Das Pilotprojekt Nachbarschaftszonen

Das Pilotprojekt Nachbarschaftszonen

Die Landeshauptstadt Düsseldorf setzt bei der Verkehrsplanung auf eine Strategie der gleichberechtigten Mobilität und hat dabei die unterschiedlichen Bedürfnisse der Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürger im Blick. Das Projekt „Nachbarschaftszonen“ soll zu diesem Ziel beitragen, indem es die Lebensqualität in städtischen Wohngebieten erhöht, den Verkehrsraum gerecht verteilt und dabei den Menschen vor Ort bedarfsgerechte Mobilitätsoptionen bietet. Die Verkehrsplanungen orientieren sich hierbei nicht an einer einzelnen Mobilitätsart, sondern vielmehr konsequent an den Bedürfnissen der Menschen. Damit das für die Öffentlichkeit besser wahrnehmbar wird, laufen diese Projekte seit 2024 unter der Konzeption und dem Claim „Wege für alle“.

Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Eine Gruppe von Menschen sitzt auf Holzbänken auf einem von Bäumen gesäumten Platz innerhalb eines Wohnquartiers.
© Tim Dornaus

Nachbarschaftszone – was ist das?

Nachbarschaftszonen verfolgen das Ziel, die Aufenthaltsqualität in Wohnquartieren zu erhöhen, den Durchgangsverkehr zu verringern und neue Räume für nachbarschaftliche Begegnung zu schaffen. Der Ordnungs- und Verkehrsausschuss hat das Konzept bereits 2022 politisch beschlossen (Vorlage OVA/045/2022).

Was macht Nachbarschaftszonen besonders?

Das Besondere am Konzept der Nachbarschaftszonen ist, dass auf kostenintensive bauliche Umgestaltungen verzichtet wird. Die bestehenden Bordsteine bleiben erhalten, und es werden keine strukturellen Eingriffe in den Straßenraum vorgenommen. Dies unterscheidet die Nachbarschaftszone vom klassischen verkehrsberuhigten Bereich, der in der Regel eine sogenannte Mischverkehrsfläche erfordert.

Ziele & Maßnahmen

Nachbarschaftszone auf dem Paulusplatz; auffällige, farbige Fahrbahnmarkierungen unterschiedlicher Größen – Punkte, Striche und Linien – befinden sich um eine Verkehrsinsel mit einem Baum und Hochbeet. Eine
Nachbarschaftszone am Paulusplatz © Amt für Verkehrsmanagement

Ziele & Maßnahmen

Eine Nachbarschaftszone soll dazu beitragen:

  • Die Aufenthaltsqualität für die Anwohnenden zu erhöhen
  • Die Verkehrssituation zu beruhigen
  • Den Straßenabschnitt für Fahrrad- und Fußverkehr attraktiver zu machen
  • Das nachbarschaftliche Verhältnis zu fördern
  • Alle Mobilitätsbedürfnisse der Anwohnerschaft zu berücksichtigen
  • Positive Beeinflussung des Mikroklimas durch Begrünung
Einbahnstraße am Paulusplatz; farbige breite Linien markieren die linke und rechte Fahrbahn für die Radwege.
Nachbarschaftszone am Paulusplatz © Amt für Verkehrsmanagement

Diese Ziele können beispielsweise erreicht werden durch:

  • Sitzgelegenheiten
  • Stadtgrün (Hochbeete oder Ähnliches)
  • Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, E-Scooter etc.
  • Aufmerksamkeitssteigernde Straßenmarkierungen
  • Fahrbahneinengungen aus Bauminseln und Hochbeeten
  • Spielmöglichkeiten
  • Beteiligungsmöglichkeiten für die Nachbarschaft an Gestaltung und Pflege der Nachbarschaftszone
  • Gemeinsam mit der Initiative Platzgrün werden Flächen entsiegelt und bepflanzt. Die Nachbar*innen übernehmen die Pflege der Pflanzen. Durch die Entsiegelung wird ein Beitrag geleistet, um Boden, Natur und Wasser wieder mehr Raum zu geben.

Überblick: Pilotprojekt Paulusplatz

Mitte Mai 2025 begann die Umsetzung der Nachbarschaftszone rund um den Paulusplatz. Den Auftakt machten Entsiegelungsmaßnahmen auf dem Kirchenvorplatz, um mehr Raum für Grünflächen und Aufenthaltsqualität zu schaffen. Anschließend folgten gelbe Bodenmarkierungen im Bereich der Kirche sowie auf der Schillerstraße und Paulusstraße, die den verkehrsberuhigten Bereich sichtbar machen. In der Herderstraße wurde zudem eine Hol- und Bringzone eingerichtet, die insbesondere Familien mit Kindern zugutekommt. Abschließend sorgen neue Sitzmöbel und Pflanzkübel für eine einladende Atmosphäre und runden die Neugestaltung des Paulusplatzes ab.

Nach einer Pilotphase von Herbst 2025 bis Sommer 2026 wird auf Grundlage der gesammelten Erfahrungswerte entschieden, ob die Nachbarschaftszone am Paulusplatz dauerhaft eingerichtet wird.

