Je weiter der Krieg fortschritt, desto mehr verstärkten sich Anzahl und Heftigkeit der Angriffe, konnten Bergungs-, Rettungs- und Sanierungsmaßnahmen nur noch unvollkommen durchgeführt werden. Zwar war ein eigenes städtisches Amt mit der Bewältigung der direkten Folgen von Luftangriffen beschäftigt, die Archivalien zeigen jedoch die zunehmende Hilflosigkeit der Stadt, der Probleme Herr zu werden. Ab 1943/44 war an eine Reparatur der Kriegsschäden überhaupt nicht mehr zu denken, weil Personal- und Materialknappheit dies nicht mehr zuließen. Zur lebensgefährlichen Bergung wurden fast ausschließlich Zwangsarbeiter eingesetzt. Lebensgefährlich deshalb, weil sie nicht nur Menschen, sondern auch Blindgänger bergen mußten, die häufig nicht entschärft werden konnten und unkontrolliert detonierten. Zudem mußten sie auch Luftschutzbunker bauen und standen für die Sanierung beschädigter Gebäude nicht mehr zur Verfügung.
Zur physischen Belastung der Rettungskräfte kam die psychische: die Nachtangriffe ließen kaum noch Regenerationsmöglichkeiten zu; außerdem führte die unmittelbare Nachbarschaft zum Ruhrgebiet zu zahlreichen Fehlalarmen, wenn auch nicht Düsseldorf das Angriffsziel war. Trotzdem mußten dann die Bergungsarbeiten unterbrochen werden.
Bombenangriffe schufen sehr unterschiedliche Schäden, die von der Stadtverwaltung nur in unvollkommenem Maße behoben werden konnten. Immerhin schien es 1942 nötig und auch logistisch noch sinnvoll, einen fünfseitigen "Wegweiser für Fliegergeschädigte" verteilen zu lassen, der 41 Stichwörter von Abmeldebestätigung bis Wohnung aufführt und den Opfern Adressen an die Hand gibt, die ihnen eventuell helfen könnten.
Die Evakuierung von Bewohnern und Kunstwerken führte selbst den verbissensten Anhängern der Nationalsozialisten vor Augen, dass von einer Sicherung deutscher Städte durch die Luftwaffe keine Rede mehr sein konnte. Auch Winston Churchill war dies nicht entgangen, ging er doch in seiner Rede anläßlich der Verleihung des Londoner Ehrenbürgerrechts am 30.06.1943 ausdrücklich auf den verheerenden Luftangriff vom Pfingstsamstag, 12.06.1943, auf Düsseldorf ein: dieser habe die Überlegenheit der britischen Luftwaffe schlagend vor Augen geführt. Allein dieses Bombardement, das von 1 Uhr 15 bis 2 Uhr 35 dauerte, zerstörte beziehungsweise beschädigte unter anderem 16 Kirchen, 13 Krankenhäuser, 28 Schulen und mehrere tausend Wohngebäude. 1.300 Spreng- und circa 225.000 Brandbomben fielen in diesen 80 Minuten auf die Stadt und verwandelten die getroffenen Stadtteile Derendorf, Zentrum und die Südstadt in ein 40 Quadratkilometer großes Flammenmeer mit etwa 9000 Bränden. An prominenten Bauten brannte Schloß Jägerhof ebenso aus wie die Tonhalle, der Malkasten, der Hauptbahnhof und das Schauspielhaus. Die Königsallee - Pracht- und Flaniermeile der Stadt - war ein einziges Trümmerfeld. Mehr als 600 Menschen fanden den Tod, über 3000 wurden verwundet. Eine Krankenschwester berichtet:
"Beim Pfingstangriff haben wir Tag und Nacht gearbeitet. Schon in der Nacht, als noch Bomben fielen, kamen die ersten Verwundeten. Da kamen Menschen, die hatten 20 bis 30 Bombensplitter im Körper. Viele waren an den Augen verbrannt. Ich habe auch Tote gesehen, große Männer, die verkohlt waren, bis auf die Größe eines Kleinkinds geschrumpft."
Die Pfarrchronik von Sankt Suitbertus schildert Situationen, die nach jedem größeren Angriff zu beobachten waren:
"Die Sonne ging auf über Sodom und Gomorra. Ich mag das Elend der heimatlos und mit einem Schlage arm gewordenen Menschen nicht schildern, die am Straßenrand saßen mit ihren wenigen Habseligkeiten, oft ganz unwichtigem Krempel, oder in Schlangen vor den Volksküchen standen, um ihren Napf Nudelsuppe oder ihren Pack Butterbrote entgegen zu nehmen. Wie viele wurden vom Verhängnis verfolgt, die Bomben "liefen ihnen nach"; kaum, dass sie wieder in einem anderen Stadtteil ein Unterkommen gefunden und sich mit Mühe und Not ein paar Möbelstücke oder etwas Kleidung und Wäsche besorgt hatten, da ging es wieder über sie her, drei- und viermal..."
Die Stadtverwaltung sah sich immer weniger in der Lage, der Bevölkerung substantiell zu helfen. Die Zerstörungen waren 1944 so massiv, dass an eine zeitnahe Enttrümmerung gar nicht zu denken war, vom Wiederaufbau ganz zu schweigen. Hilflosigkeit, teils kombiniert mit der wirren Vorstellung, die Wirklichkeit durch Sprachverbote ändern zu können, führte zu absurden Anordnungen. So verfügte Oberbürgermeister Carl Haidn am 15. März 1944 kurz und bündig die
"Beseitigung der Wörter 'Katastrophen-Einsatz' und 'Soforthilfe'. Als Ersatz für das Wort 'Katastrophen-Einsatz' ist künftig die Bezeichnung 'Luftkriegseinsatz' zu wählen. Auch das Wort 'Soforthilfe' ist nicht mehr anzuwenden."
Man kann diese Verfügung nicht anders bezeichnen als eine mit Realitätsverlust gekoppelte innere Kapitulation vor den Problemen der Zeit.
Bombenschäden und zerstörte Strassenbahnen auf dem Hauptbahnhofvorplatz nach dem Luftangriff am 3.1.1943