Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf beschließt Kommunalen Wärmeplan

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Der Kommunale Wärmeplan wurde in enger Zusammenarbeit mit zahlreichen Akteurinnen und Akteuren erarbeitet (v. l.): Heidrun Leinenbach (Stadtwerke Düsseldorf), Dr. Werner Fliescher (Haus & Grund Düsseldorf und Umgebung), Umweltdezernent Jochen Kral, Frederic Ferber (Handwerkskammer Düsseldorf), Marion Hörsken (Industrie- und Handelskammer zu Düsseldorf), Hans-Werner Eschrich (Innung Sanitär Heizung Klima Düsseldorf), Torben Beisch (Netzgesellschaft Düsseldorf) sowie Andreas Schmitt (Stadtwerke Düsseldorf). Copyright: Landeshauptstadt Düsseldorf/Claus Langer

Der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf hat in seiner Sitzung am 18. Juni 2026 den Kommunalen Wärmeplan beschlossen und damit einen wichtigen Baustein auf dem Weg zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung bis 2045 verabschiedet. Copyright: Landeshauptstadt Düsseldorf/Claus Langer

Breite Beteiligung prägt das Konzept zur künftigen Wärmeversorgung

Der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf hat in seiner Sitzung am  Donnerstag, 18. Juni 2026, den Kommunalen Wärmeplan beschlossen und damit einen wichtigen Baustein auf dem Weg zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung verabschiedet. Nun beginnt die Stadtverwaltung gemeinsam mit der Stadtgesellschaft, der lokalen Wirtschaft und den Stadtwerken Düsseldorf als zentralem Energieversorger mit der schrittweisen Umsetzung der im Wärmeplan enthaltenen Handlungsempfehlungen.

Der 2024 gestartete Erstellungsprozess war von einer intensiven Beteiligung der Öffentlichkeit und Fachöffentlichkeit geprägt. Ziel war es, die Perspektiven und das Fachwissen der gesamten Stadtgesellschaft frühzeitig einzubinden. 

Beteiligt waren neben Bürgerinnen und Bürgern sowie politischen Vertreterinnen und Vertretern zahlreiche weitere Akteure, darunter die Stadtwerke und die Netzgesellschaft Düsseldorf, die Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer sowie die Kreishandwerkerschaft. Darüber hinaus brachten die Innung Sanitär Heizung Klima, die Wohnungswirtschaft sowie weitere Akteure aus Öffentlichkeit und Fachöffentlichkeit ihre Expertise in den Prozess ein. 

"Die breite Einbindung der verschiedenen Interessengruppen war entscheidend, um lokale Erfahrungen und fachliches Know-how gleichermaßen zu berücksichtigen und den Kommunalen Wärmeplan praxisnah, realistisch und zukunftsfähig zu gestalten. Ich danke allen Beteiligten für ihr großes Engagement und ihre konstruktive Mitwirkung", sagt Jochen Kral, Dezernent für Umwelt der Landeshauptstadt Düsseldorf. "Auch die Umsetzung des Kommunalen Wärmeplans werden wir in enger Zusammenarbeit mit allen Beteiligten angehen."

Der Abschlussbericht zeigt, dass Düsseldorf aktuell noch stark von fossilen Energieträgern und einer überwiegend alten Gebäudestruktur geprägt ist. Rund 92 Prozent des jährlichen Endenergieverbrauchs für Wärme entfallen auf fossile Quellen, insbesondere Erdgas. Gleichzeitig besteht ein erhebliches energetisches Sanierungspotenzial, da etwa 63 Prozent des beheizten Gebäudebestands im Jahr 1970 oder früher errichtet wurden. 

Die Potenzialanalyse verdeutlicht: Die theoretisch technisch erschließbaren klimaneutralen Wärmequellen und Effizienzpotenziale übersteigen mit rund 11,5 bis 13,3 Terawattstunden pro Jahr den aktuellen Wärmebedarf von jährlich 7,8 Terawattstunden deutlich. Besonders hervorzuheben sind die Potenziale der oberflächennahen Geothermie, der Nutzung von Rheinwasser als Wärmequelle sowie industrieller und abwasserbasierter Abwärme. Die größten Einsparpotenziale liegen in der energetischen Sanierung von Wohngebäuden und der Effizienzsteigerung industrieller Prozesse.

Darüber hinaus weist der Wärmeplan darauf hin, dass der Einbau neuer Gasheizungen – auch sogenannter Wasserstoff (H2)-Ready-Gasheizungen – angesichts langfristiger Kosten- und Regulierungsentwicklungen wirtschaftliche Risiken bergen kann. Wasserstoff und Biogas werden nach heutigem Kenntnisstand aufgrund begrenzter Verfügbarkeit, hoher Kosten und infrastruktureller Anforderungen nicht als realistische klimaneutrale Lösungen für die dezentrale Wärmeversorgung privater Gebäude in Düsseldorf angesehen und werden voraussichtlich nur in einzelnen Ausnahmefällen zum Einsatz kommen.

Der Kommunale Wärmeplan bietet Bürgerinnen und Bürger vor allem eine Orientierung für zukünftige Investitionsentscheidungen im Bereich der Wärmeversorgung. Aus dem Wärmeplan als strategischem Planungsinstrument ergibt sich keine Verpflichtung zum Einsatz einer bestimmten Heiztechnologie. Auch ein Anschluss- und Benutzungszwang an die Fernwärme ist in Düsseldorf derzeit nicht vorgesehen.

Der Düsseldorfer Transformationspfad zur klimaneutralen Wärmeversorgung 2045 setzt auf einen ausgewogenen Mix aus Fernwärme in geeigneten hochverdichteten Gebieten, dezentralen Lösungen wie dem Einsatz von Wärmepumpen sowie der punktuellen Nutzung von Wasserstoff in der Industrie, sofern dieser verfügbar und wirtschaftlich einsetzbar ist.  Ziel ist ein schrittweiser, sicherer und wirtschaftlich tragfähiger Umbau zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung in der Landeshauptstadt Düsseldorf. 

Das Zielszenario der Wärmeversorgung im Jahr 2045 ist für Bürgerinnen und Bürger auf der Internetseite der Landeshauptstadt Düsseldorf unter www.duesseldorf.de/waermeplanung verfügbar. Dort werden zudem häufig gestellte Fragen beantwortet – beispielweise zu den Auswirkungen der Kommunalen Wärmeplanung, zum Einbau neuer Heizungen oder zum Weiterbetrieb bestehender Heizungsanlagen.

Der Kommunale Wärmeplan wird regelmäßig fortgeschrieben und mindestens alle fünf Jahre überprüft sowie an neue Entwicklungen und Erkenntnisse angepasst.

Fotos zum Download und zur redaktionellen Verwendung finden sich unter https://duesseldorf.canto.de/b/GMQL5.