Prof. Dr. Christiane Bausch

Portraitfoto Prof. Dr. Christiane Bausch
Prof. Dr. Christiane Bausch, Foto: privat

Prof. Dr. Christiane Bausch

Professorin für Verwaltung und Organisationswissenschaft, Hochschule Düsseldorf, Forschungsschwerpunkt Armutsforschung

Prof. Dr. Christiane Bausch ist Professorin im Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften an der Hochschule Düsseldorf. In ihrer wissenschaftlichen Arbeit beschäftigt sie sich seit vielen Jahren mit Fragen der Partizipation sowie der (politischen) Selbstvertretung marginalisierter Gruppen. Zuletzt war sie in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Heine-Universität als wissenschaftliche Begleitung an einem Kooperationsprojekt mit der Stadt Düsseldorf beteiligt, das die Beteiligung armutsbetroffener Menschen in der lokalen Politik und Verwaltung untersuchte. Das Thema ehrenamtliches Engagement im Kontext von Armut bildete zudem einen Schwerpunkt ihrer früheren Tätigkeit bei einem Wohlfahrtsverband auf Landesebene.

Prof. Dr. Christiane Bausch zur Wirksamkeit von Initativen:

„Zivilgesellschaftliche Projekte und Initiativen im Kontext von Armut sind für mich dann besonders wirksam, wenn sie die Selbstbestimmung armutsbetroffener Menschen konsequent mitdenken und fördern.“

Franco Clemens

Portraitfoto Franco Clemens
Franco Clemens, Foto: Prof. Dr. Frank Überall

Franco Clemens

Sozialarbeiter

Franco Clemens ist ein bekannter Experte für die harte soziale Brennpunktarbeit. Seit 40 Jahren arbeitet er in der Jugendarbeit u.a. als pädagogischer Leiter von Jugend-, Flüchtlings- und Bürgerzentren. Bis Ende 2025 leitete er das Sinti-Zentrum Düsseldorf-Eller und das Streetworker-Team am Lessingplatz. Seit sechs Jahren ist er nebenberuflich als Streetworker für den Verein „Heimatlos in Köln“ in der Obdachlosenarbeit tätig. Er setzt sich öffentlich und zuweilen streitbar für die Bedürfnisse seiner Klient*innen ein. Bis Ende 2026 war er stellvertretender Vorsitzender der „Arche für Obdachlose“, die Spendengelder für soziale Projekte sammelt. In Köln saß er zudem 5 Jahre als parteiloser, sachkundiger Bürger im Kölner Jugendhilfeausschuss. Franco Clemens kennt fast alle Facetten von sozialer Arbeit und ihrer Finanzierung und hat ein sehr gutes Gespür dafür, ob Projektansätze zur Armutsbekämpfung auch in der Praxis funktionieren.

Franco Clemens über die Relevanz innovativer Handlungsansätze in der Armutsbekämpfung

„Die Armut und damit einhergehende Obdach,- und Wohnungslosigkeit nimmt weiter zu. Hohe Mieten, fehlender bezahlbarer Wohnraum, Energiepreise, sowie die Inflation betreffen nicht nur die bereits verarmten Arbeits- und Obdachlosen. Stattdessen setzt es auch die ergänzend allimentierten Niedriglöhner und Rentner inzwischen zunehmend unter Armutsdruck, u.a. auch alternativlos ihren Wohnraum zu verlieren. Dies wird zusätzlich verschärft durch das neue Regelwerk der neuen Grundsicherung. Die Kommunen brauchen ungeachtet der Bundes- und Landespolitik dringend zukunftsweisende innovative Handlungsansätze und Projekte der Armut und Wohnungsnot pragmatisch entgegenzuwirken.“

Dr. Sebastian Sedlmayr

Portraitfoto Sebastian Sedlmayr.
Sebastian Sedlmayr. Foto: UNICEF/Chiolo

Dr. Sebastian Sedlmayr

Leiter der Stabsabteilung Advocacy, Forschung, Programmarbeit in Deutschland bei UNICEF