Vor der Pauluskirche sind farbige Fahrbahnmarkierungen sowie Hochbeet zu sehen.
Nachbarschaftszone am Paulusplatz © Amt für Verkehrsmanagement

Detailablauf

Beschluss und Bedarfsabfrage

Die Einführung des Projekts Nachbarschaftszone wurde im Jahr 2022 durch den Ordnungs- und Verkehrsausschuss mit der Vorlage (OVA/045/2022) beschlossen. Um den optimalen Standort der ersten Pilotphase einzugrenzen, führte die Stadt eine Bürgerbefragung durch. Dazu wurden Informationsstelen zur Bedarfsabfrage aufgestellt. Berücksichtigt wurden Orte, an denen bereits Bürgerinitiativen an die Stadt herangetreten waren. Zwischen Mitte August und Mitte September 2024 konnten Anwohnende und Interessierte an folgenden Standorten an der Befragung zur Nachbarschaftszone teilnehmen:  

  • Lohengrinstraße, Düsseldorf-Oberkassel
  • Degerstraße, Düsseldorf-Flingern
  • Clemensstraße, Düsseldorf-Bilk
  • Paulusplatz, Düsseldorf-Düsseltal

Neben den Anwohnenden erhielten auch Schulen Informationsmaterial zum Projekt, das zur Teilnahme aufforderte.

Aufblick auf einen planerischen Entwurf an einem großen Tisch; auf dem Entwurf befinden sich farbige Stifte. In einer Runde um den Tisch diskutieren Kinder und Erwachsene über dem Entwurf.
Ein Entwurf aus dem Gestaltungs-Workshop // Diskussion in Arbeitsgruppen (Planersocietät 2025) © David Young, Stadt Düsseldorf

Planung und Umsetzung der Nachbarschaftszone am Paulusplatz

Am 8. Februar 2025 waren die Anwohnerinnen und Anwohner herzlich eingeladen, im Rahmen eines Gestaltungs-Workshops ihre Ideen und Vision für die zukünftige Nachbarschaftszone am Paulusplatz zu entwickeln. Rund 50 Teilnehmende folgten dieser Einladung und arbeiteten gemeinsam an fünf verschiedenen Entwürfen, die als Grundlage für die finale Planung dienten. Besonders erfreulich war die aktive Beteiligung mehrerer Kinder der zentral im Viertel gelegenen Paulusschule. Während der Präsentationen der Landeshauptstadt Düsseldorf und des Stadt- und Verkehrsplanungsbüros „Planersocietät“ hatten die Kinder die Möglichkeit, ihre Vorstellungen für die Zukunft des Paulusplatzes in Plänen festzuhalten. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Zwei Personen sitzen auf hochwertigen hölzernen Sitzmöglichkeiten einer Nachbarschaftszone, umgeben von einem Blumentopf  mit Gräsern.
Nachbarschaftszone am Paulusplatz © Carsten Esser

Aktueller Projektstand

Da sich die Fertigstellung der Nachbarschaftszone verzögert hat, wurde die Pilotphase bis zum Sommer 2026 verlängert. So können die Anwohnerinnen und Anwohner den Platz auch über die Wintermonate hinweg im Frühling und Sommer nutzen und erleben.  

Kommende Veranstaltungen

Nachbarschaftsfest: Um Raum für Begegnungen und Austausch zu schaffen findet am Freitag, den 8. Mai 2026  von 16-19 Uhr ein Nachbarschaftsfest statt. An dem Fest beteiligen sich verschiedene Akteure aus dem Viertel und alle Nachbarinnen und Nachbarn sind herzlich eingeladen.

Evaluationsbefragung: Zugleich beginnt am 8. Mai 2026 die Evaluationsbefragung der Nachbarschaftszone, die bis zum 7. Juni 2026 läuft.

Evaluationsworkshop: Des Weiteren findet am Freitag, den 26. Juni 2026 von 16.15 bis 18.45 der Evaluationsworkshop zur Nachbarschaftszone in der Paulusschule statt. Die Anmeldung zum Workshop ist unter paulusplatz@planersocietaet.de bis zum 19. Juni möglich.

In den kommenden Monaten sind zudem weitere nachbarschaftliche Veranstaltungen vorgesehen. Diese werden rechtzeitig angekündigt und sollen dazu beitragen, die Nachbarschaftszone lebendig zu gestalten.

Auf einer hufeisigenförmigen Holzbank befinden sich sitzen drei weibliche Personen mit kurzen Haaren.
© Duygu Atceken, Berlin 21 e.V.

Ihre Meinung zählt!

Die Stadt Düsseldorf lädt alle Anwohnender und Anwohnerinnen sowie lokale Akteure ein, sich aktiv am Evaluationsprozess zu beteiligen. Die Rückmeldungen aus der Bürgerschaft sind entscheidend, um das Projekt erfolgreich und nachhaltig zu gestalten. Wenden Sie sich mit Ihren Ideen, Anmerkungen oder Fragen gerne an nachbarschaftszone@duesseldorf.de!

Wege für Alle.

Wege für Alle.

Düsseldorf wird zur Stadt der gleichberechtigten Mobilität

86 % der Düsseldorferinnen und Düsseldorfer wünschen sich eine grundlegende Veränderung der Mobilität in ihrer Stadt: mehr öffentlicher Nahverkehr, mehr Fuß- und Radverkehr und weniger Autoverkehr.

Unter dem Motto „Wege für alle.“ wollen die Landeshauptstadt Düsseldorf und ihre Partner die verschiedenen Ansichten innerhalb der Stadtgesellschaft aufnehmen. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.