Häufig gestellte Fragen zu Krätze (Skabies)
Häufig gestellte Fragen zu Krätze (Skabies)
Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Ansteckung, Symptomen, Behandlung und dem Besuch von Kindertageseinrichtungen und Schulen.
1) Wodurch wird Scabies ausgelöst?
Krätze (Skabies) ist eine ansteckende Hauterkrankung, die durch Krätzmilben (Sarcoptes scabiei var. hominis) ausgelöst wird.
2) Wie lange dauert es, bis Beschwerden auftreten?
Bei einer erstmaligen Ansteckung treten die ersten Symptome meist nach zwei bis sechs Wochen auf.
3) Wie steckt man sich an?
Eine Ansteckung erfolgt in der Regel durch engen und längeren Hautkontakt.
Typische Situationen sind:
- Kuscheln
- Pflege
- Sexualkontakt
Eine Übertragung über Kleidung, Bettwäsche, Handtücher oder Plüschtiere ist im Alltag deutlich seltener, sofern es sich nicht um einen Ausbruch in einer Einrichtung handelt.
4) Wie erkenne ich, dass ich Krätze habe?
Typische Beschwerden bei Krätze sind:
- Starker Juckreiz, vor allem nachts
- Kleine Bläschen oder Knötchen
- Pusteln oder Hautausschlag
Häufig betroffen sind:
- Fingerzwischenräume
- Handgelenke
- Bereich der Brustwarzen
- Ellenbogen
- Leistenregion
- Penis
Auch andere Körperregionen können befallen sein.
Bei Säuglingen und bei Kleinkindern sind eher Gesicht, behaarte Kopfhaut, Handflächen und/oder Fingerrücken befallen.
Wichtig: Wenn Sie den Verdacht auf Krätze haben, sollten Sie möglichst zeitnah eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.
5) Warum ist die Diagnose manchmal schwierig?
In der frühen Phase der Erkrankung können bereits Milben vorhanden sein, obwohl noch keine typischen Symptome sichtbar sind. Deshalb lässt sich eine Infektion nicht immer sofort sicher nachweisen oder ausschließen.
6) Wie wird Krätze behandelt?
Die Behandlung erfolgt nach ärztlicher Diagnose und besteht meist aus einem Medikament zum Auftragen auf die Haut.
Bitte beachten Sie:
- Verwenden Sie Medikamente nur nach ärztlicher Empfehlung.
- Halten Sie sich genau an die Anwendungshinweise.
- Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über enge Kontaktpersonen.
Je nach Situation kann auch eine Mitbehandlung von Personen sinnvoll sein, die engen Hautkontakt hatten, selbst wenn sie noch keine Beschwerden haben.
7) Darf mein Kind eine Kindertageseinrichtung oder Schule besuchen?
Kinder mit Krätze oder einem entsprechenden Verdacht dürfen Gemeinschaftseinrichtungen zunächst nicht besuchen (§ 34 Infektionsschutzgesetz). Eine Rückkehr ist möglich, wenn eine Ärztin oder ein Arzt mit einem Attest bestätigt, dass keine Weiterverbreitung mehr zu befürchten ist.
8) Bin ich nach einer Erkrankung immun?
Nein, eine Neuinfektion ist möglich. Nach einer erneuten Ansteckung zeigen sich Beschwerden häufig nach wenigen Tagen.
9) Muss eine Kindertageseinrichtung bei einem Ausbruch geschlossen werden?
Die Maßnahmen sind im Einzelfall zu bewerten. Eine Schließung der Einrichtung ist nur in besonderen Situationen erforderlich.
Problematisch ist jedoch, dass unbehandelte Angesteckte danach gegebenenfalls wieder mit Milben in die Einrichtung kommen.
10) Müssen bei einer Krätze-Meldung alle Kinder einer Kindertagesstätte gleichzeitig behandelt werden?
Nein, über die Behandlung entscheidet ausschließlich die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt. Eine vorsorgliche Behandlung aller Kinder ist in der Regel nicht erforderlich.
11) Muss ich meine Wohnung desinfizieren?
Eine Desinfektion der gesamten Wohnung ist normalerweise nicht notwendig.
Wenn ein Haushaltsmitglied Krätze hat, wird empfohlen:
- Kleidung
- Bettwäsche
- Handtücher
- Kuscheltiere
möglichst bei 60 °C zu waschen.
Alternativ können nicht waschbare Gegenstände mehrere Tage in einem Plastiksack trocken und warm gelagert werden, sodass die Milben absterben.
12) Können Haustiere Krätze übertragen?
Haustiere besitzen eigene Milbenarten. Diese können beim Menschen in seltenen Fällen Hautreaktionen auslösen. Nach aktuellem Kenntnisstand werden diese Milben nicht von Mensch zu Mensch übertragen.
13) Kennt meine Ärztin/mein Arzt sich mit Krätze aus?
Ja, Hausärztinnen und Hausärzte können Krätze diagnostizieren und behandeln. Besonders spezialisiert sind Fachärztinnen und Fachärzte für Dermatologie (Hautheilkunde).
14) Warum kommt es in Pflegeheimen häufiger zu größeren Ausbrüchen?
In Pflegeeinrichtungen leben häufig ältere oder gesundheitlich beeinträchtigte Menschen mit engem Kontakt zusammen. Dadurch kann sich Krätze leichter ausbreiten. Zudem treten dort gelegentlich besonders schwere Verlaufsformen auf, die umfangreiche Schutzmaßnahmen erforderlich machen.