Auftaktworkshop und -beteiligung
Mit einem Auftaktworkshop startete am 17. September 2020 das Projekt „Fußverkehrs-Checks NRW 2020“. Rund 70 Teilnehmende – überwiegend aus Unterrath, Lichtenbroich und Gerresheim – diskutierten gemeinsam mit Stadtverwaltung, Politik und Interessenvertretungen die Situation des Fußverkehrs. Die Teilnehmendenzahl war pandemiebedingt begrenzt.
Im Workshop wurden Schwerpunkte der Fußverkehrs-Checks erläutert, erste Schwachstellen gesammelt und zwei Begehungsrouten vorbereitet. Die Moderation übernahm das Planungsbüro VIA eG aus Köln.
Bereits vorab hatten etwa 60 Bürgerinnen und Bürger online Hinweise zur Fußverkehrssituation eingereicht. Alle Beiträge wurden dokumentiert und flossen in die weiteren Planungen ein.
Begehungen
Die beiden Begehungen waren die Kernstücke der Fußverkehrs-Checks. Sie gaben den Teilnehmenden vor Ort die Gelegenheit, Probleme und Sichtweisen auszutauschen sowie neue Lösungsansätze und Ideen zu diskutieren.
Bei den Begehungen nahmen jeweils 25 Interessierte aus Bürgerschaft, Politik und Stadtverwaltung die Gelegenheit wahr, die Fußwege entlang der im Vorfeld festgelegten Routen zu testen. Auf den zweistündigen Spaziergängen standen die Themen Verkehrssicherheit und Barrierefreiheit besonders im Fokus. Die Anregungen der Teilnehmenden nahm das Gutachterbüro „VIA Köln“ zur Dokumentation entgegen.
Die Begehungen fanden wie folgt statt:
Begehung Gerresheim:
Dienstag, 29. September 2020, 16 Uhr
Startpunkt in Gerresheim war der Gerricusplatz. Von dort verlief die Route auf rund 2,2 Kilometern über den Alten Markt, die Gräulinger Straße, weiter entlang der Straße Kölner Tor und der Heyestraße bis zur Kreuzung Heyestraße/Ecke Morper Straße. Hier ist die Karte mit dem Verlauf der Begehung. Die Karte finden Sie hier.
Begehung Unterrath & Lichtenbroich:
Mittwoch, 30. September 2020, 16 Uhr
Die zweite Begehung hatte eine Länge von etwa 3 Kilometern und startete vor der Evangelischen Kindertagesstätte auf der Krahnenburgstraße in Lichtenbroich. Entlang des Matthiaskirchwegs, des Volkardeyer Weges und weiter über den Lichtenbroicher Weg erreichten die Teilnehmenden den Stadtteil Unterrath. Entlang der Hamborner Straße ging es weiter über die Unterrather Straße bis zur Kalkumer Straße. Hier ist die Karte mit dem Verlauf der Begehung. Die Karte finden Sie hier.
Nach den Begehungen wurden alle Hinweise und Anregungen gemeinsam mit den Ergebnissen aus dem Auftaktworkshop und der Onlinebefragung geprüft. Darauf aufbauend wurden Lösungsansätze und mögliche Maßnahmen zur Verbesserung der Bedingungen für den Fußverkehr erarbeitet.
Abschlussworkshop
Rund 30 Interessierte aus Bürgerschaft, Politik und Stadtverwaltung nahmen am 17. November 2020 am digitalen Abschlussworkshop der Fußverkehrs-Checks NRW 2020 teil. Florian Reeh, Leiter des Amtes für Verkehrsmanagement, betonte die Bedeutung der zahlreichen Hinweise aus dem gesamten Prozess für mehr Sicherheit und Aufenthaltsqualität in den Stadtteilen.
Auf Basis dieser Anregungen entwickelte das Planungsbüro VIA eG seit Ende September 35 Empfehlungen zur Verbesserung des Fußverkehrs in Gerresheim, Lichtenbroich und Unterrath. Die Maßnahmen mit unterschiedlichem Umsetzungsaufwand wurden im Workshop vorgestellt und diskutiert.
