Frank Wedekinds Kindertragödie „Frühlings Erwachen“ zählte Anfang des 20.Jahrhunderts zu den skandalträchtigsten Dramen seiner Zeit. 1891 geschrieben, aber erst 1906 uraufgeführt, versuchte es Konflikte, Träume und Abhängigkeiten pubertierender Jugendlicher offen und schonungslos darzustellen und ein Signal gegen die repressive und leistungsfixierte Erwachsenenwelt des wilhelminischen Reiches zu setzen. Wedekind selber hat sein Stück in einem Brief als einen Versuch bezeichnet, „die Erscheinungen der Pubertät bei der heranwachsenden Jugend poetisch zu gestalten…, um derselben, wenn möglich bei Erziehern, Eltern und Lehrern zu einer humaneren, rationelleren Beurteilung zu verhelfen.“
Ein Jahrhundert später haben sich nun über 120 Schüler und Schülerinnen der Jahrgangsstufen 5-10 des Humboldt-Gymnasiums aufgemacht das Stück und seinen zeitlosen Kanon an Jugendthemen in ihre Lebenswirklichkeit zu übertragen. Geleitet wurde das Projekt vom Theatermuseum der Landeshauptstadt, dessen Stifterehepaar, Louise Dumont und Gustav Lindemann, Wedekinds Erstlingswerk bereits wenige Monate nach seiner Berliner Uraufführung auch in Düsseldorf auf den Spielplan setzte, da sie von hohen Qualität dieses Meisterwerks überzeugt waren.
Idee und Konzept für das Theater- und Kunstprojekt stammen von der Schauspielerin und Theaterpädagogin Astrid Mühle, die zu den langjährigen freien Mitarbeiterinnen des Museums gehört; finanziell unterstützt wurde es durch das Bildungsprogramm „Jugend, Kultur und Schule“ des Kultur-, Schulverwaltungs- und Jugendamtes der Landeshauptstadt Düsseldorf.