Der Bombenkrieg betraf alle Bereiche menschlicher Existenz, er wirkte sich auch auf die Beisetzung Getöteter aus. So schrieb das Garten- und Friedhofsamt nach der Beisetzung von Bombenopfern am 25.09.1944 an das Hauptamt:
"Die vorhandene städtische Sargreserve hat auch bei diesem Angriff gute Dienste geleistet [...]. Die Vergrößerung des Leichenhallenraumes auf dem Nordfriedhof ist unbedingt erforderlich."
Zwei Angriffe im November 1943 und 1944 stellten den Höhepunkt des Luftkrieges dar, zerstörten bereits beschädigte Viertel und betrafen mit dem Zooviertel und den nördlichen Stadtgebieten auch solche, die bis dahin eher glimpflich davon gekommen waren.
Die Bevölkerung - hier vor allem die Kinder im Rahmen der "Kinder - Landverschickung" - suchte, soweit möglich, Zuflucht auf dem Land in der näheren Umgebung, aber auch in Mainfranken, wo die Stadt Düsseldorf in Marktheidenfeld eine Barackensiedlung incl. Kindergarten und Schule errichten ließ.
Wie in allen anderen Städten auch, mußte der Rüstungsindustrie Metall zur Verfügung gestellt werden. Die Abgabe von Kirchenglocken - teils Jahrhunderte alt - wurde ebenso gnadenlos verfügt wie jene von Statuen und Brunnenanlagen. 23 Kunstwerke wurden abgeliefert, die meisten kehrten jedoch unversehrt zurück.
Eines der wichtigsten Denkmäler der Stadt, das Reiterstandbild des "Jan Wellem" (Kurfürst Johann Wilhelm II.) aus dem 18. Jahrhundert, verblieb in Düsseldorf, mußte jedoch in Sicherheit gebracht werden, da die hölzerne Schutzverkleidung wegen der Kombination von Luftangriffen und Artilleriebeschuß als nicht mehr sicher galt. Zu diesem Zweck wurde das Kunstwerk am 17.11.1944 in einen eigens hierfür verbreiterten Luftschutzstollen nach Gerresheim verbracht. Der am Ort (vor dem alten Rathaus) verbliebene Sockel wurde Anfang 1945 stark beschädigt.
Das Stadtarchiv, das kaum Kriegsverluste zu beklagen hatte, konnte durch ein Bombardement paradoxerweise sogar noch Schriftgut hinzugewinnen: nach einem schweren Angriff am 11.09.1942, in dessen Verlauf auch das Rathaus schwer beschädigt wurde, fand der Stadtbaudirektor Croll Urkunden, Rechnungen, Rechnungsbelege, Akten und anderes mehr vor allem aus dem 15. und 16. Jahrhundert mit einem Umfang von etwa 0,5 laufenden Metern, die offenbar im Rahmen einer Umbaumaßnahme um 1825 als Dämmmaterial zweckentfremdet worden waren. Für die Stadtgeschichtsforschung war dieser "Rathausfund" von um so größerer Bedeutung, weil die Überlieferung vor 1800 schlichtweg fast nicht mehr existiert. Das Stadtarchiv Düsseldorf dürfte somit eines der wenigen Archive sein, das durch den Zweiten Weltkrieg einen substantiellen Gewinn verzeichnen kann.
Am 17.04.1945 endeten in Düsseldorf die Kampfhandlungen. Nach neun schweren und 234 mittleren Luftangriffen und Artilleriekämpfen blieb eine vom Krieg schwer gezeichnete Stadt zurück. Die letzten sieben Wochen war Düsseldorf zudem Frontstadt gewesen, da die amerikanischen Verbände am linken Rheinufer standen und die Stadt von dort aus unter Beschuß genommen hatten. Dem selbstlosen Einsatz einer Gruppe von Düsseldorfer Bürger ist es zu verdanken, dass die Stadt kurz vor der Kapitulation nicht noch einmal vernichtend bombardiert wurde: sechs Bürger um den Rechtsanwalt Karl August Wiedenhofen konnten den Kommandeur der Schutzpolizei am 16. April davon überzeugen, den Polizeipräsidenten August Korreng festzusetzen, um Zeit für Verhandlungen mit den Amerikanern zu gewinnen. Gauleiter Florian befreite Korreng jedoch und ließ fünf der Widerstandskämpfer standrechtlich zum Tode verurteilen und erschießen. Wiedenhofen und der Architekt Alois Odenthal konnten sich zu den Amerikanern durchschlagen und überredeten sie zu einem raschen Vormarsch in die Stadt. Einen Luftangriff mit 800 Bombern, der für den 17. April um 1 Uhr 10 Uhr geplant war, hatten sie abwenden können.
Gleichwohl: Bauwerke aus sieben Jahrhunderten waren zerstört oder doch so schwer beschädigt, dass sie nur in wenigen Fällen wieder aufgebaut wurden. Ganze sieben Prozent der Wohnhäuser, vier Prozent der öffentlichen Gebäude und sieben Prozent der Geschäftsgebäude hatten das Inferno des Zweiten Weltkriegs unbeschädigt überstanden. 10.000.000 Kubikmeter Schutt waren zu entfernen, 6.000 Menschen in Folge der Kampfhandlungen zu Tode gekommen, darunter etwa 300 Zwangsarbeiter, die die Trümmerräumung, Bombenentschärfung und Luftangriffe nicht überlebt hatten. Von 535.000 Bewohnern zu Kriegsbeginn lebten jetzt nur noch knapp 250.000 in der Stadt oder dem, was nach dem Abwurf von insgesamt 1.14 Millionen Brandbomben von ihr übriggeblieben war. Fast die Hälfte der Bewohner hatte die Stadt verlassen und war in die nähere oder weitere Umgebung geflüchtet, um Schutz vor den Angriffen bzw. ein neues Dach über dem Kopf zu finden. Zudem fehlten nun natürlich auch die Deportierten und Gefallenen.
Kriegsende, zerstörtes Auto an der Marienstrasse.