Im 200. Jahr der Fotografie präsentiert Düsseldorf die Gegenwart des Medium als diskursive Kunstform
Zum 200-jährigen Jubiläum der Fotografie präsentiert die Landeshauptstadt Düsseldorf vom 12. bis 15. November 2026 erneut ihre fotografische Gegenwart im Digital Sektor auf der Paris Photo im Grand Palais. Die Präsentation Düsseldorf and Photography, initiiert von der Kommission Fotostadt Düsseldorf, widmet sich der Frage, wie sich Fotografie im Kontext der zeitgenössischen Kunst als medienübergreifende Praxis verändert.
Im Zentrum stehen künstlerische Positionen, die fotografische Verfahren und bildgenerierende neuronale Netzwerke mit Skulptur, Malerei, Installation, Video und Performance verbinden. Fotografie erscheint dabei nicht ausschließlich als autonomes Bild, sondern als Material, Objekt, Prozess und konzeptuelle Praxis. Die ausgewählten Arbeiten markieren damit eine Verschiebung vom fotografischen Einzelbild hin zu erweiterten Formen visueller Wahrnehmung.
Die Präsentation basiert auf Empfehlungen von Kurator*innen aus Düsseldorfer Museen, Institutionen und unabhängigen Initiativen. Gemeinsam bilden die ausgewählten Positionen ein Spektrum aktueller künstlerischer Praktiken mit Bezug zu Düsseldorf und verdeutlichen unterschiedliche Bedingungen, unter denen fotografische Bilder heute produziert, bearbeitet, zirkuliert und rezipiert werden.
Die Präsenz Düsseldorfs auf der Paris Photo wird in diesem Jahr durch weitere institutionelle Beiträge erweitert:
- Thomas Ruff, einer der international prägenden Künstler aus Düsseldorf, wird die zentrale großformatige Präsentation im Eingangsbereich des Grand Palais gestalten. Diese Installation wird auf der Paris Photo ebenfalls in einem Talkprogramm mit Florian Ebner und Thomas Ruff besprochen.
- Außerhalb des Grand Palais plant das Goethe-Institut Paris begleitend zur Paris Photo eine Ausstellung mit Arbeiten von Studierenden der Kunstakademie Düsseldorf aus den Klassen von Prof. Peter Piller und Prof. Josephine Pryde. Damit wird die aktuelle künstlerische Lehre als Bestandteil der Düsseldorfer Fotografiegeschichte und ihrer gegenwärtigen Weiterentwicklung sichtbar.
- Darüber hinaus ist ein umfassendes Begleitprogramm zu Düsseldorf and Photography vorgesehen. Geplant sind unter anderem Gespräche und Talks mit internationalen Künstler*innen und Akteur*innen der zeitgenössischen Kunst, darunter Ed Atkins. Die Veranstaltungen sollen die inhaltlichen Fragestellungen des Messestands aufgreifen und erweitern.
- Die kuratorische Perspektive der Biennale düsseldorf photo+ 2027 wird zugleich in die Präsentation auf der Paris Photo einbezogen. Fragen nach Darstellung, Regulierung und Handlungsmacht des Körpers treten dabei in einen Dialog mit den Fragestellungen der erweiterten fotografischen Praxis.
Düsseldorf verfügt über eine historisch gewachsene Infrastruktur für künstlerische Fotografie und ist zukünftiger Standort des Deutschen Fotoinstituts, dessen Aufgaben in der Entwicklung, Bewahrung, Erforschung und Vermittlung des fotografischen Kulturerbes liegen. Die Lehre der Fotografie an der Kunstakademie, die Arbeit von Museen, Sammlungen, Galerien und Hochschulen sowie die Aktivitäten unabhängiger Initiativen haben zur Ausbildung eines international wahrgenommenen fotografischen Feldes beigetragen. Historische Bestände und zeitgenössische Praxis werden als miteinander verbundene Bereiche fotografischer Wissensproduktion verstanden. Düsseldorf and Photography versteht diese Geschichte als Ausgangspunkt für eine Auseinandersetzung mit gegenwärtigen Bildpraktiken.
Dabei stehen auch die Veränderungen durch bildgenerierende neuronale Netzwerke und globale Bildzirkulation im Fokus. Sie betreffen nicht nur die technischen Bedingungen fotografischer Produktion, sondern auch Kategorien wie Autor*innenschaft, Originalität, Dokumentation und Wirklichkeitsreferenz.
Ergänzt wird die Präsentation durch Arbeiten internationaler Preisträgerinnen des Bernd-und-Hilla-Becher-Preises sowie durch zwei limitierte Publikationen, die eigens für die Paris Photo vom Lehr- und Forschungsgebiet Photographie der Hochschule Düsseldorf / Peter Behrens School of Arts und der Kunstakademie Düsseldorf entwickelt wurden.
Düsseldorf and Photography bietet einen gegenwärtigen Einblick in das erweiterte fotografische Feld aus Düsseldorf. Die Präsentation stellt unterschiedliche Formen fotografischer Praxis nebeneinander und setzt sie in Beziehung zu institutioneller Geschichte, aktueller Lehre und den Veränderungen in der künstlerischen Bildrezeption.
–
Paris Photo 2026
12.–15. November 2026
Grand Palais, Paris
Düsseldorf and Photography – Digital Sector
Konzept und Umsetzung:
Kim-Camille Kreuz • Stephan Macháč
Projektleitung:
Stephan Macháč
Koordinierungsstelle Fotografie, Kulturamt Düsseldorf
Geschäftsstelle der Kommission Fotostadt Düsseldorf
Ein Projekt der:
Kommission Fotostadt Düsseldorf
Landeshauptstadt Düsseldorf
Kulturamt
Zollhof 13
40221 Düsseldorf
Web:
https://www.parisphoto.com
Kontakt:
Kulturamt
Stephan Macháč
Tel: +49 (0) 211- 8924207
stephan.machac@duesseldorf.de