Abschlussbericht
Das Planungsbüro „VIA eG“ hat zur Darstellung der Ergebnisse einen umfassenden Abschlussbericht zu den „Fußverkehrs-Checks NRW 2020“ erstellt. Alle Hinweise, die sich auf die Begehungsrouten beziehen, wurden vom Planungsbüro „VIA eG“ aufgenommen, geprüft und sind in den Abschlussbericht eingeflossen. Der Bericht enthält eine detaillierte Beschreibung der einzelnen Bausteine der Fußverkehrs-Checks und zeigt die Maßnahmenempfehlungen für Düsseldorf auf, die zuvor mit den zuständigen Fachabteilungen abgestimmt wurden.
Abschlussbericht zu den Fußverkehrs-Checks NRW 2020
Für die betrachteten Stadtteile wurden zusätzlich Maßnahmenkataster erstellt, in denen die entwickelten Maßnahmenempfehlungen detailliert beschrieben und Umsetzungshorizonte aufgezeigt werden.
Maßnahmenkataster für Gerresheim
Maßnahmenkataster für Lichtenbroich und Unterrath
Der Abschlussbericht und die Maßnahmenkataster dienten als Grundlage für Entscheidungen der Verwaltung und der Politik. Die Maßnahmenempfehlungen wurden von der Verwaltung auf Machbarkeit geprüft. Anschließend wurden von den verschiedenen Abteilungen des Amtes für Verkehrsmanagement empfohlene Maßnahmen umgesetzt. Teilweise befinden sich die empfohlenen Maßnahmen noch im Umsetzungsprozess.
Evaluation im Jahr 2026 zum FVC 2020 in Düsseldorf
Das Zukunftsnetz Mobilität NRW und das Planungsbüro VIA besuchten die Stadt Düsseldorf im Januar 2026, um über den Umsetzungsstand der Maßnahmenempfehlungen aus dem Abschlussbericht zu sprechen. Das Büro hatte im Vorfeld eine Bestandsaufnahme an den beiden Routen in Gerresheim und Lichtenbroich/Unterrath durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass von den 32 Maßnahmen aus dem Abschlussbericht 41 % umgesetzt wurden, sich 37 % in Planung, Vorbereitung oder Prüfung befinden und 22 % bisher nicht bearbeitet worden sind oder derzeit noch nicht nachverfolgt wurden.
Das Planungsbüro kam zu dem Ergebnis, dass die Stadt Düsseldorf im Vergleich zu anderen Kommunen, die an den Fußverkehrs-Checks teilgenommen haben, sehr viele Maßnahmenempfehlungen umgesetzt hat. Zudem sind die Maßnahmen, die umgesetzt wurden, sehr vielfältig:
- Ein freier Rechtsabbiegefahrstreifen wurde zurückgebaut.
- Eine Lichtsignalanlage wurde barrierefrei ausgebaut.
- An zwei Lichtsignalanlagen wurde die Sicherheit für den Fußverkehr verbessert.
- Im unmittelbaren Bereich von Schulen wurde Tempo 30 angeordnet.
- Eine Elternhaltestelle wurde eingerichtet.
- Eine Gehwegnase wurde gebaut.
- An einem Standort wurden im Weg stehende Recyclingcontainer versetzt.
- Mehrere Durchfahrsperren wurden durch kontrastreiche Modelle ersetzt oder entfernt.
- Schadhaftes Natursteinpflaster wurde aufgearbeitet; zudem werden die Flächen in regelmäßigen Abständen kontrolliert.
- Sondernutzungserlaubnisse für Außengastronomie und Werbeaufsteller werden stichprobenhaft kontrolliert.
Maßnahmen, die sich noch in der Umsetzung befinden, sollen zeitnah abgeschlossen werden. Mithilfe der Fußverkehrs-Checks konnte die Stadt Düsseldorf in den vergangenen Jahren vielfältige Verbesserungen für den Fußverkehr erzielen und die Belange von Zufußgehenden stärker im Bewusstsein von Verwaltung und Politik verankern.
So geht es weiter
Nachdem die Zusammenarbeit mit dem „Zukunftsnetz Mobilität NRW“ und dem Planungsbüro VIA zu den Fußverkehrs-Checks abgeschlossen ist, möchte die Stadt Düsseldorf Fußverkehrs-Checks als Instrument beibehalten. Künftig sollen Fußverkehrs-Checks ein Beteiligungsinstrument bei der Entwicklung von Stadtteilkonzepten zum Fußverkehr sein.