Else-Gores-Straße - Landeshauptstadt Düsseldorf

Else Gores

Else Gores und Sohn (ca. 1944)

Else Gores

Else Gores, geboren 11. Dezember 1914 (Düsseldorf), gestorben am 12. April 1945 (Düsseldorf), wohnte auf der Oberbilker Allee 284 und versteckte dort ihren Jugendfreund Franz Krahn im Keller. Nachdem sie denunziert worden war, wurde sie am 11. April 1945 von Angehörigen der Heeresstreife abgeholt.

 

11. April 1945 – Freundschaft bleibt!
Else Gores und Franz Krahn

Der 11. April 1945 war ein ungewöhnlich warmer Frühlingstag. Im Eller-Forst spürte man nichts von der verschärften Situation in der sich die Stadt und seine Bevölkerung seit Anfang März befanden. Die Bäume rauschten im Wind, Veilchen und Narzissen streckten sich nach der Sonne und blühten um die Wette, Singvögel gaben ein lautes Konzert - und plötzlich Schüsse!

Die 31-jährige Else Gores und der gleichaltrige Franz Krahn kannten sich bereits seit ihrer Jugend. Ihre Familien hatten mehrere Jahre nebeneinander in der Altstadt, am Burgplatz 20 gewohnt. Hier entwickelte sich eine Freundschaft. Auch als Else Gores umzog und dann ab Juli 1940 mit ihrem Mann Josef (Senior) und dem 7 Monate alten kleinen Sohn Josef in die Oberbilker Allee 284 zog, riss der Kontakt nicht ab.
Josef Gores war Wehrmachtssoldat und bis auf Unterbrechungen durch Haft und Lazarett an der Front. Im Winter 1944 lebten in der Oberbiker Allee neben Else und ihrem Sohn auch ihre Eltern, Mutter Elisabeth und Stiefvater August Kersting mit Unterbrechungen in der Wohnung. Als Franz Krahn vor ihr stand und um Hilfe bat, zögerte sie nicht und öffnete die Tür.

Franz Krahn war schon früh Mitglied der KPD und im Roten Frontkämpferbund aktiv. Seit der Machtübernahme geriet er immer wieder ins Visier der Nationalsozialisten. Im März 1933 wurde er beim Plakatieren zur anstehenden „Märzwahl“ angeschossen. Über die Jahre folgten mehrere Verhaftungen. Am 10. November 1938 äußerte er sich gemeinsam mit Kollegen der Baufirma Georg Becker öffentlich zu den Ereignissen der vergangenen Nacht und verurteilte diese aufs schärfste. Neun Monate Haft im Gefängnis Anrath waren die Folge. Im Anschluss zog man ihn zur Wehrmacht ein und er wurde in das berüchtigte Bataillon 999 geschickt. Sein bester Freund Fritz Libertus berichtete, dass Franz 1943 nach einer Verwundung seinen rechten Arm nicht mehr bewegen konnte und sich alle zwei Tage einer Behandlung im Lazarett Kaiserswerth unterziehen musste. Sein Wille sich gegen die Nazis aufzulehnen war keineswegs gebrochen. Ende 1944 hatte ihn die Gestapo abermals auf dem Schirm. Er tauchte vier Wochen bei Fritz Libertus in der Brückenstraße 31 unter. Als die Gestapo eines Nachmittags bei Familie Libertus auftauchte und nach Franz Krahn verlangte, hatte er bereits morgens bei seiner Freundin Else Gores Zuflucht in ihrer Wohnung erhalten. Fritz Libertus unterstütze die Aktion weiter mit Lebensmitteln und alle paar Tage trafen sich Franz und seine Ehefrau im Keller der Oberbilker Allee.

Wenige Tage vor Kriegsende wurden Else Gores und Franz Krahn bei der Heeresstreife Kaiser denunziert. Um 11 Uhr morgens, am 11. April 1945 holte Feldwebel Adolf Stender gemeinsam mit einem Kommando den 31-jährigen Franz aus der Wohnung, ließ ihn verurteilen und hinrichten. Es ist möglich, dass Else Gores zu diesem Zeitpunkt nicht in der Wohnung war, denn nachmittags erschien die Heeresstreife erneut in der Oberbilker Allee um sie zu verhaften. Stender und seine Horde verschleppten die junge Mutter in den Eller-Forst, schossen ihr durch den Hals und ließen die lebensgefährlich Verletze zurück.
Drei Frauen fanden Else Gores am darauffolgenden Tag, am 12. April bei ihrem Spaziergang durch den Wald. Sie brachten sie in die nahegelegene Gaststätte „Zur Waldschenke“.
Aber auch die Rettungsaktion wurde denunziert. Ein Wehrmachtswagen mit Adolf Stender und Soldaten tauchte auf und nahm Else Gores mit. Else Gores wurde nie wieder gesehen.

(Autorin: Astrid Hirsch-von Borries, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf)

Hintergrund zum Straßennamen:

Hintergrund zum Straßennamen:

Franz-Jürgens-Straße

Der Namensgeber Franz Jürgens, ehemalige Oberstleutnant der Schutzpolizei Düsseldorf, wurde in der historischen Darstellung der vergangenen Jahrzehnte als Unterstützer der "Aktion Rheinland" und der kampflosen Übergabe von Düsseldorf an die Alliierten zum Ende des Zweiten Weltkrieges auf vielfältige Weise geehrt.
Im Rahmen einer tiefgreifenden Aufarbeitung der "Aktion Rheinland" durch die Mahn- und Gedenkstätte wurde jedoch festgestellt, dass Franz Jürgens der nationalsozialistischen Ideologie nahestand und sich erst in den letzten Tagen des Krieges gegen das nationalsozialistische Regime stellte.

Eine ausführliche Beleuchtung der Person Franz Jürgens ist der Beschlussvorlage KUA/043/2024/2 zu entnehmen.