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Düsseldorfs erste Nachbarschaftszone

Düsseldorfs erste Nachbarschaftszone

Die Gestaltung des Stadtraums

Die Landeshauptstadt Düsseldorf verfolgt eine Verkehrsplanung, die auf gleichberechtigter Mobilität basiert und die unterschiedlichen Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger berücksichtigt. Mit den Nachbarschaftszonen stärkt die Stadt die Lebensqualität in Wohnquartieren, verteilt den öffentlichen Raum fairer und schafft bedarfsgerechte Mobilitätsangebote vor Ort. Im Mittelpunkt steht dabei nicht eine einzelne Verkehrsart, sondern die Orientierung an den Menschen und ihrem Alltag.

Unter dem Leitgedanken „Wege für alle“ werden diese Projekte seit 2024 gebündelt und für die Öffentlichkeit sichtbarer gemacht.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf der Webseite „Wege für alle ­– Düsseldorf wird zur Stadt der gleichberechtigten Mobilität“.

Hintergründe & Projektstand

Die Grundidee von Nachbarschaftszonen

Nachbarschaftszonen sind eine Maßnahme der Stadtentwicklung in der Landeshauptstadt Düsseldorf. Sie sollen die Aufenthaltsqualität in Wohnquartieren stärken, den Durchgangsverkehr reduzieren und neue Räume für Begegnung schaffen. Der Ordnungs- und Verkehrsausschuss hat das Konzept 2022 politisch beschlossen (Vorlage OVA/045/2022).

Besonderheiten des Konzepts

Ein zentrales Merkmal der Nachbarschaftszonen ist, dass auf kostenintensive bauliche Umgestaltungen verzichtet wird. Die bestehenden Bordsteine bleiben erhalten, und es werden keine strukturellen Eingriffe in den Straßenraum vorgenommen. Damit unterscheidet sich die Nachbarschaftszone vom klassischen verkehrsberuhigten Bereich, der in der Regel eine niveaugleiche Mischverkehrsfläche erfordert.

Gestaltung statt Umbau  

Nachbarschaftszonen setzen auf alternative, kostengünstige und ressourcenschonende Maßnahmen. Durch Markierungen, Möblierung und Begrünung wird die Fahrbahn optisch verengt, der Verkehr verlangsamt und die Bedürfnisse der Nahmobilität in den Mittelpunkt gestellt, indem eine höhere Verkehrssicherheit erzeugt wird..

Erprobung der Nachbarschaftszone am Paulusplatz

Auf Grundlage des politischen Beschlusses wurde am Paulusplatz ein Pilotprojekt umgesetzt, um erste Erfahrungen zu sammeln. Hier wurden oben genannte Maßnahmen eingesetzt, um den Straßenverkehr zu beruhigen und gleichzeitig Aufenthaltsqualität zu schaffen. Die Maßnahmen zeigen, dass bereits mit einfachen Mitteln eine spürbare Verkehrsberuhigung und Erhöhung der Aufenthaltsqualität erreicht werden kann. Gleichzeitig fördern sie eine stadtverträgliche Mobilität und eröffnen neue Nutzungsmöglichkeiten für den öffentlichen Raum.

Die Wirkung der Nachbarschaftszonen

Nachbarschaftszonen sollen die Lebensqualität im Quartier verbessern und den Straßenraum attraktiver und sicherer gestalten.

Ziel ist es,

  •  die Aufenthaltsqualität für Anwohnende zu erhöhen,
  •  den Verkehr zu beruhigen,
  •  den Fuß- und Radverkehr attraktiver zu machen,
  •  das nachbarschaftliche Miteinander zu stärken,
  •  die unterschiedlichen Mobilitätsbedürfnisse der Anwohnerschaft zu berücksichtigen und
  •  durch mehr Begrünung das Mikroklima positiv zu beeinflussen.

Diese Ziele können unter anderem durch verschiedene Maßnahmen im Straßenraum erreicht werden.

