Zum Abschluss der einmaligen Europatournee gastiert die Ausstellung vom 11. September bis 7. November 2004 im Kreismuseum Zons und im Theatermuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf, die zu diesem Zweck eine Partnerschaft eingehen.
Die Pracht der Nô-Kostüme geht auf eine Tradition des 15. Jahrhunderts zurück: Shôgune und Adelige schenkten den Schauspielern für das zeremonielle Spiel auf der Bühne ihre eigenen kostbaren Gewänder aus Goldbrokat und Seide. Die Erlesenheit der Stoffe, die Brillanz der Farben und die symbolträchtigen Muster der Kostüme sind mehr als nur Zierde und beeindrucken noch heute. Sie verkörpern das lyrische Wesen der Rolle, die Jahreszeit, den Schauplatz, die Gefühle und spiegeln somit die gesamte Atmosphäre wider. Als Requisit können sie sogar der Schlüssel der Handlung sein.
Das Nô-Theater entstand im 14. Jahrhundert und orientierte sich im Gegensatz zum volkstümlichen Kabuki an der Kultur des Hofes, es vereint Tanz, Musik, Schauspiel und Dichtung zu einem Gesamtkunstwerk. Im Mittelpunkt der Stücke steht die Begegnung des Menschen mit der Welt des Spirituellen und Unsichtbaren. Die von Generation zu Generation weitergegebene Kunst wird ausschließlich von Männern ausgeübt. Jede Bewegung ist ritualisiert: Erst in der perfekten Beherrschung der Tradition offenbart sich die Individualität des Meisters.
Die Ausstellung im Kreismuseum Zons sowie im Theatermuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf zeigt die prachtvollen Nô-Kostüme der Sammlung des Yamaguchi Noh Costume Research Center in Kyoto. Photos und Videos geben zudem Einblick in die Aufführungspraxis des zeitgenössischen Nô-Theaters.
Obwohl aus früheren Jahrhunderten noch zahlreiche Nô-Kostüme erhalten sind, drohen sie mit der Zeit verloren zu gehen. Seit 1984 reproduziert Akira Yamaguchi daher die historischen Kostüme des Nô-Theaters: Angefangen mit der Zucht alter, reiner Seidenraupenarten, über die Gewinnung und das Färben der Seide mit althergebrachten Mitteln, bis zum Weben des Stoffes an aus alter Zeit rekonstruierten Webstühlen, taucht Yamaguchi ein in die traditionelle Welt des Nô und erweckt deren leuchtende Ausdruckskraft zu neuem Leben. Die Farbigkeit und die handwerkliche Präzision weisen die Gewänder als Meisterwerke aus.
Die erfolgreiche Ausstellung wurde bisher in Genf, Paris, Prag, Wien, München, Meiningen und Rotterdam gezeigt. Die Ausstellung wird gefördert durch die Kunststiftung Nordrhein-Westfalen, die Sparkassen Stiftung und die Japan Foundation sowie das Japanische Generalkonsulat.
Ein gemeinsames Veranstaltungsprogramm der beiden Museen mit Aufführungen und Vorträgen wird die Ausstellung begleiten und vertiefen. Es bietet den Zuschauern die Möglichkeit, in diesen spannenden Teil der japanischen Theaterkultur einzudringen.