Dr. Sebastian Sedlmayr arbeitet seit 20 Jahren für UNICEF Deutschland. Er setzt sich national und international für die Rechte von Kindern und Jugendlichen ein. In Deutschland war er unter anderem an der Einführung der Initiative „Kinderfreundliche Kommunen“ sowie von Landesprogrammen zur Achtung der Kinderrechte an Grundschulen beteiligt. Sebastian Sedlmayr war zu einer Vielzahl von Gelegenheiten als Sachverständiger im Bundestag und in verschiedenen Expert*innengremien des Bundes vertreten. Er ist Mitherausgeber des UNICEF-Berichts zur Lage der Kinder in Deutschland. Allein von Berufs wegen stehen für Sebastian Sedlmayr Zukunftsthemen ganz oben auf der Agenda – immer mit Blick auf diejenigen, die noch die längste Zukunft vor sich haben: Kinder und Jugendliche.

Dr. Sebastian Sedlmayr zur Armutsgefährdung von Kindern und Jugendlichen:

„Armut trifft Kinder besonders hart. Sie verursacht und verstärkt eine ganze Reihe von Problemen, in der Schule, im Zusammenleben mit Gleichaltrigen, auf dem späteren Weg in ein selbstbestimmtes Leben. Dabei geht es nicht nur um Geld, sondern ganz besonders um Teilhabe und die Unterstützung durch Eltern, Lehrkräfte und andere Menschen im unmittelbaren Umfeld.“

Viola Langhans

Portraitfoto Viola Langhans
Viola Langhans, Foto: privat

Viola Langhans

Absolventin des Masterstudiengangs “Empowerment Studies” und Berufseinsteigerin

Viola Langhans studierte Sozialwissenschaften und „Empowerment Studies“ mit Fokus auf politische Partizipation und bringt eine junge Perspektive mit in die Diskussion. In ihren Arbeiten untersuchte sie u.a. Mündigkeit, kollektive Ermächtigung, lokale Initiativen und die Rolle von NGOs in der Demokratie. Im Projekt „Düsseldorf fragt nach – mehr Beteiligung wagen“ mit Kommune und Hochschulen schärfte ihr theoretisches und praktisches Interesse an der strukturellen Stärkung von Teilhabe explizit armutserfahrener Menschen. Durch ihre mehrjährige Jury-Tätigkeit beim Schülerwettbewerb zur politischen Bildung der bpb bringt Viola Langhans Erfahrung bei der Bewertung von vielseitigen Projekten mit.

Viola Langhans zum Einfluss zivilgesellschaftlicher Aktivitäten:

„Ganz nach dem Motto „think global, act local” finde ich es sehr wichtig, dass das SDG 1 „Armut beenden” und das Menschenrecht „Teilhabe” auf lokaler Ebene für alle erlebbar gemacht werden. Es braucht aktives zivilgesellschaftliches Engagement in Düsseldorf, welches Begegnung, Dabei-Sein, Gemeinschaft, Selbstermächtigung und schließlich Partizipation trotz Armut vor Ort in die Hand nimmt und ermöglicht. Gerade in den heutigen Zeiten, wo viele Orte auf der Welt von „Shrinking Civic Spaces” geprägt sind – also schrumpfenden Handlungsspielräumen für die Zivilgesellschaft – sollten die Bemühungen lokaler Initiativen besonders gewürdigt werden."

Pater Wolfgang Sieffert

Portraitfoto Pater Wolfgang Sieffert, OP
Pater Wolfgang Sieffert, OP, Foto: privat

Pater Wolfgang Sieffert

Vorstand der Altstadt-Armenküche und Seelsorger

Die Perspektive des Dominikaners Wolfgang Sieffert ist bestimmt durch zwei Erfahrungsfelder. In Jahrzehnten als Seelsorger in der Düsseldorfer Justizvollzugsanstalt und als Bewohner der Altstadt ist ihm der Zusammenhang von Armut und Gerechtigkeit wichtig. Als ehrenamtlich Verantwortlicher der Altstadt-Armenküche im Düsseldorfer Rathaus beschäftigt ihn z.B. die Frage, wie „Hilfe auf Augenhöhe“ möglich ist.

Pater Sieffert über die Relevanz der Armutsminderung:

„Das Gegenteil von Armut ist nicht Reichtum, sondern Gerechtigkeit. Für die Zukunft der Menschheit und nachhaltige Entwicklungen ist neben z.B. Klima und Ressourcen die Überwindung von Armut von entscheidender Bedeutung.“