In der Landeshauptstadt Düsseldorf wurden über die Biotonne erfasste organischen Abfälle sowie die Grünabfälle bis vor Kurzem nur in einer Kompostierungsanalage verwertet. Im Rahmen des Zero-Waste-Konzept der Stadt Düsseldorf wird seit dem 01.01.2025 bei der Kompostierungsanlage in Ratingen eine Separierung der angelieferten Bioabfälle in zwei Mengenströme durchgeführt. Dabei gehen ca. 35 Prozent der Anlieferungsmengen in eine Vergärungsanlage in Erftstadt. Unter Ausschluss von Sauerstoff wird dort der Bioabfall vergärt. Das erzeugte Biogas wandelt ein Blockheizkraftwerk zu Strom und Wärme um. Das Biogas kann auch aufbereitet und als sogenanntes „Biomethan“ dem Erdgasnetz zugefügt werden. Der Gärrest lässt sich als flüssiges Gärprodukt oder, nach einer anschließenden Kompostierung, als festes Gärprodukt vermarkten.
65 Prozent des Biomülls werden in Ratingen als Kompost wird für die Landwirtschaft und im Gartenbau als Dünger oder zur Humusbildung eingesetzt. Kompost stabilisiert das Bodengefüge, erhöht die Wasserspeicherkapazität des Bodens, bewahrt Bodenfruchtbarkeit und liefert Haupt- und Spurennährstoffe für Pflanzen.
Als Weiterentwicklung des vorherigen Verfahrens, wo die Ressourcen nur als Kompost genutzt wurden, sollen durch die Vergärung mehr Wertstoffe erfasst und recycelt werden, was eine bessere Rückgewinnung von Ressourcen und Energie zur Folge hat. Ein weiterer positiver Effekt der Vergärung besteht darin, dass die zulässigen Inhalte der Biotonne erweitert werden konnten. Nun kann auch „Essen nach dem Kochtopf“ in die Biotonne. Die Küchen- und Nahrungsabfälle sind im Hinblick auf die Biogasproduktion von besonderer Bedeutung. Hierdurch kann der organische Anteil im Restabfall durch eine separate Erfassung über die Biotonne reduziert werden. Das Potenzial des Bioabfalls wird optimal genutzt, wodurch eine hochwertige Form der Verwertung und ein starker Beitrag zum Klimaschutz entsteht.
Durch die Nutzung des Inhalts der Biotonne für Biogas, Humus und Kompost wird der Nährstoffkreislauf geschlossen und natürliche Ressourcen werden geschont. Aus diesem Grund ist es von besonderer Bedeutung, dass keine Plastiktüten oder Abfälle in die Biotonne gelangen. In die Biotonne dürfen Gemüseabfälle, Eierschalen, Obstabfälle, Blumenabfälle, Speiseabfälle, Haare und Grünschnitt. Plastik, Asche, Kehricht, Windeln und Steine stören die Verwertung der Bioabfälle. Papierbeutel oder Zeitungspapier sind erlaubt.