6. Maßnahmen des Zero-Waste-Konzeptes

6. Maßnahmen des Zero-Waste-Konzeptes

Symbolgrafik zum Thema
0% Abfall

Nachfolgend sind Schritte aus dem Zero-Waste-Konzept der Landeshauptstadt Düsseldorf beschrieben, die das Aufkommen von über 300.000 Tonnen Abfall im Jahr aus Haushalten, den öffentlichen Papierkörben und aus dem Gewerbe drastisch verringern und die darin enthaltenen Wertstoffe besser nutzen sollen. Darunter das Mehrweggebot, die Vergärung des Biomülls, höhere Leerungsintervalle der Bio- und der Papiertonne, die Materialrückgewinnung aus Straßenkehricht.

Die Mehrwegstrategie Düsseldorfs - vom Teilkonzept zum Mehrwegsommer

Schausteller Max Cronenberg hält stolz einen Mehrwegbecher hoch
Schausteller Max Cronenberg freut Eis im Mehrwegbecher ausgeben zu können. Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf/Leonhard Krause

Die Mehrwegstrategie Düsseldorfs - vom Teilkonzept zum Mehrwegsommer

Die Verwendung von Mehrweggeschirr ist mittlerweile Standard bei den Düsseldorfer Großveranstaltungen. "Ex und hopp" gehört damit, zumindest in diesem wichtigen Bereich, der Vergangenheit an. Grundlage ist das Mehrweggebot in §5 Absatz 2 Abfallentsorgungssatzung der Landeshauptstadt Düsseldorf. Die Umstellung weg von der Einwegflut mit riesigen Müllmengen wurde in enger Abstimmung mit den Düsseldorfer Schaustellern und Veranstaltern vollzogen.

Diese haben das Mehrweggebot schrittweise über die letzten Jahre eingeführt, angefangen mit einer Mehrwegalternative über die Umstellung zu Mehrwegbechern bis schließlich 2024 zum umfassenden Einsatz von Mehrweggeschirr im Getränke- und Essensbereich. Die Düsseldorfer Rheinkirmes war Mehrweg-Vorreiter in NRW. Insgesamt mehr als schätzungsweise fünfeinhalb Millionen Besucherinnen und Besucher Düsseldorfer Festivitäten konnten abfallfrei, appetitlich und kultiviert ihre Speisen und Getränke genießen.

Vergärung des Biomülls

Vergärung des Biomülls

In der Landeshauptstadt Düsseldorf wurden über die Biotonne erfasste organischen Abfälle sowie die Grünabfälle bis vor Kurzem nur in einer Kompostierungsanalage verwertet. Im Rahmen des Zero-Waste-Konzept der Stadt Düsseldorf wird seit dem 01.01.2025 bei der Kompostierungsanlage in Ratingen eine Separierung der angelieferten Bioabfälle in zwei Mengenströme durchgeführt. Dabei gehen ca. 35 Prozent der Anlieferungsmengen in eine Vergärungsanlage in Erftstadt. Unter Ausschluss von Sauerstoff wird dort der Bioabfall vergärt. Das erzeugte Biogas wandelt ein Blockheizkraftwerk zu Strom und Wärme um. Das Biogas kann auch aufbereitet und als sogenanntes „Biomethan“ dem Erdgasnetz zugefügt werden. Der Gärrest lässt sich als flüssiges Gärprodukt oder, nach einer anschließenden Kompostierung, als festes Gärprodukt vermarkten.

65 Prozent des Biomülls werden in Ratingen als Kompost wird für die Landwirtschaft und im Gartenbau als Dünger oder zur Humusbildung eingesetzt. Kompost stabilisiert das Bodengefüge, erhöht die Wasserspeicherkapazität des Bodens, bewahrt Bodenfruchtbarkeit und liefert Haupt- und Spurennährstoffe für Pflanzen.

Häufigere Leerungen von Biotonne und Papiertonne

Häufigere Leerungen von Biotonne und Papiertonne

Bis zum 31.03.2025 wurden Bioabfall und Altpapier im 14-täglichen Rhythmus abgefahren. Seit dem 01.04.2025 ist die Leerungshäufigkeit der Altpapiertonne und der Biotonne (mit Ausnahme der Wintermonate Dezember bis Februar) von 14-täglich auf wöchentlich, und damit auf das Doppelte, erhöht worden.

Das Ziel der kürzeren Leerungsintervalle sind deutlich verbesserte Recyclingquoten. Durch das stetige Wachstum des Onlinehandels und das immer größere Paketaufkommen steigt auch der Bedarf an Entsorgungsvolumen. Ist die Altpapiertonne voll, wird oft über die Restmülltonne oder über öffentliche Altpapiercontainer entsorgt. Das entzieht dem Wertstoffkreislauf Rohstoffe. Mit wöchentlicher statt vierzehntäglicher Papierabfuhr können Altpapiercontainer entlastet werden und der Platz in den Papiertonnen der Haushalte verdoppelt sich.

Materialrückgewinnung aus Straßenkehricht

Materialrückgewinnung aus Straßenkehricht

Im Jahr 2024 wog der erfasste Straßenkehricht in Düsseldorf etwa 16.000 Tonnen, was in etwa 25 kg pro Einwohner und Jahr und damit ungefähr der Menge an Bio- und Grünabfällen entspricht. Seit dem 01.01.2025 wird ein Teil des Straßenkehrichts der Stadt Düsseldorf in einer Aufbereitungsanlage in Hürth verwertet, um mineralische Bestandteile zu recyceln und in der Produktion von Baustoffen wiederverwenden zu können. Der Anteil an mineralischen Stoffen schwankt abhängig von der Jahreszeit und dem Anfallort stark und beträgt im Mittel 60 bis 80 Masseprozent.

Bisher wurde der gesammelte Straßenkehricht typischerweise nicht wiederverwertet, sondern in Gänze entweder in einer Müllverbrennungsanlage verbrannt oder auf einer Deponie entsorgt.
Chemische Analysen des gesammelten Straßenkehrichts in anderen Städten zeigen vor allem eine Belastung mit Blei, Kupfer, Zink, Mineralöl-Kohlenwasserstoffen (MKW), polyzyklischen Kohlenwasserstoffen (PAK), Phenolen, Sulfat und Chlorid und in kleineren Mengen auch Edelmetalle wie Gold, Silber und Platin.

Nach einer Behandlung und Reinigung in einem geeigneten Verfahren können die gewonnenen mineralischen Fraktionen in einer Vielzahl von möglichen Verwendungen eingesetzt werden. Diese umfassen die Verwertung im Straßen-, Wege- und Landschaftsbau, die Verwertung im Deponiebau, den Einsatz für Rekultivierungen, die Verwertung als Zuschlagstoff in der Bauproduktion und den Wiedereinsatz als Streugut.