Jana Johanna Haeckel, Foto: Jan. A. Staiger, © Jan A. Staiger
Die vierte Edition der Biennale düsseldorf photo+ findet 2027 statt
Laufzeit: 16. Februar bis 29. März 2027
Im Frühjahr 2027 wird in ganz Düsseldorf wieder der Fokus auf die Fotografie sowie medienbasierte Kunst gelegt. Beides wird in ihren vielfältigsten Facetten in der ganzen Stadt zu erleben sein. Ausgangspunkt für die Biennale bildet inhaltlich und örtlich eine zentrale Ausstellung, die 2027 erstmals im Kunstpalast am Ehrenhof zu sehen sein wird. Von hier aus ist das Publikum eingeladen, sich umfassend auf die düsseldorf photo+ einzustimmen. Das Besondere der Düsseldorfer Biennale liegt in der Verbindung von eigens kuratierten Ausstellungen mit einer Vielzahl von Projekten der Fotostadt Düsseldorf. Es bringt unterschiedliche Akteur*innen zusammen: öffentliche und private Institutionen, Museen, Hochschulen, Galerien sowie freie Ausstellungsräume.
Jana Johanna Haeckel übernimmt künstlerische Leitung der 4. düsseldorf photo+ 2027
Jana Johanna Haeckel übernimmt die künstlerische Leitung der 4. Ausgabe der Biennale für Fotografie in Düsseldorf 2027. Sie wird damit außerdem Kuratorin der zentralen Ausstellung von düsseldorf photo+ im Kunstpalast. Die promovierte Kunsthistorikerin Jana Johanna Haeckel kuratiert seit über 14 Jahren internationale Kunstausstellungen rund um das Medium Fotografie, unter anderem in Prag, Turin, Brüssel, Berlin, München und Valencia. Sie reflektiert in ihrer Ausstellungstätigkeit pointiert die gesellschaftliche Relevanz von Fotografie mit konzeptueller Klarheit und visueller Kraft.
Jana Johanna Haeckels Thema für die kommende Ausgabe der Biennale stellt den menschlichen Körper als Gegenstand fotografischer Macht im Spannungsfeld von Kontrolle und Emanzipation in den Fokus ihrer Betrachtung. Mit dem Arbeitstitel „Disobedient Bodies/Ungehorsame Körper“ sollen sowohl zeitgenössische als auch historische Positionen miteinander verbunden werden. Die Verknüpfung mit dem historischen Kontext der Fotografie setzt einen neuen und starken Akzent im Programm der Biennale düsseldorf photo+.
Statement von Jana Johanna Haeckel:
„Ich freue mich sehr darauf, die 4. Ausgabe der Biennale düsseldorf photo+ als künstlerische Leitung zu kuratieren und ein neues Kapitel zu schreiben. Ziel ist es, die im außergewöhnlichen Maß prägende Fotoszene Düsseldorfs zusammenzubringen und damit die fotogeschichtliche Bedeutung der Stadt als auch die Vielstimmigkeit ihrer Institutionen, Galerien und Off-Spaces widerzuspiegeln. Diese Vielseitigkeit entspricht der Komplexität des Mediums Fotografie. Mir ist besonders wichtig, die historische Verantwortung zu thematisieren, die dem Medium in einer von Krisen geprägten Gegenwart zukommt. Fotografie ist wie kaum ein anderes Medium an die Vorstellung von Realität gebunden. Deshalb besitzt sie das Potenzial, gesellschaftliche Zustände sichtbar zu machen, Perspektiven zu hinterfragen und neue Formen des Dialogs zu eröffnen. In einer Gegenwart, in der digitale Bilder die Vorstellung von Identität und Körperlichkeit zunehmend algorithmisch codieren und ordnen, bin ich begeistert von sinnlichen künstlerischen Ideen, die dem menschlichen Körper den notwendigen Raum geben, Widerstand zu leisten, von Konzepten, die auch kollaborative Bild- und Gemeinschaftsformen vorschlagen.“
Fachjury hat die künstlerische Leitung bestimmt
Jana Johanna Haeckel wurde für die künstlerische Leitung von einer erstmals eingerichteten Fachjury ausgewählt, die zum neuen Konzept der Biennale düsseldorf photo+ gehört. Die Jury bestand aus Anne-Marie Beckmann (Direktorin der Deutsche Börse Photography Foundation, Frankfurt am Main), Linda Conze (Leiterin der Sammlungen Fotografie und Zeitbasierte Medien am Kunstpalast, Düsseldorf) und Rupert Pfab (Fotohistoriker und Galerist, Düsseldorf).
Statement der Jury zu ihrer Entscheidung:
„Was uns an dem Konzept von Jana Johanna Haeckel überzeugt, ist der weite zeitliche Bogen, der historische Positionen der Fotografie mit der Gegenwart verbindet und damit einen vertiefenden Einblick in das gesellschaftlich relevante Thema bietet. Wir sehen das große Potenzial, das die in ihrem Konzept vorgeschlagenen Positionen in ihrer visuellen Zugänglichkeit, neben dem Fachpublikum, Besucher*innen aller Generationen ansprechen wird.“
Die drei Ausgaben der Biennale in den Jahren 2020, 2022 und 2024 wurden von unterschiedlichen Teams verantwortet, in denen Rupert Pfab und Pola Sieverding als künstlerische Leitung eine Konstante bildeten und das umfassende Projekt in der Stadt etablierten. Beginnend mit der 4. Biennale 2027 wird die künstlerische Leitung über eine Fachjury jeweils neu besetzt.
Künstlerische Leitungen der Biennale düsseldorf photo+
- 2020 Christine Erhardt, Rupert Pfab, Thomas W. Rieger, Carl Friedrich Schröer, Pola Sieverding
- 2022 Rupert Pfab, Thomas W. Rieger, Pola Sieverding
- 2024 Pola Sieverding, Rupert Pfab
- 2027 Jana Johanna Haeckel
Zur Person Jana Johanna Haeckel
Jana Johanna Haeckel (geboren 1981) ist freie Kuratorin und lebt in Brüssel. Sie lehrt Fotografie- und Ausstellungsgeschichte und -theorie an der Königlichen Akademie für Schöne Künste, KASK & Conservatorium, in Gent. Zuvor war sie Direktorin des Photoforum Pasquart (Schweiz) und arbeitete u. a. für das Goethe-Institut Brüssel sowie für die Sammlung Boros in Berlin. Haeckel promovierte in Kunstgeschichte an der Université catholique de Louvain in Belgien. Ihr Studium der Kunstgeschichte, Vergleichenden Literaturwissenschaft und Romanistik absolvierte sie an der Humboldt-Universität zu Berlin, der Freien Universität Berlin und der Universität Paris-Sorbonne (Paris IV).
In ihrer kuratorischen und wissenschaftlichen Praxis beschäftigt sich Jana Johanna Haeckel mit Fragen der Bild- und Körperpolitik in der zeitgenössischen Kunst sowie mit Ethikfragen im Bereich des Fotografischen. Sie kuratierte zahlreiche internationale Ausstellungen und veröffentlichte mehrere Publikationen, darunter Photography Today. Resistant Faces (Pinakothek der Moderne, 2020) und Everything Passes Except the Past (Sternberg Press, 2021). Zu ihren jüngsten Projekten zählt Love, Maybe – Intimität und Begehren in der zeitgenössischen Kunst, eine erweiterte Sammlungsausstellung und Publikation mit der Alexander Tutsek-Stiftung in München (DISTANZVerlag, 2025).