, gestorben am 23.08.1610, Tochter des Herzogs Karl II. von Lothringen). Johann Wilhelm ist, nachdem er zunächst in der Schlosskapelle aufgebahrt worden war, erst am 30.10.1628 in der Fürstengruft der Stiftskirche St. Marien/St. Lambertus beigesetzt worden.
Johann Wilhelm litt an Verfolgungswahn und war regierungsunfähig. Seine erste Frau, Jakobe von Baden, die er am 16. Juni 1585 in einer prunkvollen Hochzeit geheiratet hatte, hatte versucht, in der Regierung Einfluss zu gewinnen, wobei sie in Konflikt mit einigen Räten geriet. Schließlich wird sie am Morgen des 3. September 1597 ermordet im Düsseldorfer Schloss aufgefunden. Die Mörder wurden nie gefasst. Man verheiratete Johann Wilhelm in einer weiteren Ehe mit Antonie von Lothringen, die jedoch ebenfalls kinderlos blieb. Da Johann Wilhelm keine lebenden Brüder oder direkte männliche Erben hatte, sollte das große Erbe schließlich an die Nachkommen seiner zwei ältesten Schwestern gelangen. Zuvor jedoch beunruhigte von 1609 - 1614 der jülich-klevische Erbfolgestreit die Lande.
Vgl.: Manfred Wolf, Johann Wilhelm, Herzog von Jülich-Kleve-Berg, in: Neue Deutsche Biographie, Berlin 1974, S. 491.