Dazu zählen:

  •  Sitzgelegenheiten zum Verweilen,
  •  mehr Stadtgrün, beispielsweise durch Hochbeete oder Pflanzinseln,
  •  Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und E-Scooter,
  •  aufmerksamkeitssteigernde Straßenmarkierungen,
  •  Fahrbahneinengungen durch Bauminseln und Hochbeete,
  •  Spiel- und Aufenthaltsangebote sowie
  •  Beteiligungsmöglichkeiten für die Nachbarschaft bei Gestaltung und Pflege der Nachbarschaftszone.

Gemeinsam mit der Initiative platzgrün! wurden Flächen entsiegelt und bepflanzt. Die Pflege der Pflanzen übernehmen Anwohnende aus der Nachbarschaft. Durch die Entsiegelung wird ein Beitrag dazu geleistet Boden, Natur und Wasser wieder mehr Raum zu geben.

Ein Überblick über den Projektverlauf

Mitte Mai 2025 begann die Umsetzung der Nachbarschaftszone rund um den Paulusplatz. Den Auftakt bildeten Entsiegelungsmaßnahmen auf dem Kirchenvorplatz, um mehr Raum für Grünflächen und Aufenthaltsqualität zu schaffen. Anschließend wurden gelbe Bodenmarkierungen im Bereich der Kirche sowie auf der Schillerstraße und Paulusstraße angebracht, die den verkehrsberuhigten Bereich sichtbar machen. In der Herderstraße wurde zudem eine Hol- und Bringzone eingerichtet, die insbesondere Familien mit Kindern zugutekommt und die Verkehrssicherheit vor der Paulusschule erhöht, indem die Hol- und Bringverkehre von der Schule wegverlagert wurden. Neue Sitzmöbel und Pflanzkübel sorgen für eine einladende Atmosphäre und runden die Gestaltung des Paulusplatzes ab.

Nach einer Pilotphase von Herbst 2025 bis Sommer 2026 wird auf Grundlage der gesammelten Erfahrungen entschieden, ob die Nachbarschaftszone am Paulusplatz dauerhaft eingerichtet wird.

Beschluss und Bedarfsabfrage

Die Einführung der Nachbarschaftszonen wurde 2022 durch den Ordnungs- und Verkehrsausschuss beschlossen (Vorlage OVA/045/2022). Zur Auswahl des ersten Pilotstandorts führte die Stadt eine Bürgerbeteiligung durch. An mehreren Standorten wurden Informationsstelen zur Bedarfsabfrage aufgestellt.

Zwischen Mitte August und Mitte September 2024 konnten Anwohnende, lokale Akteure und Interessierte an folgenden Standorten teilnehmen:

  • Lohengrinstraße, Düsseldorf-Oberkassel
  • Degerstraße, Düsseldorf-Flingern
  • Clemensstraße, Düsseldorf-Bilk
  • Paulusplatz, Düsseldorf-Düsseltal

Standortwahl für das erste Pilotprojekt

An der Bedarfsabfrage nahmen insgesamt 1.209 Bürgerinnen und Bürger teil, darunter 420 Anwohnende vom Paulusplatz.

Die Ergebnisse zeigten einen hohen Bedarf an mehr Aufenthaltsqualität, zusätzlichen Sitzgelegenheiten, Begrünung und einer stärkeren Verkehrsberuhigung. Besonders häufig wurde eine kinderfreundliche und sichere Gestaltung genannt.

Bereits 2022 wurde zudem der politische Beschluss BV2/154/2022 gefasst, der die Neugestaltung des Kirchenvorplatzes vorsieht.

Nach der Bedarfsanalyse fiel die Entscheidung auf den Paulusplatz in Düsseldorf-Düsseltal.

Planung und Umsetzung der Nachbarschaftszone

Am 8. Februar 2025 waren Anwohnende zu einem Gestaltungs-Workshop eingeladen, um Ideen für die Nachbarschaftszone zu entwickeln. Rund 50 Teilnehmende erarbeiteten gemeinsam fünf Entwürfe als Grundlage für die weitere Planung. Besonders aktiv beteiligt waren Kinder der Paulusschule. Weitere Informationen zur Gestaltung und Beteiligung der Nachbarschaftszone finden Sie auf folgender Unterseite

Die Bezirksvertretung 2 beschloss die Planung des Pilotprojekts am 25. März 2025 (BV2/037/2025) und beauftragte die Verwaltung mit der Umsetzung sowie einer begleitenden Evaluation.

