Mehrsprachigkeit als Lernvorteil - Kitas und Schulen informierten sich

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Am Freitag, den 06. Dezember luden das Kommunale Integrationszentrum Düsseldorf in Kooperation mit dem Zentrum für Schulpsychologie, dem Amt für Soziales und Jugend und dem Gesundheitsamt zum Fachtag „Sprachbildung und –förderung in der mehrsprachigen Gesellschaft“ ein. In einem Vortrag und acht Workshops konnten sich Lehr- und pädagogische Fachkräfte über aktuelle Theorien und Methoden zur Sprachbildung unter Berücksichtigung von Mehrsprachigkeit informieren. Foto: Amt für Migration und Integration der Landeshauptstadt Düsseldorf

Beim Fachtag "Sprachbildung und -förderung in der mehrsprachigen Gesellschaft" konnten sich Düsseldorfer Kitas und Schulen über die neuesten Erkenntnisse und Praxiskonzepte informieren.

Am Freitag, den 06. Dezember luden das Kommunale Integrationszentrum Düsseldorf in Kooperation mit dem Zentrum für Schulpsychologie, dem Amt für Soziales und Jugend und dem Gesundheitsamt zum Fachtag „Sprachbildung und -förderung in der mehrsprachigen Gesellschaft“ ein.

In einem Vortrag und acht Workshops konnten sich Lehr- und pädagogische Fachkräfte über aktuelle Theorien und Methoden zur Sprachbildung unter Berücksichtigung von Mehrsprachigkeit informieren. Unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren ebenso Leitungspersonal und Fachkräfte aus dem Bereich Frühe Bildung vertreten wie Schulleiter*innen, Lehrer*innen, Schulsozialarbeiter*innen und weiteres pädagogisches Personal an Schulen sowie zu dem Thema Sprachbildung und -förderung tätige Multiplikatorinnen und Multiplikatoren.

Anna-Maria Weihrauch, Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums, begrüßte stellvertretend für die Kooperationspartner: „Die Welt ist mehrsprachig. Schätzungen zufolge sprechen zwischen 60 und 75 Prozent aller Menschen zwei oder mehr Sprachen. Studien zeigen eindeutig, dass Kinder, die mehrsprachig aufwachsen, kognitive Vorteile und ein höheres kreatives Potenzial haben, wenn sie in ihren Sprachkompetenzen entsprechend gefördert werden. Gelingende Sprachbildung bedeutet daher gelebte Mehrsprachigkeit in allen Bildungskontexten und Institutionen. Dieser Fachtag soll Sie informieren, inspirieren und in Ihrer täglichen Arbeit unterstützen. Ich bedanke mich bei allen Kooperationspartnern, die diese Veranstaltung mit großem Engagement unterstützt und möglich gemacht haben.“

Anschließend trug Phyllis Quartey, politische Bildungsreferentin und Poetin, zwei eindrückliche Texte vor. Sie betonte, wie wichtig und bereichernd es ist, familiäre Mehrsprachigkeit zu fördern und diese als Kompetenz und Teil der Persönlichkeit einer Person wertzuschätzen. Der sich anschließende Vortrag von Professorin Julie A. Panagiotopoulou von der Universität Köln beleuchtete das Konzept des sogenannten „Translanguaging“ und zeigte Ansätze für die Arbeit in der Praxis auf. Translanguaging meint den fließenden und wechselnden Gebrauch mehrerer Sprachen mit- und ineinander. Im Gehirn Mehrsprachiger sind die Sprachen nicht voneinander getrennt, sondern bestehen vielmehr aus einem einzigen Sprachenrepertoire, aus dem je nach Kontext und Gesprächspartnern die passenden Worte und grammatikalischen Strukturen durch die Sprecher genutzt werden. Wenn also ein Kind, das in Deutschland mit der Herkunftssprache Türkisch zu Hause aufwächst, bereits früh beide Sprachen erlernen und diese in verschiedenen Kontexten nutzen kann, so kann es eine hohe Kompetenz darin entwickeln, mehrsprachig zu interagieren. Bekannt ist das sicherlich vielen, wenn um die sogenannte Alltagssprache und die sogenannte Bildungssprache geht. Je nach Kontext erlernen wir bereits als Kinder und Jugendliche, welche Variante wir mit unseren Freundinnen und Freunden oder unseren Lehrerinnen und Lehrern am besten nutzen.

In den unterschiedlichen Workshops konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer anschließend auf spezifische Aspekte der Sprachbildung und -förderung unter Berücksichtigung der Mehrsprachigkeit eingehen. So stellte das LVR-Zentrum für Medien und Bildung in seinem Workshop verschiedene Praxisbeispiele aus ihrer Medienwerkstatt für Kitas vor, die vor Ort ausprobiert werden konnten. Das Gesundheitsamt bot einen Workshop zur Sprachentwicklung bei Kindern an, unter Berücksichtigung der Mehrsprachigkeit. In den Workshops des Zentrums für Schulpsychologie und der Systemischen Beraterin Sonja Saad ging es um die Zusammenarbeit mit Eltern mit besonderem Fokus auf die familiäre Mehrsprachigkeit. Das Kommunale Integrationszentrum bot Workshops zu den Elternbildungsprogrammen „Griffbereit“ und „Rucksack Kita“ sowie zu einem Konzept für Lehrkräfte an, die mit neueingewanderten Schülerinnen und Schülern arbeiten. Die Rolle des Herkunftssprachlichen Unterrichts in der Sprachbildung und -förderung wurde durch Dr. Till Woerfel in seinem Workshop beleuchtet. Für Fachkräfte sowohl aus der Schule als auch aus der Kita gab es außerdem einen Workshop zur Bedeutung des Abbaus von Rassismus und Diskriminierung in der Sprachbildung und -förderung.

Die Teilnehmenden waren begeistert und konnten viele neue Impulse für sich und ihre Einrichtungen mitnehmen. Der gesamte Fachtag stellte eine gelungene Kooperation der beteiligten Ämter und Dienststellen dar. Weitere Angebote der einzelnen Akteurinnen und Akteure im Themenfeld Sprachbildung und -förderung sind geplant, um Düsseldorfer Lehr- und pädagogische Fachkräfte tatkräftig zu unterstützen.