Im Rahmen einer Europareise kam Ernest Martin nach Wuppertal und Düsseldorf. Noch unter dem Dach der Volkshochschule gründete er 1961 in Wuppertal das "Theater-Studio", das er bis 1967 leitete. Parallel dazu gründete und leitete er die Theatergruppe "Bühne 64" in Düsseldorf, ein zunehmend experimenteller werdendes Amateurtheater. Zu den wichtigen Produktionen aus dieser psychedelischen Zeit ab 1968 zählen "Time out of Mind", "Games People Play" und "The Electric Environment". In den 1970er-Jahren folgten Eigenproduktionen, die auch international erfolgreich waren: "Ich sehe mich dich sehen" und "Oedipus Telex". Ab 1982 wandte sich Ernest Martin wieder mehr textbasierten Aufführungen zu: mit den Stücken "Marat/Sade" von Peter Weiss und "Publikumsbeschimpfung", dessen Aufführungsrechte Peter Handke speziell Ernest Martin einräumte. Bis 1987 entstanden so insgesamt 17 Produktionen.
1984 wurde Ernest Martin der Leiter "Jungen Theaters in der Altstadt". Er förderte und unterstützte zahlreiche Theaterinitiativen der Freien Szene, so des "Jungen Ensembles" von Reinhold Tritt oder des "Theaters der Klänge" von Jörg Lensing. Ernest Martin selbst gehört zu den Gründern des "Seniorentheaters in der Altstadt". 1999 endete seine Intendanz. Die beiden Spielstätten Kammerspiele (Jahnstraße) und JuTA (Wilhelm-Marx-Haus) wurden zum heutigen Forum Freies Theater (FFT) zusammengeschlossen.
Neben seinen Arbeiten als Theaterregisseur und -leiter, war Ernest Martin auch als Schauspieler tätig. So wirkte er in dem Stück „Master Harald und die Boys“ mit, das in den 1980er-Jahren am Düsseldorfer und Kölner Schauspielhaus aufgeführt wurde, und war in dem Stück "Mandela vor Gericht" zu sehen, welches ebenfalls in den 1980er-Jahren am Schauspielhaus Basel präsentiert wurde. Sein über 50-jähriges Theaterleben beendete Ernest Martin mit einem Engagement als Tänzer in der Pina Bausch-Tanzproduktion "Kontakthof für Damen und Herren ab 65", die zwischen 2004 und 2009 mit zahlreichen Gastspielen im In- und Ausland, vor allem in Italien und Frankreich, aufgeführt wurde.
Inzwischen lebt Ernest Martin seit über 50 Jahren in Düsseldorf. Das Theatermuseum versteht die Ausstellung als Hommage an seine großen Leistungen für die Theatergeschichte der Freien Szene mit zeitweise internationaler Strahlkraft.