Die Umsetzung begann im Mai 2025. In dieser Phase konnten sich Anwohnende und lokale Akteurinnen und Akteure weiterhin beteiligen.

Nach Abschluss der Bau- und Markierungsarbeiten wurde der Bereich im September und Oktober 2025 mit Stadtmobiliar, Hochbeeten und Pflanzkübeln ausgestattet.

Die Pflege der Grünflächen erfolgt in Zusammenarbeit mit der Nachbarschaft und der Initiative „platzgrün!“

So wird ausgewertet

Die Pilotphase der Nachbarschaftszone am Paulusplatz läuft noch bis zum Sommer 2026. Bis dahin werden weiterhin Erfahrungen gesammelt und umfassend ausgewertet, um zu erkennen, was gut funktioniert und wo Anpassungen sinnvoll sind.

In die Auswertung fließen verschiedene Perspektiven ein: Rückmeldungen aus der Nachbarschaft, Erfahrungsberichte beteiligter Initiativen, Hinweise per E-Mail sowie die Ergebnisse von Workshops und Befragungen. Zusätzlich führt die Stadt Verkehrsmessungen vor und nach der Einrichtung der Nachbarschaftszone durch.

Während der gesamten Testphase beobachtet die Verwaltung außerdem, wie die neuen Stadtmöbel genutzt werden, wie sich der Pflegezustand entwickelt und welche Auswirkungen die Maßnahmen auf den Verkehr und die Aufenthaltsqualität im Quartier haben.

Ihre Meinung ist gefragt!

Die Rückmeldungen von Anwohnenden und lokalen Akteurinnen und Akteuren sind ein wichtiger Bestandteil der Evaluation. Bringen Sie Ihre Erfahrungen, Anregungen und Ideen weiterhin aktiv ein.

Das Pilotprojekt geht in die nächste Phase

Mit dem Nachbarschaftsfest am 8. Mai 2026 ist das Pilotprojekt der ersten Düsseldorfer Nachbarschaftszone am Paulusplatz in die nächste Phase der Erprobung und Beteiligung gestartet.

Das Fest wurde von zahlreichen Anwohnenden genutzt, um die neugestalteten Flächen kennenzulernen, miteinander ins Gespräch zu kommen und den Paulusplatz als Ort der Begegnung im Quartier zu erleben. Die positive Resonanz zeigt das große Interesse an der weiteren Entwicklung der Nachbarschaftszone.

Auch die Paulusschule beteiligt sich weiterhin aktiv am Projekt. Schülerinnen und Schüler haben sich in den vergangenen Monaten mit eigenen Aktionen für mehr Verkehrssicherheit und den Erhalt der Nachbarschaftszone eingesetzt.

Die Pilotphase läuft noch bis zum Sommer 2026. In dieser Zeit werden weiterhin Erfahrungen gesammelt und Rückmeldungen aus dem Quartier aufgenommen. Bestandteil dieser Phase sind eine Evaluationsbefragung sowie ein begleitender Workshop mit Anwohnenden, der Kirchengemeinde und der Paulusschule.

Die Ergebnisse der Evaluation werden anschließend ausgewertet und dienen als Grundlage für die politische Entscheidung, ob die Nachbarschaftszone dauerhaft eingerichtet und das Konzept auf weitere Standorte in Düsseldorf übertragen werden kann.

Wege für Alle.

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Wege für Alle.

Düsseldorf wird zur Stadt der gleichberechtigten Mobilität

86 % der Düsseldorferinnen und Düsseldorfer wünschen sich eine grundlegende Veränderung der Mobilität in ihrer Stadt: mehr öffentlicher Nahverkehr, mehr Fuß- und Radverkehr und weniger Autoverkehr.

Unter dem Motto „Wege für alle.“ wollen die Landeshauptstadt Düsseldorf und ihre Partner die verschiedenen Ansichten innerhalb der Stadtgesellschaft aufnehmen. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.