Rückblick: Der Zukunftspreis 2025

Rückblick: Der Zukunftspreis 2025

Der erste Düsseldorfer Zukunftspreis 2025 wurde zum Thema Biodiversität vergeben. 76 Bewerbungen zeigten eindrucksvoll das starke und vielfältige Engagement der Düsseldorfer*innen für den Erhalt der Artenvielfalt. 

Die Kleine Kommission für nachhaltige Entwicklung unterstützt von externen Fachexpert*innen wählte als Jury am 23. Juli die drei Projekte für das Finale aus. Im Oktober konnten alle Düsseldorfer*innen darüber abstimmen, wer den Preis gewinnt.
Das Ergebnis

1. Platz: rh:ool yarn (Wolle vom Rhein)
2. Platz: Hermann blüht auf
3. Platz: Erhalt der Nutzpflanzenvielfalt

Wir gratulieren der diesjährigen Zukunftspreis-Gewinnerin Frieda Feld von rh:ool yarn sowie allen Preisträger*innen herzlich!
Zur Pressemitteilung

Alle 76 im Rahmen des Wettbewerbs 2025 eingereichten Bewerbungen finden Sie weiterhin online.

Lassen Sie sich inspirieren!

Die Zukunftspreisträger 2025

  • Das Unternehmen rh:ool yarn verarbeitet die Wolle der Schafe am Rhein zu Handarbeitsgarnen, unterstützt so den Erhalt der Rheinwiesen-Beweidung und fördert dort langfristig die hohe Biodiversität. Mehr im Video

  • Die Nachbarschaftsinitiative „Hermann blüht auf“ stattet den Hermannplatz über Baumscheibenbepflanzungen und Hochbeete mit heimischen und insektenfreundlichen Pflanzen aus. Mehr im Video

  • Die Saatgut-Initiative Düsseldorf e.V. setzt sich mit verschiedenen Formaten wie dem Saatgutfestival, einem Tomatenfest oder Open-Source-Saatgut für den Erhalt der genetischen Vielfalt von Nutzpflanzen ein. Mehr im Video

Eingereichte Projekte

Eingereichte Projekte

Eine Karte mit allen Bewerbungen 2025 finden Sie hier.

2025 im Fokus: Biodiversität

Mauereidechse
Mauereidechse, Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf

2025 im Fokus: Biodiversität

Biodiversität beschreibt die gesamte biologische Vielfalt auf unserem Planeten. Als Menschen sind wir Teil dieser Vielfalt und gleichzeitig von ihr abhängig. Arten und Lebensräume sind jedoch zunehmend bedroht, in Düsseldorf und weltweit. Versiegelung von Flächen, Monokulturen in der Landwirtschaft, das Trockenlegen von Feuchtgebieten, das Abholzen von Wäldern, die Jagd auf Wildtiere, Umweltverschmutzung sowie der globale Klimawandel tragen dazu bei. Der Einsatz für den Erhalt biologischer Vielfalt ist daher wichtiger denn je!

Die Landeshauptstadt Düsseldorf fördert die Artenvielfalt sowie den Schutz natürlicher Lebensräume durch zahlreiche Maßnahmen im Rahmen des prioritären Handlungsfeldes Biodiversität und des Biodiversitätskonzeptes. Dazu zählen die:

  • Umsetzung der Blühwiesenstrategie: die Wiesenflächen in Parkanlagen, Friedhöfen und im Straßenbegleitgrün werden durch die Umstellung der Pflege immer blütenreicher und insektenfreundlicher
  • Renaturierung des Altrheins in der Urdenbacher Kämpe: alleine in der Kämpe kommen 25 der 72 Zielarten des Biodiversitätskonzeptes vor
  • Anlage eines Wildbienengartens am Ökotop Heerdt, die Pflege erfolgt durch das Ökotop und weitere Interessierte wie der NAJU

Mehr zu den Aktivitäten der Stadt erfahren Sie hier.

Viele Menschen engagieren sich auch im Alltag, in einer Initiative, in der Schule oder bei der Arbeit für den Schutz unserer Biodiversität. Für den Zukunftspreis suchen wir Aktivitäten, die sich auf wirkungsvolle, innovative oder besondere Weise für Biodiversität vor Ort in Düsseldorf oder weltweit einsetzen: Vom blühenden Vorgarten und Nistmöglichkeiten, über die Dokumentation seltener Arten bis hin zu Projekten und Alltagshandeln mit globaler Perspektive – Ihr Engagement ist gefragt!

Fachexpert*innen für die Zukunftspreis-Jury 2025

Fachberatung für die Jury

Vier ausgewiesene Fachleute zum Thema Biodiversität beraten die Kleine Kommission für nachhaltige Entwicklung, die als Jury über die Finalist*innen für den Zukunftspreis Düsseldorf entscheidet.

Mit Prof. Dr. Boris Braun (Geographisches Institut der Universität zu Köln), Elke Löpke (ehem. Leitung Biologische Station Haus Bürgel), Dr. Jochen Reiter (Direktor Aquazoo Düsseldorf) und Alina Weidemann (Jugendrat Düsseldorf) bildet die Expert*innenauswahl die Vielfalt des Themenkomplexes Artenvielfalt ab.

Prof. Dr. Boris Braun

Professor für Wirtschaftsgeographie und Umweltwandel an der Universität zu Köln

Boris Braun ist Professor für Wirtschaftsgeographie und Umweltwandel an der Universität zu Köln. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen Aspekte der regionalen und globalen Wirtschaftsentwicklung, die Gestaltung nachhaltiger Wertschöpfungsketten sowie die Anpassung an Naturrisiken und den Klimawandel, insbesondere im Globalen Süden, aber auch in Europa. Seit vielen Jahren arbeitet er zu Naturschutzprojekten im Raum Düsseldorf-Köln und war in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station Haus Bürgel an der sozialwissenschaftlichen Begleitforschung zur Renaturierung am Alten Rhein in der Urdenbacher Kämpe beteiligt.

Prof. Dr. Boris Braun zur Tragweite des Erhalts von Biodiversität:

„In Zeiten des Klimawandels und des sechsten weltweiten Massenaussterbens sind Schutz und Erhalt der Biodiversität von herausragender Bedeutung. Dies gilt nicht nur auf globaler, sondern auch und vor allem auf der lokalen Ebene. Deshalb ist das Schwerpunktthema des diesjährigen Zukunftspreises ausgezeichnet gewählt.“

Portraitfoto Boris Braun
Prof. Dr. Boris Braun, Foto: Universität zu Köln

Elke Löpke

Diplom-Biologin und ehemalige Geschäftsführerin Biologische Station Haus Bürgel

Als Diplom-Biologin und langjährige Leiterin der Biologischen Station Haus Bürgel an der Urdenbacher Kämpe, war das Thema Biodiversität ein Hauptanliegen von Elke Löpkes Arbeit. Bei der Biologischen Station engagierte sie sich für den Erhalt und die Entwicklung der Natur in Düsseldorf und dem Kreis Mettmann. Wichtige Voraussetzung für den Schutz der Biodiversität sind nach Löpkes Erfahrung Flächen, die im Sinne der Arten- und Lebensraumvielfalt entwickelt werden können und überzeugte Akteur*innen. Nach dem Motto „Jeder Meter zählt“ bieten Balkon, Garten, Firmengelände, öffentliche Flächen sowie Land-, Forstwirtschaft großes Entwicklungspotenzial.

Elke Löpke zur Bedeutung des Zukunftspreises:

„Ich begrüße das Engagement der Stadt Düsseldorf den Zukunftspreis zu vergeben, um die zarte Pflanze der Biodiversität' in die Mitte der Gesellschaft wachsen zu lassen.“

Portrait Elke Löpke
Elke Löpke, Foto: Joschka Meiburg

Dr. Jochen Reiter

Direktor des Aquazoo Löbbecke Museum Düsseldorf

Seine Promotion führte den Biologen Dr. Jochen Reiter jahrelang an einen der größten Biodiversitäts-Hotspots auf unserem Planeten, die Philippinen. Neben der Evolution ist gerade die Biodiversität Kernthema in der Vermittlungsarbeit der städtischen Kulturinstitution Aquazoo Löbbecke Museum Düsseldorf, dessen Direktor er seit Februar 2016 ist. Die Gäste werden in der Ausstellung des Doppelinstituts aus Zoo/Aquarium und Naturkundemuseum für die Belange des Natur-, Arten- und Umweltschutzes nachhaltig sensibilisiert. Die jährlich mehr als 900 Bildungsveranstaltungen stehen dabei im Zeichen von BNE und der UN-Nachhaltigkeitsziele.

Dr. Jochen Reiter über die Verantwortung jeder und jedes Einzelnen:

„Jeder kann und muss seinen Beitrag leisten zu einer liebens- und lebenswerten Welt, egal wie groß oder klein dieser sein mag.“

Dr. Jochen Reiter, Foto: Aquazoo Löbbecke Museum Düsseldorf

Alina Weidemann

Jugendrat Düsseldorf

Alina Weidemann ist seit 2019 Mitglied des Jugendrats der Stadt Düsseldorf und vertritt den Stadtbezirk 9. In ihrer Funktion setzt sie sich insbesondere für Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit, digitale Teilhabe sowie die Stärkung der politischen Mitbestimmung von Jugendlichen in Düsseldorf ein. Der Jugendrat Düsseldorf besteht aus Jugendlichen im Alter von 11 bis 21 Jahren und vertritt ihre Interessen in der Stadtpolitik. Der Rat entwickelt eigene Projekte, organisiert Veranstaltungen und bringt die Perspektiven junger Menschen in politische Entscheidungen ein. So fördert er die Beteiligung Jugendlicher an der Gestaltung Düsseldorfs und stärkt ihre Stimme in der Gesellschaft.

Alina Weidemann über die Einbeziehung junger Perspektiven:

„Der Schutz der Biodiversität ist eine zentrale Zukunftsaufgabe, die langfristige Perspektiven und vielfältige Sichtweisen erfordert. Junge Menschen bringen neue Impulse und Anliegen ein – unsere Beteiligung ist entscheidend, wenn es um nachhaltige Lösungen geht.“

Alina Weidemann, Foto: privat

Fakten, Motivation und Aktionen

  • Fakt: Damit Kröten und Frösche bei ihren Wanderungen unbeschadet ihr Ziel erreichen, werden an besonders frequentierten Stellen Krötenzäune als Schutz aufgebaut, so z.B. an der Urdenbacher Kämpe.

  • Aktion: Artenvielfalt im Botanischen Garten der Heinrich-Heine Univeristät entdecken und erfassen beim BioBlitz 2025. Mehr

  • Foto eines Abendpfauenauge, eine Nachtfalterart

    Aktion: Erfolgreiche Teilnahme der Landeshauptstadt beim weltweiten Artenwettbewerb "City Nature Challenge." Mehr

  • Motivation: Der Bestand der gefährdeten Mehlschwalbe hat sich am Düsseldorfer Rathausufer in den letzten zehn Jahren von 65 auf 150 Paare mehr als verdoppelt.

  • Motivation: Der Biber besiedelt wieder die Urdenbacher Kämpe. Zum ersten Mal seit fast 200 Jahren wurden die Tiere in Düsseldorf gesichtet.

  • Motivation: 2024 haben die in Düsseldorf seit mehr als 100 Jahren ausgestorbenen Weißstörche in der Urdenbacher Kämpe wieder genistet!

  • Fakt: Wussten Sie, dass die Knautien-Sandbiene nur Pollen der Wiesen-Wittwenblume sammelt?